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Freitag 9. Mai 2008
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Schönes Wetter – und schon wieder «dicke Luft»

Angesichts steigender Schadstoffbelastungen ruft der Gemeinderat von Thun die Bevölkerung dazu auf, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und auf unnötige luftbelastende Tätigkeiten zu verzichten: Die erste Schönwetterperiode hat auch zu einer hohen Ozonbelastung geführt. Die Grenzwerte werden dieses Jahr bereits früh wiederholt überschritten.

sth/bns. Nur einmal pro Jahr dürfte der Ozongrenzwert von 120 Mikrogramm/Kubikmeter überschritten werden, wird in einer Medienmitteilung erinnert. Doch allein seit anfangs Mai sei dies in Thun schon 33 mal der Fall gewesen: «Der Thuner Gemeinderat ist überzeugt, dass nur eine konsequente Luftreinhaltepolitik von Bund, Kanton und Gemeinden hohe Ozonbelastungen langfristig vermindern können. Lokale Verhaltensänderungen leisten aber einen wichtigen Beitrag und dienen der Sensibilisierung. Er ruft die Bevölkerung deshalb zu umweltgerechtem Verhalten auf. Luftverschmutzung macht krank, saubere Luft jedoch bedeutet ein wesentliches Stück Lebensqualität. Alle können etwas zur Reduktion der Ozonbelastung beitragen.»

Der Thuner Gemeinderat empfiehlt ...
...  so oft wie möglich zu Fuss zu gehen, mit dem Velo zu fahren oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen;
...  unnötige Autofahrten zu vermeiden;
...  im Stand (zum Beispiel vor Ampeln und Barrieren) den Motor abzustellen;
...  Fahrgemeinschaften zu bilden, statt allein in einem Auto zu fahren;
...  wenn schon Motorrad oder Roller benutzen, dann Zweiräder, welche mit Viertaktmotor und Katalysator oder Elektromotoren angetrieben werden;
...  lösemittelfreie oder lösemittelarme Produkte (Farben und ähnliches) zu verwenden;
- im Hobby- und Gartenbereich keine benzinbetriebenen Geräte zu benützen, sondern allenfalls solche mit elektrischem Antrieb.

Stadt Thun aktiv in verschiedenen Bereichen
Zur Ozonbildung trügen vor allem die Vorläuferschadstoffe Stickoxide und flüchtige Kohlenwasserstoffe bei, verlautet im weiteren. Diese entstünden in erheblichem Mass beim motorisierten Verkehr und bei gewerblich-industriellen Tätigkeiten: «Die Stadt Thun ist bestrebt bei ihren eigenen Aktivitäten, diese Schadstoffe zu reduzieren. So wird zum Beispiel bei Beschaffungen von Fahrzeugen und Büromaterial, bei Gebäudeneubauten und -sanierungen auf tiefen Energieverbrauch und auf schadstoffarme Materialien geachtet. Als laufende Kampagne sei das Projekt ‹Mobilitätsdialog mit Unternehmen› erwähnt. Durch ein intelligentes Mobilitätsmanagement soll bei den beteiligten Betrieben, mit dabei die Stadt Thun, das Mobilitätsverhalten bezüglich seiner negativen Auswirkungen optimiert werden. Luftreinhaltung und Klimaschutz sind Daueraufgaben, die nur mit Anstrengungen aller Beteiligten umgesetzt werden können. Der Schlüssel zur Reduktion der Umweltbelastung ist ein effizienter und sparsamer Ressourcenverbrauch und der Einsatz erneuerbarer, sauberer Energien.»

Ozon-Grenzwert dürfte nur einmal jährlich überschritten werden
Der gesetzliche Grenzwert (Stundenmittelwert) von 120 Mikrogramm/Kubikmeter dürfe eigentlich nur einmal pro Jahr überschritten werden, wird im weiteren erinnert: «Die automatische Messstation im Thuner Bälliz registrierte dieses Jahr jedoch bereits einen maximalen Stundenmittelwert von 145 Mikrogramm/Kubikmeter und insgesamt 34 Grenzwertüberschreitungen. Sollte das frühsommerliche Wetter über Pfingsten anhalten, so ist weiterhin mit einer erhöhten Ozonbelastung zu rechnen.» Ozon komme zwar natürlicherweise in kleinsten Mengen in unserer Atemluft vor, doch in hohen Konzentrationen gefährde es die Gesundheit: «Das Reizgas ist Hauptbestandteil des Sommersmogs, gefährdet als Atemgift die Gesundheit und schädigt die Umwelt. Zu den Wirkungen gehören: Reizungen der Schleimhäute, Entzündungen der Atemwege und Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Hohe Ozonkonzentrationen treten typischerweise während sommerlicher Schönwetterperioden auf. Die Wirkung von Luftschadstoffen verstärkt sich bei starker körperlicher Anstrengung. Deshalb sind starke körperliche Anstrengungen bei hohen Luftbelastungen und grosser Hitze zu vermeiden.»

Messwerte von Thun und Hintergrundinformationen unter www.thun.ch/ozon und www.ozon-info.ch
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