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Montag 12. Mai 2008
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Der in Wilderswil stationierte Rettungsflugwacht-Helikopter (vorne). Eine zweite Maschine, die hinten abhebt, ist zurzeit im Rahmen einer Trainingswoche im Einsatz. (Bilder Peter Schmid)
Neue Rettungsflugwachtbasis Wilderswil in Betrieb genommen

Mit einem Helikopter der am Pfingstwochenende in Betrieb genommenen neuen Rettungsflugwachtbasis Wilderswil ist am Montag ein Kind nach einem Sturz von einer Materialseilbahn ins Kinderspital Luzern geflogen worden. Offiziell wird die Basis erst am 22. August 2008 eröffnet.

Ein Blick in die umgebaute ehemalige «Tiger»-Endmontagehalle. (Bild Dora Schmid-Zürcher)

ds/pvr. Ein vierjähriger Knabe aus dem Kanton Luzern zog sich am Pfingstmontag laut einer Medienmitteilung beim Sturz von einer Materialseilbahn im Gebiet Surenen, Gemeinde Attinghausen (Kanton Uri), schwere Verletzungen zu. Das Kind hatte nach Angaben der Rettungsflugwacht bei der Talstation mit einer Materialseilbahn gespielt und sich an der Bahn festgehalten, als sich diese unvermittelt in Bewegung setzte: «Vor lauter Schreck reagierte das Kind nicht auf die Zurufe der Eltern, es solle sich fallenlassen.» Erst als die Kräfte nachliessen, habe sich der Knabe in die Tiefe fallenlassen wobei er sich schwere Kopfverletzungen zuzog: «Die Notärztin der Rettungsflugwachtbasis Wilderswil versorgte den jungen Patienten am Unfallort, worauf er mit dem Heli in das Kinderspital Luzern geflogen wurde.»

Ein Rettungsflugwacht-Helikopter wird rückwärts aus der Halle gerollt.

Nach rund einjähriger Umbauzeit ist die Rettungsflugwacht Anfang Mai von der bisherigen Basis Gsteigwiler in einen mit Kosten von 2,3 Millionen umgebauten und von der Ruag gemieteten Teil der ehemaligen «Tiger»-Endmontagehalle umgezogen und am Pfingstwochenende in Betrieb genommen worden. Zurzeit ist neben einem im Rahmen einer Trainingswoche eingesetzten Agusta A 109 K2 eine Maschine vom gleichen Typ in Wilderswil stationiert. Rettungsflugwacht-Chefpilot Heinz Leibundgut (Interlaken) rechnet damit, dass im Winter 2009/10 ein zweiter von Piloten der Berner Oberländer Helikopter AG (Bohag) im Auftrag der Rettungsflugwacht geflogener Helikopter in Wilderswil stationiert werde um Spitzen besser abdecken zu können. Offiziell wird die von Heinz Segessenmann geleitete Basis erst am 22. August 2008 eröffnet.

Langfristiger Mietvertrag
Dem Bezug waren laut einer schon vor der Betriebsaufnahme von der Rettungsflugwacht und der Ruag Aerospace gemeinsam verbreiteten Medienmitteilung lange Planungsarbeiten vorausgegangen. Bereits Ende der neunzigerJahre habe die Rettungsflugwacht erstmals mit der Ruag Aerospace über eine Vermietung der ehemaligen «Tiger-Halle» verhandelt: «Nachdem das Bauprojekt mehrmals gemeinsam überarbeitet worden war, konnte im Winter 2007 eine Einigung zwischen den Vertragspartnern erzielt werden. Am 26. Februar 2007 wurde der langfristige Mietvertrag zwischen der Ruag und der Rettungsflugwacht unterzeichnet und bereits am 2. Mai 2007 erfolgte der Baubeginn. Zur Bereitstellung der heute grössten Rettungsflugwachtbasis musste fast die Hälfte des Gebäudes umgenutzt werden. Die wichtigsten Komponenten des Bauprojektes waren das Errichten einer Hallentrennwand, das Einfügen von zwei neuen Hallentoren sowie der komplette Einbau der Basisinfrastruktur ins bestehende Gebäude. Die Umbauarbeiten in der Höhe von 2,3 Millionen Franken wurden zum grössten Teil von lokalen Unternehmen ausgeführt. Der Ausbau umfasst insgesamt 1300 Quadratmeter Hallenfläche, über 500 Quadratmeter Nebenräume sowie 1400 Quadratmeter Vorplatz.»

Offizielle Eröffnung am 22. August 2008
Nach knapp einjährigen Bauarbeiten wurde laut der Medienmitteilung die Basis im April durch das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) abgenommen. Der Bezug durch die Rettungsflugwacht erfolgte in der letzten Aprilwoche. Am 10. Mai startete das Rettungsflugwachtteam den Flugbetrieb vom Ruag-Areal aus. Der offizielle Eröffnungsanlass findet am 22. August 2008 statt. Ein Tag der offenen Tür ist im Jahr 2009 vorgesehen.
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