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BLS AG mit 14,2 Millionen Franken Gewinn

Die BLS AG hat sich im vergangenen Jahr in allen Kerngeschäften gut entwickelt. Sie spielt in der schweizerischen Bahnlandschaft eine wichtige Rolle. Die Konzernrechnung 2007 schliesst mit einem Gewinn von 14,2 Millionen Franken.

Begleitet von Feuerwerk-Rauchschwaden durchbrach am 15. Juni 2007 die Lokomotive eines Güterzuges ein Papierhindernis am Nordportal in Frutigen. (Bild Dora Schmid Zürcher)

pd/bns. Als Höhepunkt des Jahres für das Bahnunternehmen wird in der Medienmitteilung die Eröffnung der Neat am Lötschberg am 15. Juni 2007 bezeichnet. Der Basistunnel funktioniere gut und weise bereits heute eine hohe Auslastung auf. Die im Jahr 2006 durch den Zusammenschluss der Regionalverkehr Mittelland AG und der BLS Lötschbergbahn AG entstandene neue BLS AG sei auch in ihrem zweiten Geschäftsjahr erfolgreich unterwegs: «Alle Kerngeschäfte sind gewachsen und haben sich positiv entwickelt.» Die Konzernrechnung 2007 schliesst nach BLS-Angaben mit einem Gewinn von 14,2 Millionen Franken (2006: 15,6 Millionen Franken) ab: «Darin sind Beiträge von 34 Millionen Franken (2006: 10 Millionen Franken) berücksichtigt, welche dazu dienen, die Sanierung des Vorsorgewerks bei der Ascoop zu beschleunigen. Wird dieser ausserordentliche Aufwand ausgeklammert, resultiert eine Steigerung des Konzernergebnisses von 25,6 Milionen (2006) auf 47,7 Millionen Franken im Jahr 2007.» Die Rechnung 2007 sei einerseits durch eine günstige Konjunktur positiv beeinflusst worden – anderseits mache sie auch deutlich, «dass mit dem Zusammenschluss zur BLS AG ein leistungsstarkes Unternehmen entstanden ist und dass es gelungen ist, rasch in erheblichem Masse Synergien zu realisieren».

Wachstum von Verkehrsnachfrage und Verkehrsertrag
Sowohl im Personenverkehr als auch im Güterverkehr hat sich laut der Medienmitteilung die Nachfrage positiv entwickelt und zu steigenden Verkehrserträgen geführt: «In den Zügen der BLS AG reisten im Jahr 2007 42,8 Millionen Fahrgäste, das sind 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Überdurchschnittlich war das Wachstum über längere Distanzen, vor allem im Regionalexpress Bern–Langnau–Luzern. Seit Fahrplanwechsel bietet die BLS AG zudem den Regionalexpress Lötschberg an. 2,7 Millionen Fahrgäste benützten die Busse im Emmental und im Berner Oberland, das entspricht einem Plus von 1,2 Prozent. Der Autoverlad durch den Lötschbergtunnel legte um 0,2 Prozent auf 1,37 Millionen Motorfahrzeuge zu. Einzig bei der Schiffahrt Berner Oberland musste ein leichter Rückgang um 2,2 Prozent auf 1,07 Millionen Fahrgäste registriert werden. Angesichts der Fahrplanreduktion um 12 Prozent und des hochwasserbedingten Betriebsunterbruchs im August ist dieses Ergebnis zufriedenstellend. Der Verkehrsertrag im Personenverkehr erhöhte sich um 8,4 Prozent auf 154,7 Millionen Franken. Im Güterverkehr durchlief die BLS Cargo AG nach sechs Jahren starken Wachstums eine geplante Phase der Konsolidierung. Die Verkehrsleistungen stiegen um 3 Prozent, der Marktanteil im Alpentransit durch die Schweiz beträgt rund 40 Prozent. Der Verkehrsertrag nahm um 7,5 Prozent auf 180,8 Millionen Franken zu.»

Lötschberg-Basistunnel
Als Höhepunkt des vergangenen Jahres wird in der Medienmitteilung der 15. Juni 2007 bezeichnet, als die BLS AG den modernsten Bahntunnel Europas in Betrieb genommen habe, den 34,6 Kilometer langen Neat-Tunnel, das technisch modernste Teilstück der Nord–Süd-Achse: «Seit dem Fahrplanwechsel vom 9. Dezember 2007 fahren täglich 46 IC- und Cisalpino-Züge und bis zu 60 Güterzüge über die Basisstrecke.

Für die Betriebsführung stelle der 21,7 Kilometer lange Einspurabschnitt eine grosse Herausforderung dar, verlautet dazu im weiteren: «Der Fahrplan auf der Lötschberg-Achse erwies sich aber in den ersten viereinhalb Monaten des Vollbetriebs als erfreulich stabil. 98 Prozent der Züge verkehrten wie vorgesehen durch den Basistunnel. Von den 2 Prozent Umleitungen waren vor allem Güterzüge und nur vereinzelt Reisezüge betroffen, dies wegen Verspätungen im Zulauf und wegen technischen Gründen beim Rollmaterial. Nur 0,2 Prozent der Züge mussten wegen Problemen im Tunnel umgeleitet werden.» Die hohe Auslastung des Lötschberg-Basistunnels belege den hohen Nutzen des Bauwerks: «Seit der Liberalisierung des Schienengüterverkehrs mit der Bahnreform I im Jahr 1999 und seit der Eröffnung des Huckepackkorridors auf der Lötschberg–Simplon-Achse im Jahr 2001 hat der Transitgüterverkehr auf dieser Achse um Dreieinhalbfache zugenommen (von 6,6 Millionen Bruttotonnen im Jahr 1999 auf 23,3 Millionen Bruttotonnen im Jahr 2007). Da an Spitzentagen die Kapazität von 110 Zügen bereits nahezu erreicht ist, wiederholt die BLS AG ihr strategisches Interesse an einem etappenweisen Vollausbau des Basistunnels. Sie erstellt dazu eine Konzeptstudie, um die Grundlagen (Machbarkeit, Kosten, Bauzeit, Auswirkungen auf den Bahnbetrieb) für eine sachbezogene Diskussion im Rahmen von ZEB 2 (Zukünftige Entwicklung der Bahninfrastruktur) bereitzustellen.

Gefestigte Position der BLS
Die BLS AG spiele heute in der schweizerischen Bahnlandschaft eine wichtige Rolle, heisst es abschliessend. Sie betreibe ein Infrastrukturnetz von 440 Kilometer Länge mit einer internationalen Transitachse, sie betreibe das zweitgrösste S-Bahnsystem der Schweiz, und sie fahre Güterverkehr auf verschiedenen Achsen: «Auf politischer Ebene wurden im vergangenen Jahr mehrere Entscheidungen getroffen, welche die Bedeutung der BLS unterstreichen und die Zukunft des Unternehmens festigen helfen.» So habe der Bundesrat den Schlussbericht den Konzeptprojekts «SBB + x KTU» genehmigt: «Er hat damit das Modell bestätigt, dass auch künftig neben der SBB einige wenige konkurrenzfähige Privatbahnen aktiv sein sollen. Die BLS AG will eine dieser Bahnen sein.» Der Bundesrat habe zudem die Konzession der BLS AG für den Betrieb der Infrastruktur bis ins Jahr 2020 verlängert. Daran habe er die Bedingung geknüpft, dass die Infrastruktur der BLS AG auf Anfang 2009 mit jener der BLS Alptransit AG (Neat) zusammengefasst und in eine separate BLS Netz AG übertragen werde: «Ungeachtet der Mehrheitsbeteiligung des Bundes wird die neue BLS Netz AG durch die BLS AG aus einer Hand geführt, womit die BLS eine integriert geführte Bahn bleibt.»
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