| Entlastungsstollen: Das Kernstück in Thun ist fertig
Nach nur 15monatiger Bauzeit ist das Kernstück des knapp 1,2 Kilometer langen Hochwasser-Entlastungsstollens, der Thun künftig vor Hochwasser schützen soll, fertig gebaut. Noch gebaut werden müssen das Einlauf- und das Auslaufbauwerk. In Betrieb genommen werden soll das Bauwerk im Frühjahr 2009.
aid/bns. «Der Durchstich der Tunnelvortriebsmaschine ist der wohl wichtigste Meilenstein beim Bau des Entlastungsstollens», sagte am Dienstag 15. April 2008 die bernische Baudirektorin Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer an einer Feier auf dem Thuner Bahnhofplatz. Denn damit sei das Kernstück des knapp 1,2 Kilometer langen Bauwerks fertig. Noch gebaut werden müssten das Einlauf- und das Auslaufbauwerk.
Bis zu 60 Arbeiter waren laut einer Medienmitteilung in den vergangenen 15 Monaten auf der Baustelle im Einsatz: «Sie haben rund 15 Meter unter der Erdoberfläche im Grundwasser, teilweise bei Überdruck, im Schlamm und bei Hitze gearbeitet. Zwischen dem Kraftwerk und dem Schifffahrtskanal hat die Tunnelvortriebsmaschine ‹Aarabella› Gleisanlagen der Bahn, mehrere Strassen, den Bahnhofplatz und sogar das Bahnhofsgebäude unterquert. Ohne nennenswerte Zwischenfälle oder gar Unfälle kam sie wieder ans Tageslicht.» In rund einem Jahr soll der Stollen in Betrieb gehen. Bis zu diesem Zeitpunkt müsse der Regierungsrat noch das Betriebsreglement, das Alarmierungskonzept und den neuen Seepegelstand genehmigen: «Die entsprechenden Unterlagen liegen bis Anfang Mai öffentlich auf.»
Mit der Inbetriebnahme des Stollens sei die Hochwassergefahr nicht gebannt; warnte die Baudirektorin beim Durchstich. Neben dem Entlastungsstollen in Thun – siehe auch Studie zu Extremhochwasser im Einzugsgebiet der Aare von heute Dienstag 15. April 2008 – seien im Kanton Bern noch zahlreiche weitere Hochwasserschutzprojekte in Planung oder im Bau. Für gut zwei Drittel dieser Vorhaben fehlten jedoch zurzeit die nötigen Bundesgelder: «Nur wenn diese Projekte termingerecht realisiert werden, können Menschen und Sachwerte vor künftigen Hochwassern geschützt werden.»
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