| Förderverein Thun-Gabrovo setzt vermehrt auf Begegnungen und Kultur
Begegnungen verschiedenster Art und insbesondere kulturelle Projekte sollen künftig im Zentrum der Aktivitäten des Fördervereins Thun-Gabrovo stehen. Damit beschloss die Mitgliederversammlung eine Neuausrichtung, die sich in den letzten Jahren bereits abgezeichnet hatte.
Das Budget für das Jahr 2008 wurde laut einer Medienmitteilung angesichts zahlreicher neuer Projekte aufgestockt. Das Budget 2008 sehe bei Einnahmen von 12 500 Franken Ausgaben von 29 560 Franken vor: «Angesichts zahlreicher zusätzlicher, aus dem Jahr 2007 verschobener Projekte und in der Absicht, kein Vereinsvermögen anzuhäufen, steigt der Aufwand gegenüber dem Vorjahr, voraussichtlich einmalig, deutlich an.» Finanziert werde diese Steigerung denn auch durch die Entnahme von 17 060 Franken aus dem Vermögen, das Ende letzten Jahres 22 415 Franken betrug. Die Mitgliederzahl sei mit 137 praktisch konstant (plus 1) geblieben.
Begegnungen und kulturelle Projekte
Zwar werde die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (Deza) des Bundes auch nach dem Beitritt Bulgariens zur EU die Städtepartnerschaft zwischen Thun und Gabrovo wie auch andere Gemeindepartnerschaften vorerst weiterhin unterstützen. Doch langfristig zeichneten sich Finanzierungslücken ab; insbesondere die Projektbeiträge der Stadt Thun seien mittelfristig infolge von Sparaufträgen gefährdet. Die 23 anwesenden Mitglieder des Fördervereins Thun-Gabrovo hätten daher an der Jahresversammlung einstimmig beschlossen, künftig stärker auf Begegnungen interessierter Personen beider Städte sowie auf kulturelle Projekte zu setzen. «Die Aktivitäten sollen vorab projektbezogen sein», sagte Präsident Ueli Jost in seinem Jahresbericht: «Erst wenn wir ein gutes Projekt haben, suchen wir nach den nötigen finanziellen Mitteln, und nicht umgekehrt.»
Lokaler Förderverein auch in Gabrovo?
Kulturelle Begegnungen hätten sich in den fünf Jahren seit Bestehen des Fördervereins ohnehin zu einem immer wichtigeren Schwerpunkt entwickelt, wird in der Medienmitteilung erinnert. So hätten Patenschaften für Musikschüler, der Besuch von Schülermusiklagern in beiden Ländern, Konzerttourneen mit Musikern beider Länder oder Projekte mit dem Haus für Humor in Gabrovo schon heute einen hohen Stellenwert. Erste neue Ideen zur Neuausrichtung seien bereits an einer Ideenbörse Anfang dieses Jahres zusammengetragen worden. Der Förderverein soll künftig bei kulturellen Projekten die Federführung übernehmen. Die organisatorischen Details würden zurzeit mit der städtischen Kulturabteilung diskutiert. Damit die Umsetzung der Projekte optimal sichergestellt werden kann, soll längerfristig in Gabrovo ebenfalls ein Förderverein gegründet werden, regte Vereinspräsident Ueli Jost an.
Viele neue Projekte für 2008
Vorstandsmitglied Alexandra Jäggi, zugleich Städtepartnerschaftskoordinatorin bei der Stadtverwaltung Thun, präsentierte ein reich befrachtetes Aktivitätenprogramm für das laufende Jahr. Die Stadt prüft folgende neue Projekte: Aufbau einer Spitex-Organisation, Aufbau einer Tagesstätte für behinderte Kinder, einen Kulturaustausch für behinderte Erwachsene, Stipendien für Kulturschaffende sowie einen Wissensaustausch unter den Stadtbibliotheken. Der Förderverein sei für weitere Projekte direkt verantwortlich, die teilweise von der Stadt Thun mitfinanziert würden, so die Patenschaften für rund 40 Musikschüler, das Projekt «Verkehrssicherheit» an der Sonderschule Gabrovo, die «Tage der Kammermusik» 2008 mit Raphael Zehnder und Ivan Stojanov, ein Austausch von Gabrovoer und Thuner Fotografen mit gemeinsamer Ausstellung in beiden Städten oder die Weiterführung des Projektes «Junger Feuerwehrmann», die in der Unterstützung und Vorbereitung der Teilnahme von Jugendlichen an einem nationalen Wettbewerb dieses Titels bestehe.
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