| Thun: Neuer Standort für ärztlich kontrollierte Heroinabgabe
Das Thuner Heroin-Substitutions-Programm an der Marktgasse 6 soll umgesiedelt und die Umgebung des heutigen Standortes in der Innenstadt dadurch entlastet werden. Der Thuner Gemeinderat will deshalb die städtische Liegenschaft an der Allmendstrasse 10 im Baurecht an den Verein für die Behandlung und Integration suchtkranker Menschen abgeben. Über den Baurechtsvertrag befinden wird der Stadtrat.
sth/bns. Seit längerem setzten sich verschiedene Kreise aus der Thuner Innenstatt für eine Verlegung der an der Marktgasse 6 untergebrachten, ärztlich kontrollierten Heroinabgabe ein, heisst es in einer Medienmitteilung Täglich am früheren Vormittag sowie am späteren Nachmittag und frühen Abend suchten rund 90 Personen die Abgabestelle für heroingestützte und Substitutionsbehandlungen auf. Nun beantrage der Thuner Gemeinderat dem Stadtrat, die Liegenschaft Allmendstrasse 10 im Baurecht an den mit der Durchführung der Heroinabgabe beauftragten Verein für die Integration und Behandlung suchtkranker Menschen abzugeben. Eine durch die Stadt und den Verein in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie zeige, dass sich das frühere Ausländerhaus für die Unterbringung dieses Substitutionsprogramms eignet: «Die Betroffenen finden sich in der Regel morgens zwischen 7.00 und 9.00 Uhr und abends zwischen 16.45 und 18.50 Uhr in der Abgabestelle ein. Dies gewährleistet auch die psychosoziale Begleitung der Patienten. Im Falle eines Umzugs ist vorgesehen, zusätzlich auch Methadonprogramme anzubieten.»
Der Gemeinderat sei überzeugt, mit dem in Fussdistanz zur Innenstadt gelegenen neuen Abgabestandort eine gute Lösung gefunden zu haben, verlautet im weiteren: «Insbesondere erachtet er das Konfliktpotential mit der Nachbarschaft als wesentlich geringer als zuvor an der Marktgasse.» Stimme der Stadtrat zu - an seiner Sitzung vom 5. oder 26. Juni – und werde die Baubewilligung erteilt, werde der Baurechtnehmer die Liegenschaft erwerben und rund 1,3 Millionen Franken in den zweckentsprechenden Ausbau investieren: «Zusammen mit den zu erwartenden Rückbau- und Umzugskosten wird die Trägerschaft rund 1,8 Millionen Franken aufwenden müssen.» Frühester Bezugstermin werde Ende 2009 sein.
«Das Nein des Gemeinderates zu einer Kontakt und Anlaufstelle für Drogenabhängige in Thun im Mai 2007 führte zu einer blockierten Situation zwischen den Städten Bern und Thun, da die Stadt Bern sich dagegen wehrt, in ihrer überlasteten Anlaufstelle weiterhin etwa 30 Drogenabhängige aus Thun betreuen zu müssen», wird in der Medienmitteilung im weiteren erinnert. Die Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) suche seither mit allen Beteiligten nach Lösungen. Im Vordergrund bei der Suche nach einer «thunverträglichen Lösung» stünden die Ergänzung bestehender Angebote in Thun und der Verzicht auf die Schaffung einer zusätzlichen Institution: «Der Gemeinderat der Stadt Thun hat bei der GEF einen entsprechenden Antrag auf Finanzierung eingereicht.»
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