| Mürren: Klettersteig weitgehend vollendet
Mit der Erstellung einer Nepalbrücke steht der Bau eines neuen Klettersteigs von Mürren nach Gimmelwald vor seiner Fertigstellung. Am 15. Juni findet die Eröffnung statt.
Bild: Bergführer und Klettersteiginitiant Martin Schürmann – hier auf der in zweiwöchiger Arbeit erstellten Nepalbrücke über den gähnenden Abgrund des Gehrenlammgrabens – freut sich über den erfolgreichen Bau des Klettersteigs von Mürren nach Gimmelwald. (Bild Bruno Petroni)
Der Klettersteig von Mürren nach Gimmelwald ist weitgehend vollendet: Mit der Fertigstellung einer 80 Meter langen Nepalbrücke über den Gehrenlammgraben geht die dreimonatige Bauzeit an der Mürrenfluh zu Ende.
Die Hängeseilbrücke entstand während der letzten zwei Wochen in Zusammenarbeit mit dem Böniger Stahlbau-Spezialisten Bernhard Seiler und Ingenieur Karl Jaggi aus Meiringen.
«Vor der Eröffnung am 15. Juni müssen wir in einem zurzeit noch vereisten Bereich der Wand lediglich noch ein paar Sicherungsseile anbringen», freut sich Initiant und Erbauer Martin Schürmann. Gemeinsam mit seinen Bergführerkollegen Dres Schild und René Planzer erbaute der Wilderswiler während der Wintermonate einen 2200 Meter langen Klettersteig.Auch der stellvertretende Pistenrettungschef der Schilthornbahn, Toni von Allmen packte hie und da mit an.
«Einige werden umkehren»
Der neue Klettersteig wird dereinst während seiner Begehung zwar nicht für pausenloses Nervenflattern sorgen, sondern auch entspannendere Traversen bieten, während welchen die imposante Bergkulisse genossen werden kann.
Mit einer eindrücklichen Mutprobe beim so genannten «Hammeregge» eingangs des Parcours aber sorgt der urplötzliche Blick über die 700 Meter hohe, vertikale Mürrenfluh hinaus schon mal für eine erste Selektion:«Hier dürfte künftig gar mancher das Knieschlottern bekommen und wieder umkehren», vermutet Martin Schürmann. Hier muss die senkrechte Wand nämlich mit sehr viel Luft unter den Füssen über die massiven, einbetonierten Steigbügel traversiert werden.
«Schwingende» Brücke
Später bilden eine Tyrolienne – darf nur mit Bergführer benützt werden – oder die daneben hängende Seilbrücke über den Mürrenbach nur einen kleinen Vorgschmack auf die schmale Nepalbrücke über den Gehrenlammgraben, die den Höhepunkt des Kletterparcours bildet und unter Last durchaus mal ausgiebig hin und her schwingt.
Bruno Petroni, Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Jederzeit gesichert, aber mit relativ wenig Haltemöglichkeiten bewegt sich der Besucher hier 250 Meter über dem Boden auf schmalen Stahlblechplatten. Der neue Klettersteig dürfte sich im Bereich des Schwierigkeitsgrades K3 bewegen. Die Durchstiegszeit für die 275 Höhenmeter dauert rund zwei Stunden.
Erfolgreicher Meterverkauf
Wegen der gesetzlich vorgeschriebenen Setzzeit der Wildgemsen findet die feierliche Eröffnung der neuen «Via Ferrata» erst am 15. Juni statt. Vorher ist die Begehung desKlettersteigs untersagt. Derweil ist die Finanzierung der 220 000 Franken teuren Freizeitsattraktion im Lauterbrunnental gesichert:Der Kanton Bern hat erst kürzlich aus dem Sportfonds den Betrag von 50 000 Franken gesprochen. «Durch Meterverkäufe zu 100 Franken haben wir zudem bisher 143 000 Franken an Sponsorgeldern generiert», bestätigt Klettersteig-Präsident Andreas Fuchs auf Anfrage.
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