| Studie zu Extremhochwasser im Einzugsgebiet der Aare
Im Kanton Bern sind im Extremfall noch grössere Hochwasserereignisse möglich, als in den Jahren 1999 oder 2005. Eine Studie zeigt auf , dass im Extremfall wichtige Verkehrsverbindungen für längere Zeit unterbrochen, ganze Talschaften im Berner Oberland von der Umwelt abgeschnitten und weite Flächen im Einzugsgebiet der Aare und entlang der Seen während Tagen oder Wochen überflutet werden könnten.
aid/bns. Die im Auftrag des kantonalen Tiefbauamtes erarbeitete Studie bestätigt laut einer Medienmitteilung den Kanton darin, dem Hochwasserschutz höchste Priorität einzuräumen: Derzeit seien bereits rund hundert Hochwasserschutzprojekte in Planung oder im Bau.
Unter dem Eindruck der Hochwasserereignisse der Jahre 1999 in der Schweiz und 2002 an der Elbe habe das kantonale Tiefbauamt Anfang 2005 eine Studie zu extremen Hochwasserereignissen im Einzugsgebiet der Aare in Auftrag gegeben, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Die nun vorliegende Studie zeigt die möglichen Folgen von grossräumigen Extremereignissen auf, die das bisherige Ausmass deutlich überschreiten. Ausgehend von verschiedenen Wettersituationen wurden ‹Worst-Case-Szenarien› erarbeitet, um Kenntnisse über mögliche Schadenpotentiale zu erhalten. Die Studie liefert Erkenntnisse bezüglich Ausmass und Auswirkungen extremer grossräumiger Hochwasserergebnisse. Sie zeigt auch Schutzdefizite auf, die als Grundlage für Gefahrenkarten, Seestandsregulierungen und Notfallplanungen dienen können.»
Die Studie zeige, dass im Kanton Bern grundsätzlich Hochwasserereignisse möglich seien, die das Ausmass der bisherigen Hochwasser deutlich überstiegen: «Im Extremfall könnten wichtige Verkehrsverbindungen für längere Zeit unterbrochen, ganze Talschaften des Berner Oberlands von der Umwelt abgeschnitten und weite Flächen im Einzugsgebiet der Aare und entlang der Seen während Tagen oder Wochen überflutet werden. Von den Auswirkungen eines solchen Extremhochwassers könnten bis zu 80 000 Menschen betroffen sein. Für den Kanton Bern bedeutet dies, dass zur Bewältigung extremer Ereignisse eine Katastrophenorganisation verfügbar sein muss, die während Wochen einsatzfähig und in der Lage ist, eine fortlaufende Lagebeurteilung für das ganze Kantonsgebiet vorzunehmen.»
Die Studie bekräftige den Kanton Bern darin, seine Anstrengungen beim Hochwasserschutz auf allen Ebenen mit höchster Priorität voranzutreiben, verlautet im weiteren. Fast hundert Hochwasserschutzprojekte mit einem Investitionsvolumen von rund einer halben Milliarde Franken seien in Planung oder bereits im Bau. Zusammen mit dem Bund baue der Kanton ein neues Informationssystem auf: «Damit kann die Bevölkerung rechtzeitig vor drohenden Hochwassern gewarnt werden. Die Katastrophenorganisation im Kanton Bern ist effizient. Sie hat sich bei den vergangenen Hochwassern bewährt und wird laufend optimiert. Extremhochwasser sind nicht zuletzt eine Folge des Klimawandels. Mit seiner Politik, die sich an den Grundsätzen der Nachhaltigen Entwicklung orientiert, geht der Regierungsrat die Ursachen an.»
Extremhochwasser liessen sich nicht verhindern, heisst es abschliessend: «Mit rechtzeitiger Warnung, effizienter Ereignisbewältigung und Hochwasserschutzbauten können jedoch deren Folgen gemildert werden. Beim Hochwasserschutz ist der Kanton auf die Hilfe des Bundes angewiesen, weil er die nötigen Schutzmassnahmen weder allein finanzieren noch die Folgen bewältigen kann.»
|