Positive Halbjahresbilanz von BLS Cargo
Die BLS Cargo AG zieht eine positive Bilanz des ersten Halbjahres 2008. Das Unternehmen steigerte die Verkehrsleistung um 15 Prozent und rechnet für das laufende Jahr wiederum mit einem positiven finanziellen Ergebnis.
pd/bns. BLS Cargo steigerte laut einer Medienmitteilung die Verkehrsleistungen im Vergleich zur Vorjahresperiode um 15 Prozent auf 1959 Millionen Nettotonnenkilometer: «Der Zuwachs schlug sich auch im Marktanteil von BLS Cargo im Transitverkehr durch die Schweiz nieder, der im Juni auf 42 Prozent stieg (Vorjahr: 38 Prozent). Als Haupterfolgsfaktor von BLS Cargo erweisen sich einmal mehr die internationalen Partnerschaften,vor allem diejenige mit Railion Deutschland.»
Gebremstes Wachstum über die Lötschberg-Simplonachse
Die Verkehrsleistung auf der Lötschberg-Simplonachse lag nach Angaben mit einem Wachstum von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr unter den Erwartungen: «Vor allem die Rollende Autobahn von Freiburg im Breisgau nach Novara lag trotz einem Plus von 5 Prozent deutlich unter den Planungen. Hierbei wirkte sich vor allem der Streik im Tessin negativ auf die Verfügbarkeit der Niederflurtragwagen aus, was über Wochen zu Zugsausfällen führte. Der internationale Wagenladungsverkehr wuchs um 5 Prozent, was vorwiegend dank Neuverkehr aus Transit nach Frankreich zustande kam. Demgegenüber stagnierten die unbegleiteten kombinierten Verkehre auf Vorjahresniveau. Die Konkurrenz in diesem Geschäftsfeld nahm stark zu. Der Druck auf BLS Cargo, attraktive Angebote hinsichtlich Preis und Fahrplan zu offerieren, verschärfte sich.»
Zweistelliges Wachstum auf der Gotthardachse
Der Transitverkehr über die Gotthardachse lag nach Angaben der BLS mit +30 Prozent gegenüber Vorjahr deutlich über den Erwartungen: «Zum Wachstum trugen sowohl die internationalen Wagenladungsverkehre (+13 Prozent), als auch der unbegleitete kombinierte Verkehr (+37 Prozent) bei.» Bei Letzteren seien die Aufstockung bestehender Verkehre, aber auch Neuverkehr vor allen im Frankreich-Transit ins Gewicht gefallen
Binnen-, Import- und Exportverkehr positiv
Der Binnen- und Import-/Exportverkehr, der bei BLS Cargo etwa 5 Prozent der Verkehrsleistung ausmache, sei in den letzten Jahren von starken Schwankungen der Verkehrsleistungen geprägt gewesen: «Im ersten Halbjahr 2008 steigerte BLS Cargo die Verkehrsleistungen gegenüber dem Vorjahr. Besondere Schwankungen waren vor allem bei den Mineralölverkehren zu spüren, bei denen ein starken Wettbewerb und ein hoher Preisdruck herrscht.»
Herausforderung Verlagerungspolitik
Die Verkehrszahlen zeigten, dass BLS Cargo wachse und die Schweizer Verlagerungspolitik unterstütze: «Damit dies auch in Zukunft so bleibt, müssen für die zukünftigen Wachstumspotenziale des Güterverkehrs qualitativ hochwertige Trassen auf den Transitachsen zur Verfügung stehen.» Trotz der Eröffnung des neuen Lötschberg-Basistunnels in 2007 stelle BLS Cargo fest, dass auf der Lötschbergachse für das weitere Wachstum Beschränkungen entstünden: «Dies beruht zum einen auf der heute schon hohen Auslastung der Strecken und zum anderen auf der Verdichtung des Personenverkehrs, der aufgrund der Prioritätenregelungen den Güterverkehr zunehmend beeinträchtigt und hiermit bedeutende Mehrkosten für BLS Cargo verursacht.»
«Faire Prioritätsregeln bei der Trassenzuteilung, ein modernes anreizorientiertes Trassenpreissystem und weitere Investitionen in die Infrastruktur, wie der Ausbau der Doppelspur im Lötschberg-Basistunnel, sind zur Stärkung des Güterverkehrs auf der Schiene dringend notwendig», meint Dirk Stahl, CEO von BLS Cargo: «Zudem muss bei den anstehenden verkehrspolitischen Entscheidungen wie der Güterverkehrsvorlage oder der Anhebung der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe immer die Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene im Auge behalten werden. Nur dann wird die Verlagerungspolitik gelingen.»
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