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Berner Oberland News – 13. Jahrgang
Mittwoch 27. August 2008
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Frutigen: «Streichkonzert» für Investitionsprogramm

Die Frutiger Investitionsbegehren für die kommenden Jahre sind hoch. Die sogenannten Geschlechtsarmengüter sollen aufgehoben und die Verwendungszwecke reglementiert werden. Das Steinschlagschutzprojekt Linterstrasse wird vorderhand nicht realisiert.

An einer Extrasitzung hat der Gemeinderat die von den Ressorts eingegebenen Investitionsbegehren für die Jahre 2009 bis 2013 beraten. Für die nächsten fünf Jahre wurden Nettoinvestitionen von nahezu 20 Millionen Franken angemeldet. Der durchschnittliche Selbstfinanzierungsgrad lag nach Berechnungen des Finanzchefs Bernhard Schüpbach in den Jahren 1990 bis 2007 bei 2,2 Millionen Franken.
Aus den Verhandlungen des Gemeinderates von Frutigen
Leider gelang es noch nicht, die Nettoinvestitionen auf ein akzeptables Mass zu reduzieren. Deshalb findet nun ein zweites «Streichkonzert» statt. Dabei sollen die vielen Begehren auf ihre Wichtigkeit und Dringlichkeit überprüft werden.

Geschlechtsarmengüter werden verkauft
Die sogenannten Geschlechtsarmengüter, die bisher in der Gemeinderechnung figurierten, sollen mangels Zweckerfüllung aufgehoben werden. Für die Verwendung der Erlöse werden mit Reglementen drei Fonds gebildet: Jugendfonds, Landwirtschaftsfonds und Bildungsfonds. Der Gemeinderat hat einem entsprechenden Zeitplan zur Liquidation der Geschlechtsarmengüter zugestimmt und die dafür geschaffenen Reglemente gutgeheissen. Diese Erlasse unterstehen noch dem fakultativen Referendum.

Linterstrasse: Vorderhand kein Steinschlagschutzprojekt
Weil Fachleute das Gefahren- und Schadenpotential als mässig bezeichnen und zur Zeit noch andere Prioritäten berücksichtigt werden müssen, hat der Gemeinderat das vom Ressort Tiefbau, Verkehr und Wasserbau beantragte Steinschlagschutzprojekt Linterstrasse (Verbindung zwischen Schmitte und Susegge/Linter) vorderhand ad acta gelegt. Mitentscheidend war auch, dass von Seiten des Bundes und Kantons keine Beiträge erwartet werden können.

Fahrten durchs Gand werden eingeschränkt
Der motorisierte Verkehr zur Brätlistelle im Gand und in weitere, teils entlegene Gebiete hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Erholungssuchende fühlten sich zunehmend bedrängt. Der Gemeinderat möchte diesen deshalb auf ein vertretbares Mass einschränken. Weil der Zugang zur Brätlistelle aber auch für Menschen, die auf ein Motorfahrzeug angewiesen sind, gewährleistet bleiben sollte, befürwortet er ein «Verbot für Motorwagen, Motorräder und Motorfahrräder» ab Brätlistelle taleinwärts. Damit könnten die Strassen und Wege auch weiterhin mit Fahrrädern/Bikes befahren werden. Für Anwohner und Bewirtschafter würde die Fahrberechtigung mit einer Zusatztafel gewährleistet. Ebenso hat der Gemeinderat einer gleichen Signalisation auf dem Fuss- und Wanderweg ins Tiefental zugestimmt. Die Verkehrsmassnahmen werden publiziert und die Signalisationen nach Inkrafttreten des Beschlusses aufgestellt.

Im weiteren hat der Gemeinderat ...
...  Rolf Bohni verabschiedet. Er war über 23 Jahre im Gemeindedienst tätig, so unter anderem als EDV-Leiter, Stellvertreter des Finanz- und Steuerverwalters, Stellvertreter des Gemeindeschreibers, Sekretär des Ressorts Öffentliche Sicherheit sowie der Kommission Kultur und Freizeit. Ratspräsident Karl Klossner dankte ihm für seinen langjährigen Einsatz und wünschte ihm für seinen Wechsel in die Privatwirtschaft alles Gute
...  einem Antrag um Weiterführung der Jugendarbeit im Jahr 2009 wie im laufenden Jahres grundsätzlich zugestimmt;
...  das Protokoll der ordentlichen Frühjahrsgemeindeversammlung vom 26. Mai 2008 vorbehaltlos genehmigt;
...  einer Aktualisierung des Reglementes für den schulzahnärztlichen Dienst zugestimmt;
...  die Aufnahme von 1500 Franken ins Budget 2009 für Ersatzpflanzungen infolge Feuerbrand gutgeheissen, unter der Einschränkung, dass es nur Bäume oder Baumgruppen betrifft, die im Inventar der Schutzgebiete und Schutzobjekte enthalten sind beziehungsweise waren;
...  im Zusammenhang mit der Sanierung des Oberstufenschulhauses Arbeiten an ein einheimisches Unternehmen vergeben können;
...  die Themen und Referenten für die öffentliche Informationsveranstaltung vom 1. September im Kirchgemeindehaus festgelegt (Beginn: 20 Uhr);
...  einem Gesuchsteller einen Kostenbeitrag von 15 Prozent an die Belagsarbeiten in Aussicht gestellt. Die Einwohnergemeinde Frutigen besitzt dort ein öffentliches Fusswegrecht;
...  für die Behebung eines Erdrutsches auf der Steg-Elsigbachstrasse einen Nachkredit von 6000 Franken bewilligt;
...  zur Kenntnis genommen, dass die Steg-Elsigbachstrasse infolge Ausbau auf der Teilstrecke Gygerkehr bis und mit Stegweidkehr ab 15. September während zirka zwei Monaten tagsüber gesperrt werden muss;
...  grünes Licht für die Durchführung von Autokinoveranstaltungen auf dem Flugplatz Frutigen an vier Wochenenden im Oktober gegeben. Vorbehalten bleiben die Bewilligungen anderer Instanzen;
...  das Gesuch um eine gastgewerbliche Einzelbewilligung der regionalen Jugendarbeit Niesen für einen Konzertabend am 13. September in der ehemaligen Zündholzfabrik Kanderbrück empfehlend weitergeleitet. Sollte sich der Standort als ungeeignet erweisen, müsste auf spätere Gesuche entsprechend gehandelt werden;
...  die zwischen einer Arbeitsgruppe und den Eltern von schulpflichtigen Schülern an Gempelen ausgehandelte Vereinbarung betr. Begleitung der Kinder auf dem Schulweg sowie Entschädigung der Eltern für diese Tätigkeit gutgeheissen.

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