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Freitag 15.August 2008
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Thun: Kulturpreis und Kulturförderpreise

Die Kulturkommission der Stadt Thun verleiht dem Maler und Bildhauer Burkhard Hilty den grossen Kulturpreis 2008 in der Höhe von 15 000 Franken. Die bildende Künstlerin Priska Wenger aus Gurzelen und der Schlagzeuger und Perkussionist Markus Lauterburg aus Sigriswil erhalten je einen Kulturförderpreis. Die Preise werden an einer öffentlichen Feier am 13. November im Schadausaal Thun übergeben.

sth/bns. Die Kulturkommission der Stadt Thun vergibt einen grossen Kulturpreis an den 79jährigen bildenden Künstler Burkhard Hilty. Der Preis ist mit 15 000 Franken dotiert und zeichnet ein Lebenswerk aus. Ein Preisgeld von je 10 000 Franken, gestiftet durch den Gemeindeverband des Thuner Amtsanzeigers, können die 30jährige Priska Wenger (bildende Kunst) und der 33jährige Markus Lauterburg (Musik) entgegennehmen. Sie haben die von der Kulturkommission eingesetzte Fachjury mit ihren Projekten überzeugt. Das Preisgeld soll für konkrete Projekte eingesetzt werden. Die Preise werden anlässlich der öffentlichen Feier am 13. November im Schadausaal Thun übergeben.

Hilty: «Ungebrochene Experimentierfreudigkeit»
Der gebürtige Ostschweizer Burkhard Hilty, 79, lebt seit den 1970er Jahren in Thun und Umgebung. Zuvor hielt er sich längere Zeit in Spanien und auch in China auf und kehrte in den 1960er Jahren in die Schweiz zurück. Hilty war als Sekundarlehrer, Reiseleiter und Sprachlehrer tätig. In den 1950er Jahren besuchte er in Paris die «Académie Julian» und widmete sich in Barcelona an der Kunstschule «La Lonja» dem Modellieren und der Radiertechnik. Seit 1992 bewohnt er ein Atelier auf dem Ruag-Gelände in Thun. 2004 zog er dort ins neu eröffnete Atelierhaus ein. Der Maler und Bildhauer konnte seine Arbeiten regelmässig an verschiedenen Orten in der Schweiz und in Barcelona präsentieren. Seit 1974 nimmt er fast ununterbrochen an der Jahresausstellung «Hofstettenstrasse» teil. Das Kunstmuseum Thun ist im Besitz zahlreicher Werke des Künstlers und widmete ihm 2007 eine Retrospektive. Im selben Jahr nahm er an einer Gruppenausstellung im Stufenbau in Ittigen teil. 2008 waren seine neusten Arbeiten im «Progr» in Bern zu sehen. Während seiner gesamten künstlerischen Tätigkeit ist Burkhard Hilty unermüdlich auf der Suche nach Neuem, seine Experimentierfreudigkeit bleibt nach wie vor ungebrochen.

Priska Wenger: «Überzeugende Zeichnerin»
Nach dem Vorkurs an der Schule für Gestaltung in Bern besuchte Priska Wenger 2001 bis 2005 die Hochschule für Gestaltung und Kunst in Luzern und erwarb das Diplom als Designerin in visueller Kommunikation. 2004 besuchte sie die Hochschule für angewandte Wissenschaft in Hamburg. Seit 2007 absolviert die Künstlerin das Master-Programm in visueller Kunst am City-College in New York. Wenger ist als Illustratorin und (Comic-) Zeichnerin tätig. Für ihre Diplomarbeit in Luzern gewann sie den «Zeugin-Design-Preis», mit dem jeweils ausserordentliche Projekte ausgezeichnet werden. Ausserdem konnte sie bereits an verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland teilnehmen, so zum Beispiel am internationalen Comic Festival «Fumetto» in Luzern. Priska Wenger geht einen eigenständigen künstlerischen Weg. Mit ihren Zeichnungen, ihren überraschenden Collagen und Comic-Arbeiten hat sie die Jury überzeugt. Die Künstlerin beschäftigt sich mit den Themen Natur, Mensch, Ethik und Wissenschaft und setzt diese künstlerisch gekonnt um. Die Jury sieht in Priska Wenger eine motivierte, vielseitig tätige und innovative Künstlerin mit einem grossen Potential. Das Preisgeld wird sie für ihre Ausbildung in New York einsetzen.

Markus Lauterburg: «Bestechende Ausdrucksstärke»
Der Schlagzeuger Markus Lauterburg ist in Sigriswil aufgewachsen und genoss an der Musikschule Thun Schlagzeugunterricht. Nach einer Lehre als Hochbauzeichner studierte er an der Musikhochschule in Luzern bei Pierre Favre Schlagzeug und Perkussion und schloss dieses mit dem Berufsdiplom ab. Zwei Jahre später erwarb er das Konzertreifediplom. Markus Lauterburg ist als Musiker, Komponist und Lehrer tätig, gibt Solokonzerte und nimmt regelmässig an internationalen Treffen der improvisierten Musik teil. Er spielte in verschiedenen Formationen und vertont zusammen mit Til Wyler Stummfilme von Buster Keaton. Lauterburg verschaffte sich einen Namen mit dem Quintett «Markus Lauterburg – Murmur», für welches er auch die Stücke schreibt. Markus Lauterburg vermochte die Jury sowohl mit seinen vorgelegten Kompositionsarbeiten wie auch durch sein Wirken als Musiker zu überzeugen. Einerseits weist er eine klare Kontinuität in seinem Schaffen auf, andererseits lässt seine Fähigkeit, Eigenständiges und Neues zu schaffen, ein grosses Potenzial vermuten. Weiter überzeugte er die Jury durch sein spürbares inhaltliches Anliegen, nach einer eigenen musikalischen Sprache zu suchen, und die Zielstrebigkeit, neue Projekte anzugehen. Das Preisgeld wird Lauterburg für die Komposition, die aufwendigen Probearbeiten, die Tourneen und für eine CD-Produktion einsetzen.

Künstleratelier Berlin: Reto Leibundgut
Reto Leibundgut wird von März bis August 2009 das Künstleratelier in Berlin benutzen können. Die Kulturkommission hat Leibundgut aus den zahlreichen Bewerbungen für das Stipendium ausgewählt. Der Thuner Künstler durfte schon mehrere Stipendien und Preise entgegennehmen und kann auf eine erfolgreiche Ausstellungstätigkeit zurückblicken. Im vergangenen Frühjahr stellte er zusammen mit Diana Dodsen im Kunstverein in Freiburg im Breisgau aus. Weitere Ausstellungen sind in Köln, Aarau und Bern in Vorbereitung. Der Künstler überrascht immer wieder mit seinen Intarsien-Arbeiten, für die er verschiedenste, bereits gebrauchte Materialien wie Holz, Textilien und Kunststoff verwendet. Zudem hat er mehrere Werke im öffentlichen Raum realisiert. Eine seiner letzten Arbeiten – ein Steinteppich – ist auf dem Ruag-Gelände zu sehen. Während seinem Berlin-Aufenthalt möchte er sich eingehend der Stickerei und der Gobelintechnik widmen und diese weiterentwickeln. Dazu wird er auch Fachleute kontaktieren und zu sich ins Atelier einladen. Weiter beabsichtigt er, in den Schlossparks um Berlin Ideen und Anregungen für seine Aussenrauminstallationen und -gestaltungen zu sammeln.
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