Chefarztwechsel an der Frauenklinik Thun
Nach über 20jähriger Tätigkeit als Klinikleiter und Chefarzt der gynäkologischen/ geburtshilflichen Klinik – neu Frauenklinik – am Spital Thun, tritt Heiner Buess infolge Erreichens des Pensionsalters auf Ende September zurück. Da es nicht möglich war, die Nachfolge auf diesen Zeitpunkt hin definitiv zu regeln, wurde eine Übergangslösung getroffen und Mark Isenschmid zum interimistischen Chefarzt ernannt.
Das Frauenklinik-Leitungsteam am Spital Thun. Von links nach rechts: Mark Isenschmid, interimistischer Chefarzt, Ruth Erhard, Leiterin Geburtenabteilung, der per Ende September 2008 zurücktretende Chefarzt Heiner Buess und Stefan Fink, Leitender Arzt Fachgebiet Geburtshilfe. (Bilder zvg)
pd/bns. Chefarzt Heiner Buess tritt laut einer Medienmitteilung auf den 30. September 2008 von seinen Funktionen am Spital Thun zurück: «Buess hat in den vergangenen 20 Jahren die gynäkologische/geburtshilfliche Klinik, von der damaligen reinen Belegarztabteilung, zu einer Klinik aufgebaut. Ihm war es ein Anliegen, die ganzen diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in der Geburtshilfe und Frauenheilkunde auf hohem Niveau anzubieten. Die stark zugenommenen Patientinnenzahlen zeugen davon, dass die damals gewählte Strategie, am Spital Thun auch eine gynäkologisch/geburtshilfliche Abteilung aufzubauen, an der auch die Aus- und Weiterbildung von angehenden Ärzten eine grosse Bedeutung hat, richtig war.»
Die hohen Anforderungen an einen Chefarzt und Klinikleiter sowie verschiedene andere Gründe hätten es verunmöglicht, bereits heute eine definitive Nachfolgelösung zu treffen, heisst es in einer Medienmitteilung. Mit dem bisherigen Stellvertreter von Heiner Buess, Mark Isenschmid, könne eine Übergangslösung präsentiert werden, welche auf Kontinuität setze: «Auf eigenen Wunsch wird er die Funktion eines Chefarztes lediglich interimistisch übernehmen.» Er zeichne sich aus durch seine Pioniertätigkeit in der interdisziplinären Betreuung von Brustkrebserkrankten. Er gehöre zu den Gründern des «Brustzentrums Aare», an dem auch die Frauenklinik des Inselspitals sowie andere öffentliche Kliniken beteiligt seien: «Seine Managementausbildung prädestiniert ihn für die interimistische Leitung der Klinik. Ihm zur Seite steht Stefan Fink, welcher sich auf das Fachgebiet der Geburtshilfe verstärkt konzentriert und für die Qualitätssicherung in diesem Bereich verantwortlich zeichnet.»
Krebserkrankungen werden heute interdisziplinär behandelt. Referenzspital der Spital STS AG ist das Inselspital. Die Leitung der Frauenklinik des Inselspitals wird deshalb mithelfen, durch fachärztliche Unterstützung in Thun in der Gynäkologie eine moderne, minimalinvasive Krebschirurgie zu etablieren. Diese Zusammenarbeit soll auch nach der definitiven Besetzung der Chefarztstelle weitergeführt werden. Die Interimslösung wird bis längstens 30. September 2009 dauern.
Geburtenstation erweitert
Neue Anforderungen an die heutigen Bedürfnisse bezüglich Sicherheit und Erlebnis der Geburt sowie stark gestiegene Geburtenzahlen haben laut einer weiteren Medienmitteilung vom Montag 25. August 2008 eine Standardanpassung und Erweiterung der Geburtenstation im Spital Thun nötig gemacht: «Nach einer knapp achtwöchigen Bauphase kann heute die total renovierte Geburtenstation mit neu vier Gebärzimmern in Betrieb genommen werden.» Insgesamt habe die Spital STS AG 1,071 Millionen Franken in die neugestalteten Räume investiert: «Im Vordergrund standen Massnahmen, um Mutter und Kind grösstmögliche Sicherheit in angenehmer, gediegener Atmosphäre bieten zu können. Das Farb- und Lichtkonzept wirkt harmonisierend und schafft einen wohnlichen Charakter. Neben der optimalen Sicherheit steht das Eingehen auf die persönlichen, individuellen Bedürfnisse im Zentrum der Anstrengungen. Eine natürliche, familienorientierte und sichere Geburt wird in den neuen Entbindungsräumen durch die Auswahl an verschiedenen Geburtsmethoden ermöglicht. Nebst dem Gebärbett und dem Mayahocker stehen neu zwei Gebärwannen zur Verfügung. Weiter sind alle Gebärzimmer mit einer Musikanlage ausgestattet und haben eigene Dusche und WC. Die Betreuung durch erfahrenes Fachpersonal sowie eine optimale medizinische Infrastruktur zeichnet eine Geburt im Spital Thun aus. Das Hebammen- und Ärzteteam fördert und unterstützt den natürlichen Geburtsverlauf. Komplementärmedizinische Methoden wie Homöopathie oder Akupunktur haben ihren Platz ebenso wie die moderne Schmerzerleichterung. Alle diese Angebote sind eingebettet in ein innovatives geburtsmedizinisches Gesamtkonzept.» In diesem Zusammenhang wird darauf hingewiesen, dass sich werdende Eltern und andere Interessierte an den monatlich, jeweils am dritten Freitag von 19.00 bis 21.00 Uhr stattfindenden Informationsabenden, über die «Geburt im Spital Thun» orientieren könnten. Dabei bestehe die Möglichkeit zur Besichtigung der Geburten- sowie der Wochenbettstation.» Ruth Portmann, Leiterin der Gastroenterologie und Andreas Frenzer, Leitender Arzt der Gastroenterologie am Spital Thun.
Endoskopiezentrum saniert und erweitert.
Wie ebenfalls am Montag in einer Medienmitteilung verlautet, ist nach einer knapp zweimonatigen intensiven Bauphase inmitten des Spitals Thun ein neues Darm- und Magenspiegelungszentrum in Betriebe genommen worden. Insgesamt beliefen sich die Investitionskosten auf rund 1,8 Millionen Franken: «Mit der sanierten und erweiterten Gastroenterologie bietet das Spital Thun in Zukunft eine diagnostische und invasiv/therapeutische Endoskopie auf einem hohen Niveau an, was zu einer weiteren Stärkung des medizinischen Netzwerks am Spital Thun beitragen wird.»
Die Endoskopie im Spital Thun sei neben dem Inselspital das aktivste Zentrum für Magen-/ Darmspiegelungen im Kanton Bern und das wichtigste endoskopische Zentrum im Berner Oberland. Die Untersuchungszahlen hätten in den letzten zehn Jahren um rund 75 Prozent von 2297 auf 3972 zugenommen. Nicht mitgewachsen seien die 21 Jahre alten Räume in denen die Endoskopien bisher durchgeführt worden sind: «Mit der kompletten Sanierung und Erweiterung des Endoskopiezentrums wird der medizinischen Entwicklung Rechnung getragen. Das Zentrum weist heute einen modernen, zeitgemässen Untersuchungsstandard auf.»
Neben der räumlichen Sanierung und Umgestaltung sei der Ersatz von zwei Darm- und Magenspiegelungsgeräten sowie derjenige einer neuen Durchleuchtungsanlage nötig geworden, heisst es im einzelnen: «Damit wird zukünftig die Bildqualität und somit die Diagnosemöglichkeit noch einmal stark verbessert. Dank eines neuen Instrumentes ist es nun auch möglich, den gesamten Dünndarm zu untersuchen.»
In den sanierten Räumlichkeiten sollen zukünftig auch die Lungenspezialisten aus der Region ihre Lungenspiegelungen durchführen: «Damit können innerhalb des Spitals neue Synergien genutzt werden, um den Ansprüchen eines regionalen interdisziplinären Kompetenzzentrums genügen zu können.»
Weil vor allem bei den vorsorglich durchgeführten Darmspiegelungen eine sehr grosse Nachfrage bestehe, werde gerade in diesem Bereich mit weiter steigenden Patientenzahlen gerechnet: «In zunehmendem Mass werden therapeutische Eingriffe wie Entfernung von Polypen, Blutstillung, Behandlung von Steinen im Gallengang und Aufdehnung von Engnissen im Magendarmtrakt durchgeführt.»
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