| Wasseruntersuchungen: Thun und Bern spannen zusammen
Die Städte Bern und Thun arbeiten künftig im Bereich der Qualitätssicherung und Analytik von Wasseruntersuchungen zusammen. Ein entsprechender Vertrag soll laut einer gemeinsamen Medienmitteilung beweisen, dass eine verstärkte Zusammenarbeit auch zwischen grossen Gemeinden möglich und für beide Seiten gewinnbringend sei. Weitere Städte und Gemeinden sind eingeladen, sich an dieser Kooperation zu beteiligen.
sth/bns. Seit Jahrzehnten tätige die Lebensmittelkontrolle Thun mikrobiologische Untersuchungen des Trink- und Badewassers vor, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Seit der Kantonalisierung der Lebensmittelmittelkontrollen, die per 1. Januar 2008 erfolgte, wird diese Dienstleistung im eigenständigen Wasserlabor an der Allmendstrasse 8 weitergeführt. In der Stadt Bern zeichnet das Stadtlabor für diese Aufgaben verantwortlich. Im Rahmen der Qualitätssicherung und der Analytik werden die Städte Thun und Bern in Zukunft zusammenarbeiten.» Die Unterzeichnung des Vertrages dazu war laut Medienmitteilung für heute Freitag 15. August 2008 in Thun vorgesehen: «Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund der bevorstehenden Akkreditierung des Thuner Wasserlabors. Die Stadt Thun hat deshalb im Vorfeld der Neuorganisation verschiedene Lösungen geprüft, um eine möglichst rasche, effiziente und kostengünstige Akkreditierung des Wasserlabors zu erwirken.» Mit dem Stadtlabor Bern habe die Stadt Thun einen kompetenten Vertragspartner gefunden, der bereits akkreditiert sei und über langjährige Erfahrung im Bereich Qualitätssicherung und Trinkwasseranalytik verfügt.
«Attraktive Dienstleistung in der Nähe»
Das Beispiel zeige, dass auch grosse Gemeinden beziehungsweise Städte zusammenarbeiten könnten und ein gegenseitiger Synergiegewinn möglich sei, verlautet dazu im weiteren: Stephan Hügli, Direktor für Sicherheit, Umwelt und Energie der Stadt Bern: «Grundsätzlich sind solche Formen der Zusammenarbeit, wie diese jetzt zwischen Thun und Bern, sehr sinnvoll und sollten in Zukunft vermehrt angestrebt werden. Man kann damit die Leistung verbessern und zudem Geld sparen.» Angesichts veränderter Rahmenbedingungen und begrenzter, öffentlicher Ressourcen komme dem interkommunalen Austausch von Dienstleistungen und Know-how eine immer wichtigere Bedeutung zu. Und dazu Peter Siegenthaler, Gemeinderat und Vorsteher der Direktion Sicherheit der Stadt Thun: «Ich bin froh, dass es gelungen ist, den Wasserversorgungen und den Privaten im Berner Oberland eine attraktive Dienstleistung in der Nähe anzubieten. Auch die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Bern schätze ich sehr.» Spezialisten auf ihrem Gebiet
In dem organisatorisch beim Gewerbeinspektorat angesiedelten Wasserlabor Thun werden pro Jahr über 2000 Trink- und Badewasseranalysen durchgeführt, wird in der Medienmitteilung erinnert. Zu den Kunden gehörten sowohl öffentliche Wasserversorgungen als auch Private. Das Einzugsgebiet umfasse die Region Thun sowie verschiedene Gebiete im Berner Oberland. Im Bereich Badewasser biete das Wasserlabor Thun den Badeanstalten im Rahmen der Selbstkontrolle ein Untersuchungsprogramm an: «Die chemischen Wasserproben werden im Auftrag der Stadt Thun im Stadtlabor Bern untersucht. Diese Grundlage wird in den Normen des Schweizerischen Verbandes für Ingenieure und Architekten empfohlen und dient den Betreibern als nützliche Ergänzung der internen Kontrollen.» Das Stadtlabor Bern vollziehe die Umweltschutzgesetzgebung in den Bereichen Lufthygiene, Abwasseremissionen und Sonderabfallentsorgung aus Industrie und Gewerbe. Der Schadstoffgehalt der Berner Luft werde gemäss Luftreinhalteverordnung gemessen: «Die Trinkwasserqualität wird regelmässig überprüft. Das Badewasser der städtischen Bäder wird kontrolliert. Im Bereich der belasteten Standorte (Altlasten) werden die Altdeponien überwacht. Die Entsorgungshöfe werden im Bereich Sonderabfallsammlung fachlich unterstützt. In Bauten werden spezielle Schadstoffe untersucht.»
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