| Ruhezonen für die Natur im Kanderdelta Das Zusammenleben von Mensch und Natur im Kanderdelta wird besser geregelt. Die Natur erhält im rückwärtigen Teil des Deltas Ruhezonen, die Menschen dürfen das Ufer weiterhin zum Baden und Bräteln nutzen. Der Regierungsrat des Kantons Bern hat die Schutzvorschriften entsprechend angepasst. In der Gemeinde Kandersteg steht das Gebiet unterhalb des Kandergletschers neu unter Naturschutz.
Das Kanderdelta: Für die Menschen ein Freizeitparadies, für Tiere und Pflanzen ein wertvoller Lebensraum. (Bilder zvg)
pd/bns. Im Kanderdelta stiessen die gegensätzlichen Interessen von Mensch und Natur aufeinander, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Für die Menschen ist das Delta ein Freizeitparadies, für die Tiere und Pflanzen ein wertvoller Lebensraum.» Mit einer Anpassung der Schutzvorschriften wolle der Regierungsrat die unterschiedlichen Interessen besser aufeinander abstimmen: «Ein Uferstreifen von 30 bis 40 Meter ist für die Menschen ganzjährig frei zugänglich und soll als natürlicher Badestrand weiterhin zur Verfügung stehen. Der rückwärtige Teil mit den offenen Kiesflächen dagegen wird mit einem ganzjährigen Begehverbot belegt, damit die Tiere ungestört sind und die Pflanzen nicht zertrampelt werden.» Das Kanderdelta sei die einzige verbleibende hochdynamische Deltaaue im Kanton Bern mit grossem Kieseintrag, heisst es im weiteren: «Das Auengebiet weist auf rund 36 Hektaren eine grosse ökologische Vielfalt auf. Stehende und fliessende Gewässer, Sand- und Kiesbänke, Erosionsstellen sowie ein geschlossener Auenwald bilden auf engem Raum ein abwechslungsreiches Mosaik selten gewordener naturnaher Lebensräume. Im Delta findet man seltene Vogelarten wie Flussregenpfeifer und Flussuferläufer, die auf offene Kiesbänke angewiesen sind. Wohl fühlen sich auch Ringelnattern, Gelbbauchunken und Zauneidechsen. Das Kanderdelta wurde vom Bundesrat in die Auenverordnung aufgenommen und geschützt. Der Kanton ist verpflichtet, den Schutz umzusetzen.»
Im Auflageverfahren gingen laut der Medienmitteilung keine Einsprachen gegen die geplanten Vorschriften ein: «Der Kanton will im nächsten Jahr die Besucher auf die Naturwerte aufmerksam machen und über die neuen Verhaltensregeln informieren.»
Im neuen Naturschutzgebiet« Kanderfirn».
Neben dem Kanderdelta hat der Regierungsrat in der Gemeinde Kandersteg das Gebiet unterhalb des Kandergletschers bis zum Heimritz im Gasteretal zum Naturschutzgebiet «Kanderfirn» erklärt: «Das neue Naturschutzgebiet ist 209 Hektaren gross und ein Auengebiet von nationaler Bedeutung. Das gesamte Gebiet weist eindrückliche, vom Gletscher geprägte Geländeformen auf und bietet Lebensräume für verschiedene Tier- und Pflanzenarten.
|