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Dienstag 5. Februar 2008
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Jugendliche und Grossratsmitglieder reichen gemeinsame Motion ein

Der Berner Jugend-Grossratstag 2008 trägt Früchte: Grossrat Hans Michel (SVP, Brienz) und Grossrätin Christine Häsler (Grüne, Wilderswil) reichen zusammen mit Jugendlichen aus dem Berner Oberland eine Motion ein.

pd/bns. Der Regierungsrat wird mit der Motion aufgefordert, Massnahmen zu ergreifen, die garantierten, «dass Kinder und Jugendliche im Unterricht regelmässig geeignete (altersangepasste) Informationen zu Beratungsstellen erhalten sowie Kinder und Jugendliche gestärkt werden, indem Themen wie häusliche Gewalt, sexuelle Übergriffe, Mobbing, familiäre Probleme, Drogen und so weiter in geeigneter (altersangepasster) Form im Unterricht thematisiert werden».

«Am jährlich stattfindenden Berner Jugend-Grossratstag treffen sich Grossratsmitglieder und Jugendliche zum Gespräch» wird in einer Medienmitteilung erinnert: Der Austausch sei zwar immer für beide Seiten informativ und interessant, über spannende Gespräche gingen die Zusammenarbeit dann allerdings meist nicht hinaus: «Nicht so in diesem Jahr. Ein besonders engagiertes und fruchtbares Gespräch führten Jugendliche aus dem Berner Oberland mit den beiden Grossratsmitgliedern Hans Michel und Christine Häsler. Bereits in der Diskussionsrunde erarbeiteten die Jugendlichen gemeinsam mit den beiden Ratsmitglieder eine Motion, die nun von Grossrat Michel und Grossrätin Häsler eingereicht wird.»

Die Begründung der Motion im Wortlaut: «Die Diskussionen am Jugend-Grossratstag haben uns aufgezeigt, dass Kinder und Jugendliche in schwierigen und belastenden Lebenssituationen oft nicht wissen, an wen sie sich wenden und wo sie Informationen und Hilfe erhalten können. Gerade bei häuslicher Gewalt oder sexuellem Missbrauch aber auch bei familiären Problemen verhindern Scham und Druck des Umfelds oft, dass Kinder und Jugendliche sich Lehr- oder anderen Bezugspersonen anvertrauen. Die Kontakte zu offiziellen Beratungsstellen sind Kindern und Jugendlichen aber viel zu wenig bekannt. – Unseren Gästen am Jugend-Grossratstag war es ein sehr wichtiges Anliegen, dass der Kanton sich dieser Problematik annimmt. Die Jugendlichen waren der Ansicht, dass bereits die jährlich erfolgende Abgabe eines Verzeichnisses von Beratungsstellen für Kinder und Jugendliche, eine grundsätzliche Hilfestellung bieten könnte. Gleichzeitig war den Jugendlichen aber auch sehr wichtig, dass die Sorgen von Kindern und Jugendlichen ernst genommen und im Unterricht thematisiert werden und dass damit – zusammen mit der Bekanntgabe der Beratungsstellen – die Schwelle zu Beratung und Hilfe möglichst tief gehalten wird.»
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