| pd/bns. Noch sei die Flussbewohnerin mit den auffällig schimmernden Flügeln in der Schweiz nicht gefährdet, heisst es in einer Medienmitteilung: «Doch braucht sie dringend neue, renaturierte Lebensräume. Denn das Verschwinden nimmt bereits seinen Anfang. Pro Natura tut etwas dagegen.»
Gebänderte Prachtlibellen sind als ausgewachsene Tiere zwischen viereinhalb und fünf Zentimeter lang, ihr Körper schimmert blau und ihre Flügel haben ein dunkelblaues Band. (Bild zvg)
Die Gebänderte Prachtlibelle zählt laut Pro Natura zur glücklichen Hälfte der Arten in der Schweiz, die (noch) nicht gefährdet sei. Als farbenprächtige Flugkünstlerin sei das Pro-Natura-Tier des Jahres 2008 eine besondere Erscheinung an den Ufern der Schweizer Flüsse: «Damit das so bleibt, benötigt das Tier des Jahres 2008 ruhige Flussabschnitte mit Uferpflanzen wie Röhricht und einzelne Erlenbüsche sowie Wasserpflanzen, die sich mit der Strömung bewegen. Natürliche Flusslandschaften bieten der Gebänderten Prachtlibelle genau das, was sie braucht. Weil diese Flusslandschaften in der Schweiz zur Mangelware werden, hat Pro Natura das prächtige Fluginsekt zum Tier des Jahres 2008 gemacht.»
Flug an neue Ufer
Natürliche Fliessgewässer seien das Lebenselixier, nicht nur für die Gebänderte Prachtlibelle, verlautet im weiteren: «Das Überleben von rund 50 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten hängt von solchen ab. Pro Natura engagiert sich deshalb für natürliche Wasserlandschaften. Zum Beispiel am Galdikanal bei Steg (Kanton Wallis): Der ehemals unnatürlich enge Kanal wurde naturnah umgestaltet und bietet auch der Gebänderten Prachtlibelle wieder ein Zuhause. Heimisch fühlen kann sich das Tier des Jahres 2008 auch im Kanton Baselland. Die frühere Aue «Steinrieselmatte» an der Birs wurde im Rahmen der Pro-Natura-Kampagne «Befreit unsere Flüsse!» renaturiert. Das sind zwei von rund 50 Beispielen, wo Pro Natura mit ‹Befreit unsere Flüsse!› neue Wasserwelten und Lebensräume für so unterschiedliche Arten wie den Biber oder die Gebänderte Prachtlibelle schafft.»
Das Tier des Jahres 2008 kommt nach Angaben von Pro Natura vorwiegend nördlich der Alpen und im Wallis vor. Im Tessin lebe eine Unterart (Calopteryx splendens caprai): «Diese ist heute vom Aussterben bedroht. Aber auch im Mittelland hat das Verschwinden einzelner Populationen der Hauptart bereits eingesetzt.»
Libellen können nicht stechen
Entgegen alter Mythen können laut der Medienmitteilung Libellen – auch die Gebänderte Prachtlibelle – nicht stechen: «Lange Zeit wollte man das nicht wahrhaben. Die grösseren Arten der beeindruckenden Luftinsekten surren wild herum und versetzten früher die Leute in Furcht und Schrecken. Daher trugen diese so klingende Übernamen wie ‹Satansbolzen›, ‹Augenstecher›, ‹Teufelsnadeln› oder ‹Ohrenschiesser›. Die Eleganz der Gebänderten Prachtlibelle mag solche Mythen vergessen machen.»
Steckbrief der Gebänderten Prachtlibelle
Gebänderte Prachtlibellen sind nach Angaben von Pro Natura als ausgewachsene Tiere zwischen viereinhalb und fünf Zentimeter lang, ihr Körper schimmert blau und ihre Flügel haben ein dunkelblaues Band: «Mit ihrer auffälligen Flügelbemalung ähnelt das Tier des Jahres 2008 im Flug einem Schmetterling. Oft erst auf den zweiten Blick erkennt man in ihm die Libelle. Die Gebänderte Prachtlibelle entwickelt sich in unterschiedlichen Gefilden. Sie wächst von einer im Wasser lebenden Larve zu einer wahren Künstlerin der Lüfte, die sich vor allem an langsam fliessenden, warmen Wasserläufen aufhält. Gebänderte Prachtlibellen brauchen üppig bewachsene Ufer zum Überleben. Dort schlüpfen die Jungen, reifen heran und vollbringen zwischen Ende Mai und Anfang September ihre Flugkünste. Als einziges Insekt können Libellen auch rückwärts fliegen.»
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