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Sesselbahn Fallboden erst im nächsten Winter wieder in Betrieb

Weil nach dem Unglück bei der Sesselbahn Fallboden weitere betriebliche und technische Massnahmen umgesetzt werden sollen, nimmt die Bahn den Betrieb in dieser Wintersaison nicht mehr auf.

pd/bns. Die Umsetzung der Massnahmen nimmt laut einer Medienmitteilung teils mehr Zeit in Anspruch als vorerst angenommen: «Deshalb entschieden die Verantwortlichen der Jungfraubahnen, den Betrieb der Bahn in dieser Wintersaison nicht mehr aufzunehmen.» Nach dem Unglück bei der Sesselbahn Fallboden – siehe unter anderem Wiederinbetriebnahme mit Auflagen vom Mittwoch 9. Januar 2008 sowie Tödlich verletzter Mann identifiziert vom Freitag 4. Januar 2008 – sind nach Angaben der Jungfraubahnen die Prüfung der Masten, Sessel und des Seils erfolgt: «Sie verliefen positiv.» Unter anderem wollten die Jungfraubahnen bei der Sesselbahn Fallboden die Rollen mit überstehenden Bordscheiben ausrüsten. Mit diesen Scheiben soll das Risiko einer Seilentgleisung zusätzlich reduziert werden: «Mit der Massnahme gehen die Jungfraubahnen bewusst über die Vorschriften der Sesselbahnverordnung hinaus. Der Umbau der Rollen kann auf Grund der Materialbeschaffung und der Montage mit relativ hohem Zeitbedarf aber erst im kommenden Sommer erfolgen. Deshalb wird der Betrieb der Sesselbahn Fallboden diesen Winter nicht mehr aufgenommen. Dafür sollen die Skizüge nach Eigergletscher bei Bedarf verstärkt werden, weil der Gästetransfer zum Skilift Salzegg von der Sesselbahn Fallboden nicht mehr gewährleistet werden kann.»

Weitere Abklärungen
Die weiteren technischen Massnahmen wie Seilprüfung, Sessel- und Mastprüfung haben laut der Medienmitteilung aufgezeigt, dass die Bahn durch das Unfallereignis keinen Schaden genommen habe: «Auch die geometrische und geodätische (Standort) Vermessung des Masten 11, wo das Seil aus den Rollen sprang, ergab einen positiven Befund. Im Bezug auf die Überschlagsicherung (verhindert Verdrehen der Rollenbatterie) sind die weiteren Abklärungen noch im Gang.»

Zusätzliche Windmesseinrichtungen
Zudem hätten sich die Jungfraubahnen für folgende betriebliche Massnahmen bei der Sesselbahn Fallboden entschieden, verlautet im weiteren: «Es werden zusätzliche Windmesseinrichtungen installiert, die auch die Windrichtung anzeigt. Weitere Windprognosen (Leitsystem Jungfraubahn, Windprognose Jungfraubahn) werden kumulativ als Entscheidungshilfe beigezogen. Die Windgrenzwerte können dank der oben genannten Massnahmen auf dem heutigen branchenüblichen Stand (Windwarnung 40 Kilometer pro Stunde und Windalarm 60 Kilometer pro Stunde) belassen werden.»

Kosten- und Versicherungsfragen
Gesamthaft kosten nach Angaben der Jungfraubahnen die Reparaturarbeiten und die Umsetzung all dieser Massnahmen zwischen 250 000 und 300 000 Franken. Dazu kämen die Kosten für den Personenschaden. Diese könnten aber noch nicht beziffert werden: «Die 75 evakuierten Personen wurden von den Jungfraubahnen im Anschluss an den Unfall persönlich angeschrieben. In dem Brief erhielten sie auch Angaben zu Versicherungsfragen. Die Jungfraubahnen behandeln alle Anfragen unkompliziert und kulant.»

Angaben zur Sesselbahn Fallboden. Die Sesselbahn Fallboden erhielt ihre erste Konzession 1982. Im Jahr 2002 wurde die Sesselbahn von einer Dreier- auf eine Zweiersesselbahn umgebaut. 2002 erteilte das Bundesamt für Verkehr (BAV) die Konzession bis zum 31. Oktober 2022. Die Betriebsbewilligung wurde im Jahr 2005 für die Dauer der Konzession, also ebenfalls bis 2022, verlängert. Die Sesselbahn hat eine Förderleistung von 1050 Personen pro Stunde und eine maximale Fahrgeschwindigkeit von 2,3 Meter in der Sekunde. Die Länge der Sesselbahn beträgt 1493 Meter. Der höchste Mast ist 14 Meter hoch. Die Bahn wurde von der Firma Küpfer als Dreiersesselbahn gebaut. Den Umbau und die Renovation im Jahr 2002 wurde von der Garaventa AG durchgeführt. Die Bahn verfügt über 190 Sessel und 17 Masten.
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