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Zusätzliche Massnahmen gegen das Verbrennen von Abfall in Holzfeuerungen

Der Regierungsrat des Kantons Bern hat zusätzliche Massnahmen gegen das Verbrennen von Abfall in Holzfeuerungen beschlossen. Ab 1. September 2008 werden die Kaminfeger im Rahmen der ordentlichen Reinigungen die Feuerungen zusätzlich auf das Verbrennen von ungeeigneten Brennstoffen kontrollieren.

aid/bns. Im Kanton Bern werden laut einer Medienmitteilung jedes Jahr 3500 bis 7000 Tonnen brennbare Abfälle illegal entsorgt, zu einem grossen Teil in privaten Holzfeuerungen. So gelangten hochgiftige Stoffe wie Dioxine oder Furan in die Luft. In Kehrichtverbrennungsanlagen würden diese Gifte hingegen in Filtern zurückgehalten. Oft seien sich die Betreiber gar nicht im klaren darüber, welche Belastungen der Umwelt sie damit verursachen: «Allgemeine Informationen und Appelle haben nicht die erwünschten Verbesserungen gebracht.» Deshalb würden zusätzliche Kontrollen eingeführt. Diese nähmen die Kaminfeger bei den ordentlichen Kontrollen und Reinigungen vor. So entstehe für die Hauseigentümer normalerweise nur ein geringer Aufwand. Nach dem Verursacherprinzip würden ihnen zudem Gebühren auferlegt, wenn die Kontrollen Mängel aufzeigten. «Die neuen Vorschriften finden sich in der Lufthygieneverordnung, die der Regierungsrat total revidiert hat; sie treten am 1. September 2008 in Kraft.»

In Holzfeuerungen dürfe nur naturbelassenes Stückholz, wie Scheiter aus trockenem Nadel- oder Laubholz, verbrannt werden, wird im weiteren erinnert: « Erlaubt sind auch bindemittelfreie Briketts aus naturbelassenem Holz oder Pellets. Kein Brennstoff für Holzfeuerungen sind Zeitungen und Karton, Holz von Paletten und von Kisten oder Altholz von Möbeln oder aus Gebäuderenovationen.»

Der Kanton will laut der Medienmitteilung selber bei der Luftreinhaltung mit gutem Beispiel vorangehen. Als Schwerpunkte im laufenden Jahr werden genannt:
–  Zur Reduktion der Feinstaubbelastung sollen die kantonseigenen Holzfeuerungen vorzeitig mit Partikelabscheidern ausgerüstet werden. Dazu wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben.
–  Im Rahmen eines Technologieprojektes werden 25 landwirtschaftliche Fahrzeuge mit Partikelfiltern ausgerüstet und zwei Jahre in der Praxis getestet. Damit sollen wichtige Erfahrungen für die Ausrüstung von Traktoren mit Partikelfiltern gewonnen werden. Im Gegensatz zu den Baumaschinen, für deren Partikelfiltertechnologie die langjährigen Erfahrungen im Untertagebau genutzt werden konnten, bestehen nämlich für die Aus- und Nachrüstung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen noch Wissenslücken. Das Projekt wird vom Bundesamt für Umwelt und von der Forschungsanstalt Argroscope Reckenholz-Tänikon unterstützt.
–  Ab Juli veröffentlicht der Kanton monatlich Luft-Tipps für umweltgerechtes Verhalten.

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