| Projekt zur Steigerung der Stromproduktion lanciert
Die Jungfraubahn AG will die Leistung ihres hundertjährigen Kraftwerks in Lütschental markant steigern. Für zehn Millionen Franken sollen die fünf alten Turbinen durch zwei moderne Mehrstrahlmaschinen ersetzt werden. Die Stromproduktion steigt damit um 50 Prozent. Die Inbetriebnahme ist per Anfang 2010 vorgesehen.
Die hundertjährigen Turbinen im Kraftwerk der Jungfraubahn AG in Lütschental. (Bild zvg)
pd/bns. Die jährliche Stromproduktion wird laut einer Medienmitteilung der Jungfraubahnen durch den Leistungsausbau um 18 Millionen Kilowattstunden erhöht. Diese Energiemenge entspreche dem Verbrauch von 4500 Haushaltungen: «Zur Erzeugung dieser Strommenge müsste ein thermisches Kraftwerk jährlich rund fünf Millionen Liter Öl verbrennen.» Die Kraftwerkleistung werde von 6,6 auf 11,5 Megawatt erhöht. Die dafür benötigte zusätzliche Wassermenge könne der Schwarzen Lütschine während des Sommerhalbjahres ohne Veränderung der Restwassermenge entnommen werden: «Energieerzeugung erfolgt zu hundert Prozent mit sauberer Wasserkraft und liefert damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.»
Die im Jahr 2005 erneuerte Wehranlage in Burglauenen sei in der Lage, die grössere Wassermenge ohne Veränderung der Staukote (Staupegel) zu bewältigen, verlautet im weiteren: «Auch die Druckleitung, der Freispiegelstollen und das Wasserschloss müssen für den Leistungsausbau nicht verändert werden. Das Projekt führt somit zu keinen Beeinträchtigungen in bezug auf Natur und Umwelt. Ein entsprechender Umweltverträglichkeitsbericht liegt vor.»
Das Konzessionsgesuch wurde nach Angaben der Jungfraubahnen vor kurzem beim Wasserwirtschaftsamt des Kantons Bern eingereicht. Mit der Konzessionserteilung werde im Laufe des Jahres 2009 gerechnet. Die Inbetriebnahme der neuen Anlage sei für den Frühling 2010 geplant: «Die Lieferfristen für Kraftwerkkomponenten sind heute derart lang, dass eine raschere Umsetzung des Projekts nicht realisierbar ist.»
Das Kraftwerk der Jungfraubahn AG sei im Jahr 1908 für die Deckung des Bahnstrombedarfs der Jungfraubahn in Betrieb genommen worden, wird in der Medienmitteilung erinnert. Heute verfüge das Kraftwerk über ein eigenes Mittelspannungsnetz und versorge neben den eigenen Bahnbetrieben auch die Gemeinden Lütschental und Gündlischwand.
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