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Spitex Meiringen: Mehr Einsätze – schwierigeres Umfeld

Der Spitex-Krankenpflegeverein Meiringen hat im Jahr 2007 für die Gemeinden Meiringen und Schattenhalb in 164 Fällen 8227 Arbeitsstunden geleistet. Die Rahmenbedingungen werden zusehends schwieriger.

pd/bns. Wie Vereinspräsident Heinz Witschi im Jahresbericht schreibt, wird der Druck auf die kleineren Spitexorganisationen im Kanton Bern weiter zunehmen. Vergangenes Jahr hatten die Delegierten des kantonalen Spitexverbandes detailliert beschriebene Standards mit Indikatoren verabschiedet: «Die städtisch geprägten Organisationen zwangen damit einmal mehr den im peripheren und dünn besiedelten Gebiet tätigen Institutionen ihren Willen auf», hält Witschi fest. Es sei davon auszugehen, dass die zuständigen Organe des Kantons Bern bei der vorgesehenen Erteilung künftiger Betriebsbewilligungen einen Teil dieser Verbandsvorgaben übernehmen werden. Verschiedene Voraussetzungen könnten von kleineren Organisationen nur mit Mühe und grossem Aufwand erfüllt werden. Deshalb sei ein Zusammenschluss der Spitexvereine im Oberhasli als sinnvoll zu beurteilen. «Eine Fusion bedarf indessen der gründlichen Vorbereitung, soll sie nicht (nur) als Zwang und Diktat empfunden werden», schreibt Witschi weiter. Ein Zusammenschluss über die Region hinaus würde aber zurzeit keine entscheidenden Vorteile bringen.

Schärfere Vorschriften
Zuspitzen werde sich auch die personelle Problematik. Vereinspräsident Heinz Witschi spricht damit die verschärften Vorschriften in Bezug auf die fachliche Qualifikation des Pflegepersonals an, welche die Versicherer und teilweise auch die Berufsverbände und Behörden durchgesetzt haben. Mit diesen Vorschriften wird namentlich der Einsatz von Krankenschwestern mit Fähikeitsausweis SRK beziehungsweise Diplomniveau 1 in Frage gestellt. Mit den Auswirkungen der neuen Vorschriften «wird in Kauf genommen, dass in der Praxis langjährig bewährte Mitarbeitende ihre Tätigkeit aufgeben», schreibt Heinz Witschi. Nachwuchs an diplomiertem Personal sei aber je länger je weniger in Sicht. Als Konsequenz müsse das schweizerische Gesundheitswesen immer mehr Pflegepersonal aus dem Ausland zulassen. Dieses fehle dann aber in deren Heimatländern, und zudem könnten deren Diplome nicht in jedem Fall bis ins Detail überprüft werden.

Statistisches
Im vergangenen Jahr leistete der Spitex-Krankenpflegeverein Meiringen insgesamt 12 706 Einsätze (2006: 12 493 Einsätze). 7570 (7183) Mal rückten die Spitex-Mitarbeiterinnen zu Pflegeverrichtungen aus, 5136 (5310) Mal wurde ihre Hilfe für die Hauspflege beziehungsweise für die Haushalthilfe angefordert. Der kürzeste Einsatz dauerte 55 (25) Minuten, der längste Einsatz erstreckte sich über 576 (369) Stunden. Die für die beiden Gemeinden Meiringen und Schattenhalb geleisteten Stunden, inklusive Administration, Rapporte, Weiterbildung und Wegzeiten, stiegen von 11 259 auf 12 104. Die Dienste der Spitex wurden überwiegend von Personen ab 80 Jahren in Anspruch genommen (97 Fälle), gefolgt von der Altersgruppe der 65- bis 79jährigen (42 Fälle) und der 20- bis 64jährigen (25 Fälle). Im Jahr 2007 beschäftigte der Verein 13 Mitarbeiterinnen mit total 6,86 vollen Stellen. Die Anzahl der Vereinsmitglieder blieb im Berichtsjahr mit 353 Personen nahezu unverändert.

Beiträge beansprucht
Die Auslastung der Vereinsteams war auch 2007 unverändert gut. Allerdings steht dem mit Mehrleistungen verbundenen Zusatzaufwand – wie im schweizerischen Gesundheitswesen üblich – kein ausreichender Mehrertrag gegenüber, weil insbesondere der administrative Aufwand nicht abgegolten wird. Namentlich sind dies zum einen Arbeiten im Verwaltungs- und Finanzbereich, zum andern die Erarbeitung von Standards und Prozessen durch das Pflegepersonal.

Für das Jahr 2007 war ein Betriebsbeitrag von 64 700 Franken budgetiert; effektiv schliesst die Rechnung bei einem Umsatz von rund 650 000 Franken mit einem Betriebsbeitrag von 91 334 Franken, wofür Beiträge der Lastenverteilung Fürsorge über die Gemeinden Meiringen und Schattenhalb beansprucht werden mussten. Nach den Vorgaben der Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern wäre ein lastenausgleichsberechtigtes Defizit von rund 272 000 Franken zulässig gewesen.
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