 |
| Szene aus der Schlacht bei Murten im Jahr 1476. Im Kampf gegen schwere Reiterei und gepanzerte Kämpfer formierten sich die Eidgenossen zu Gewalthaufen und konnten mit Langspiessen eine Art «Igelwand» bilden. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
|
Sonderausstellung des Zinnfigurenmuseums Interlaken Das Mittelalter en miniature: Das Zinnfigurenmuseum Interlaken bietet bis voraussichtlich Ende 2009 in einer neuen Sonderausstellung ein breites Mosaik an mittelalterlichen Szenen aus der Zeit in den Jahren von 700 und 1500.
Ausstellungsgestalter Hans-Peter von Peschke vor einer Vitrine, die unter anderem den Bau der Burg Ringgenberg im Jahr 1230 zeigt.
ds/pd/bns. Die Welt des Mittelalters in Zinn habe schon seit dem 19. Jahrhundert Kinder und Erwachsene als Spielzeug und kulturhistorisches Sammelobjekt fasziniert, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Getreu seiner Absicht, Geschichte en miniature in kleinen Szenen abzubilden, lädt das Zinnfigurenmuseum Interlaken zu einem kleinen Spaziergang durch die Welt des Mittelalters ein und versucht dabei auch, die Geschichte unseres Kantons einzubeziehen. Da ist einmal die Christianisierung angefangen von dem sagenhaften Kampf des heiligen Beatus mit dem Drachen über die kleinen Fehden und Feste der Freiherren von Ringgenberg bis hin zu den ganz grossen Kämpfen der Eidgenossen mit den Habsburgern und Karl dem Kühnen. Aber auch der Alltag kommt nicht zu kurz: Hochzeit und Feste, Pest und Pranger, der Bau eines Fachwerkhauses und die Brandbekämpfung, der Blick in die Werkstatt der Handwerker und von Künstlern wie Tilmann Riemenschneider.»
Das Kloster Interlaken, das seit dem Jahr 1224 dem Schutz der aufstrebenden Stadt Bern unterstellt war, wurde zu einem der grössten Grundbesitzer in der näheren und weiteren Umgebung.
Die vom Historiker und Jugendbuchautor Hans-Peter von Peschke und dem Theologen Ernst Axel Knauf, Professor für Altes Testament und Biblische Archäologie gestaltete Sonderausstellung «Mittelalter en miniature» – zusammen mit dem teilweise neu gestalteten Mittelalterteil der Dauerausstellung rund 20 000 Zinnfiguren – ist bis voraussichtlich Ende 2009 zu sehen. Die Sonderausstellung soll Lust machen auf einen Rundgang in den herrlich restaurierten Räumen der Probstei Interlaken durch die Geschichte, «die in Tausenden von Zinnfiguren dargestellt ist – von den Pfahlbauern bis zu den Indianern Nordamerikas, von Odysseus über Wilhelm Tell und Elisabeth II., von grossen Schlachten und kleinen kulturellen Ereignissen». Aus einem Gesamtbestand von rund 110 000 Zinnfiguren ist in Interlaken, einer der grössten Zinnfigurenausstellungen in Europa, rund die Hälfte ausgestellt.
Zinnfigurenmuseum Interlaken. Die Ausstellung ist bis Mitte Oktober von Dienstag bis Freitag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, eine Führung ist auch bei Voranmeldung unter 033 823 13 32 möglich.
|