| Kommandant der Luftwaffe tritt zurück
Nach dem Schlauchbootunglück auf der Kander bei Wimmis vom 12. Juni 2008 mit vier Toten und einem nach wie vor vermissten Offizier hat der Kommandant der Luftwaffe, Korpskommandant Walter Knutti, dem Chef der Armee seine Rücktrittserklärung zuhanden des Gesamtbundesrates eingereicht.
pd/bns. Ausschlaggebend für diesen Entscheid sind laut einer Medienmitteilung vorschriftswidrige Abläufe in der Kaderselektion bei der Luftwaffe. Diese seien nach dem Bootsunglück vom 12. Juni 2008 bei internen Überprüfungen zutagegetreten. Der Chef der Armee, Korpskommandant Roland Nef, wolle Ordnung durchsetzen, verlautet dazu. Nef habe an einer Medienkonferenz vom Freitagabend um 17 Uhr in Bern den sofortigen Rücktritt des Kommandanten der Luftwaffe, Korpskommandant Walter Knutti, bekanntgegeben: «Grund sind reglements- und weisungswidrige Abläufe in der Kaderselektion der Luftwaffe.» So seien dem Chef der Armee nicht gemäss den gültigen Bestimmungen selektionierte Kandidaten für Generalstabslehrgänge vorgeschlagen worden: «Unter den regelwidrigen Vorschlägen für die Generalstabsausbildung war auch der Kommandant der vom Bootsunglück auf der Kander betroffenen Lufttransport-Sicherungskompanie 3: «Der Chef der Armee hat diesen Kandidaten noch vor dem verhängnisvollen Unfall auf der Kander zurückstellen lassen, weil er das für die Einberufung in den Generalstabslehrgang 1 erforderliche Mindestalter nicht erfüllt.»
Die Verantwortung für die Selektion von geeigneten Generalstabskandidaten und den Vorschlag zu deren Generalstabsausbildung an den Chef der Armee liege bei den Direktunterstellten des Armeechefs, heisst es in der Medienmitteilung: «Im vorliegenden Fall trägt der Kommandant der Luftwaffe, Korpskommandant Walter Knutti, die Verantwortung für die festgestellten Mängel.» Aus diesem Grund habe der Kommandant der Luftwaffe dem Chef der Armee seine sofortige Demission zu Handen des Gesamtbundesrates eingereicht.
Korpskommandant Roland Nef betonte laut der Medienmitteilung am Freitag in Bern, «dass er mit der Durchsetzung der Ordnung in der Schweizer Armee sicherstellen will, dass die Armee fähig bleibt, ihre Aufträge zu erfüllen». Dadurch soll das Vertrauen in die Armee aufrechterhalten bleiben: «Der Chef der Armee sprach dem scheidenden Kommandanten der Luftwaffe seinen Dank aus für den grossen Einsatz und die geleistete Arbeit. Der Rücktritt aus Loyalität zur eigenen Pflicht sei anzuerkennen. Ab sofort wird die Luftwaffe interimistisch durch den Chef Einsatz, Divisionär Markus Gygax, geführt.»
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