| Brienz bleibt vorerst bei Haslital-Tourismus
Der Gemeinderat von Brienz hat entschieden, die auf 31. Dezember 2008 auf Antrag des Hoteliervereins Brienz gekündigte Leistungsvereinbarung mit Haslital-Tourismus für die Jahre 2009 und 2010 zu erneuern. Haslital-Tourismus betrachtet damit die Diskussion um die Destinationszugehörigkeit von Brienz als beendet.
Willkommen im Haslital. (Archivbild Peter Schmid)
pd/bns. Die Interessengemeinschaft Tourismus Brienz (IGTB) habe auch nach wiederholten und intensiven Gesprächen mit den Gemeindevertretern von Brienz und anderen involvierten Organisationen keinerlei fundierten Entscheidungsgrundlagen präsentiert, weder für einen touristischen Alleingang von Brienz noch für andere Zusammenarbeitsformen, zum Beispiel mit der Tourismusorganisation Interlaken, heisst es in einer Medienmitteilung des Brienzer Gemeinderates: «Der Gemeinderat könne sich beim besten Willen nicht auf vage Erklärungen abstützen.» Damit nehme der Gemeinderat von Brienz seine Verantwortung wahr, denn die Planung des Tourismusjahrs 2009 müsse sofort an die Hand genommen werden: «Andere, geschweige denn bessere touristische Zusammenarbeitslösungen zeichnen sich innert nützlicher Frist nicht ab.» Die Zeit dränge, die touristische Zukunft von Brienz müsse jetzt sichergestellt werden, erklärt laut der Medienmitteilung Gemeinderatspräsident Peter Flück den Entscheid des Gemeinderates.
«Die von der Interessengemeinschaft Tourismus Brienz angekündigten Initiativen mit der Forderung, Kurtaxen und Tourismusförderungsabgaben an die IGTB zu bezahlen ohne dabei die möglichen zukünftigen Strukturen mit Grobbudget aufzuzeigen, scheinen dem Gemeinderat zu wenig seriös», verlautet dazu im einzelnen. Ausserdem könne ein solcher Entscheid im politischen Ablauf sicher nicht vor Ende September 2008 rechtskräftig werden. Bis dahin sei die Planung 2009 in allen Destinationen längstens abgeschlossen und Brienz würde zwischen Stuhl und Bank fallen.
Ferner wird darauf hingewiesen, der Regierungsrat des Kantons Bern plane in Zukunft eine Verdichtung der Tourismusdestinationen und beabsichtige, die Verordnung zum Tourismusförderungsgesetz per 1. Januar 2010 zu revidieren. Das heisse, nicht das Abspalten, sondern im Gegenteil das Zusammenrücken werde vom Regierungsrat gefordert. Auch die finanziellen Mittel (Beherbergungsabgaben) würden nur an die vom Kanton verlangten Destinationen verteilt. Der Gemeinderat von Brienz unterstütze die vom Regierungsrat geforderte Destinationsverdichtung vollumfänglich: «Der Gemeinderat ist aber der Meinung, dass Brienz zusammen mit Haslital-Tourismus, in die Verhandlungen eintreten muss, und nicht als einzelnes Dorf ohne Destionationsstatus. Aus diesem Grund fordert der Gemeinderat Brienz die Verantwortlichen bei Haslital-Tourismus dazu auf, den Destinationsverdichtungsprozess offensiv anzugehen.» Der Gemeinderat Brienz sichere mit seinem Entscheid, die Leistungsvereinbarung mit Haslital-Tourismus für die nächsten zwei Jahre zu erneuern, dass Brienz auch in den nächsten Jahren in Imprimaten und Werbemitteln präsent sei. Der Gemeinderat zeige sich überzeugt. Dieser Schritt gewähre allen Beteiligten die nötige Zeit und Ruhe, um für Brienz das geeignetste und von allen Seiten abgestützte touristische Umfeld zu finden.
Auch Haslital-Tourismus befürwortet und unterstützt laut einer Medienmitteilung die Strategie zur Destinationsverdichtung des Kantons Bern: «Haslital Tourismus ist zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Interessengemeinschaft Tourismus Brienz bereit. Die IGTB werde eingeladen, die Tätigkeit der Dorfkommission aktiv mitzugestalten, bei Vakanzen Mitglieder für den Vorstand von Haslital-Tourismus zur Wahl vorzuschlagen, Einsitz im Marketingausschuss der Destination zu nehmen und so über die Marketingaktivitäten mitzubestimmen, die Interessen von Brienz in der Destination durch einen regelmässigen Meinungsaustausch zu vertreten sowie den Prozess zur Destinationsverdichtung aktiv zu unterstützen.
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