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| Auf der Mauerkrone ist eine neue Aussichtsterrasse geschaffen worden, die gleichermassen Ausblicke auf Ringgenberg und Brienzersee wie auch einen Einblick ins Turminnere gewährt. (Bilder Dora Schmid-Zürcher) |
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Die Burgruine Ringgenberg ist restauriert
Die Restaurierung der Burgruine Ringgenberg ist nach gut zweijähriger Bauzeit abgeschlossen. Neben der Sanierung wurde für die Besucher im Turm eine Treppe eingebaut, die zu einer neuen Aussichtsplattform auf der Mauerkrone führt. ds/aid/bns. Zum Abschluss der Restaurierung laden die evangelisch-reformierte Kirche Ringgenberg und der Archäologische Dienst des Kantons Bern am 4. und 5. Juli 2008 zu einem grossen Mittelalterfest mit verschiedenen Attraktionen ein. Neben der Sanierung sei das Wahrzeichen von Ringgenberg auch für die Besucher aufgewertet worden, verlautete am Montag an einer Medienorientierung. Neben der Sanierung seien Verbesserung für die Besucher zentraler Teil der
Arbeiten gewesen: « So konnte durch den Einbau einer Stahltreppe in den Turm – sie benützt aussen im
Burghof den ursprünglichen Ort – auf Höhe des ehemaligen Festsaals eine Galerie und oben auf
der Mauerkrone eine neue Aussichtsterrasse geschaffen werden.» Ausserdem soll noch in den nächsten Tagen ein Besucherleitsystem mit Informationstafeln und -stelen mit Informationen zur Geschichte und Archäologie der Burg eingerichtet werden: «Schliesslich liegt demnächst auch ein Flyer in deutscher und englischer Sprache auf. Bereits erhältlich ist eine 28seitige Broschüre über Geschichte und Restaurierung der Burgruine Ringgenberg.»
Im Burghof der restaurierten Ruine vor dem neuen Treppenaufgang. Von links nach rechts: Armand Baeriswyl, Bereichsleiter des Archäologischen Dienstes des Kantons Bern (ADB), Ringgenbergs Kirchgemeindepräsidentin Vreni Steiner, in mittelalterlichem Outfit ADB-Ressortleiter Daniel Gutscher und Pfarrer Andreas Schiltknecht (Arbeitsgruppe Restaurierung).
Finanziert wurde die Restaurierung vom Eigentümer der Burg, der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Ringgenberg, mit Zuschüssen des Lotteriefonds des Kantons Bern und des Bundesamtes für Kultur sowie mit zahlreichen privaten Spenden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 800 000 Franken. Davon entfallen laut Finanzierungskonzept – siehe auch Burgruine Ringgenberg: Touristische Aufwertung mit Besuchersteg? vom Mittwoch 31. Mai 2006 – 675 000 Franken auf reine Konservierungs- und Dokumentationsarbeiten. Daran beteiligen sich laut Finanzierungskonzept der Kanton über den Lotteriefonds mit 300 000 Franken, der Bund mit 163 000 Franken und Pro Patria mit 15 000 Franken. Bei einem Gesamtaufwand von zirka 800 000 Franken erfuhr das Bauwerk – unterstützt durch weitere Partner – mit einem Besuchersteg eine touristische Aufwertung.
Ein einzigartiges Ensemble: Die restaurierte Burgruine und die Kirche Ringgenberg. (Bild Peter Schmid)
Die Burgruine Ringgenberg – zusammen mit der Kirche ein einzigartiges Bauwerk – sei eine der bedeutendsten Burganlagen im Kanton Bern, wurde an der Medienorientierung am Montag erinnert. Bekannt sei sie wegen ihrer prominenten Lage über dem Brienzersee und weil sie Sitz des Minnesängers Johannes von Ringgenberg (zirka 1270 bis 1350) war.
Unter Ausnützung der Ringmauern erfolgte nach Angaben des Archäologischen Dienstes in den Jahren 1670/71 der Einbau der heutigen Kirche: «Einzig das östliche Drittel der Südmauer und die Ostmauer mussten neu errichtet werden. Der einstige
Burghof wurde nach dem Kirchenbau 1695 zum Friedhof umgenutzt und hat heute ein gegen
zwei Meter höheres Bodenniveau als ursprünglich. Für die Friedhofnutzung wurde in die Ostseite
des Turmes eine grobschlächtige Öffnung herausgebrochen (1946/49 zum Tor ergänzt). Die
niedrigen Zinnen der südlichen Hofmauer könnten Hinweis auf das Mitwirken des Kriegsrates
sein.» Letztmals sei die Burgruine in den vierziger Jahren umfassend renoviert worden: «Weil akute Steinschlaggefahr bestand und die Mauerkronen undicht waren, wurden in den Jahren 2006 bis 2008 umfassende Sanierungsarbeiten nötig.» – Einige geschichtliche Angaben zur Burg Ringgenberg:
| 1230 |
Kuno von Brienz wird vom deutschen Kaiser zum Reichsvogt über das Gebiet des Brienzersees ernannt. Er gilt als Erbauer der Burg Ringgenberg, nach welcher er sein Geschlecht fortan nennt, erstmals sein Sohn Philipp in einer Urkunde des Jahres 1252. |
| Um 1240 ... |
dürfte die Burganlage entstanden sein. Sie wies im Innern der dem langgestreckten Felsrücken folgenden Ringmauer ein mächtiges Palasgebäude auf, dessen Innenraum später dem Kirchengebäude dienen
sollte. |
| Um 1300 ... |
lebt, feiert und dichtet in der Burg der berühmte Ritter und Minnesänger Johannes von Ringgenberg (zirka 1270 bis 1350), der uns in der Manessischen Liederhandschrift nicht bloss mit Text, sondern gleich noch mit einem Bild überliefert ist (Universitätsbibliothek Heidelberg). |
| 1351 |
gelangt die Burg ans Kloster Interlaken. |
| 1380 |
Zerstörung durch die Untertanen mit Hilfe der Unterwalder. Anlass war die Steuererhöhung auf Grund der drohenden Verarmung der Freiherren. |
| 1528 |
Im Zuge der Reformation gehen sämtliche Klostergüter und damit auch jene von Ringgenberg an Bern über. |
| 1670/71 |
Auf deren Antrag überlässt Bern die gesamte Ruine der Kirchgemeinde. Erbauung der heutigen Kirche durch Abraham Dünz I. Ausmalung durch Hans Conrad Heinrich Friedrich. Die Kirche stand bis dahin auf dem Goldswiler Kirchhügel, wo sich noch heute die romanische Kirchenruine und der Friedhof befinden. |
Eröffnungsfest. Die sanierte Burgruine Ringgenberg wird am 4. und 5. Juli 2008 mit einem grossen Eröffnungsfest eingeweiht. Am Freitag 4. Juli um 19 Uhr findet ein Gottesdienst in der Burgkirche statt, mit Ansprachen und Liedern von Johannes von Ringgenberg und anschliessendem Apéro. Am Samstag 5. Juli stellt der Archäologische Dienst des Kantons Bern die Burgruine im Rahmen von Führungen vor. Weiter gibt es eine Reihe von Attraktionen: Minnesänger, Ritterspeisen, Katapult, Lanzenstechen, Töpfern, Armbrustschiessen, Theater, Geschichtenbude, Mohrenkopfburg, Festwirtschaft und ab 16 Uhr auch musikalische Unterhaltung.
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