| Unsicherheiten über das weitere Vorgehen beim Investitionsprogramm «KWO plus»
Mit einer Jahresproduktion von 2195 Millionen Kilowattstunden hat die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) im vergangenen Jahr ihr sechstbestes Ergebnis seit dem Jahr 1932 erzielt. In die Freude über das gute Jahresergebnis mischen sich allerdings Unsicherheiten über das weitere Vorgehen beim Investitionsprogramm «KWO plus».
pd/bns. Die gute Jahresproduktion der KWO von 2195 Millionen Kilowattstunden ist laut einer Medienmitteilung vor allem auf die hohe Ausnutzung der Speicherkapazitäten und die Inbetriebnahmen der ersten beiden Projekte des Investitionsprogramms «KWO plus» zurückzuführen: «Damit leistete die KWO wiederum einen wesentlichen Beitrag zu einer ressourcen- und klimaschonenden Stromproduktion in der Schweiz.» Der Anteil der KWO an der Schweizer Stromproduktion aus Wasserkraft betrage knapp sieben Prozent: «Ein Teil dieser Strommenge dient im schweizerischen Verbundnetz als wertvolle Spitzen- und Regulierenergie.»
Der Gesamtumsatz stieg nach Angaben der KWO im Geschäftsjahr 2007 auf 130 Millionen Franken, ein Plus von 7,4 Prozent. Der Cashflow wird mit 28,8 Millionen Franken angegeben, der Jahresgewinn – nach der im vergangenen Jahr vollzogenen Volliberierung der Aktien – mit 7,07 Millionen Franken: «Die KWO investierte im vergangenen Jahr insgesamt 36,5 Millionen Franken, davon knapp elf Millionen im Rahmen des Investitionsprogramms «KWO plus». Die Zahl der Mitarbeiter stieg nach KWO-Angaben auf rund 400, verteilt auf 291 Vollzeitstellen. Dazu gehörten auch zwölf Ausbildungsplätze.
Personelle Veränderungen
Anstelle des zurücktretenden Eduard Schumacher wählte die Generalversammlung der KWO David Thiel in den Verwaltungsrat. Thiel ist seit April 2008 CEO der Industriellen Werke Basel (IWB), wo er ebenfalls die Nachfolge von Eduard Schumacher antrat. Schumacher gehörte dem KWO-Verwaltungsrat 15 Jahre an. – Im Rahmen einer Teilerneuerung der KWO-Unternehmensführung wählte der Verwaltungsrat bereits im Frühjahr Stefan Mützenberg und Heinrich Weingartner zu neuen Geschäftsleitungsmitgliedern. Der Elektroingenieur Heinrich Weingartner tritt im Herbst 2008 die Nachfolge von Wilhelm Regez, als Leiter Betrieb an. Regez tritt nach 34 Jahren in KWO-Diensten in den Ruhestand. Mützenberg ist Geologe und leitet ab Sommer 2008 die Abteilung Projekte. Sein Vorgänger Thomas Aschwanden übernimmt andere Aufgaben innerhalb der KWO.
Perspektiven des Investitionsprogramms «KWO plus»
«Nach dem unerwarteten Entscheid des Verwaltungsgerichts von Anfang April steht die KWO vor einer Standortbestimmung», verlautet im weiteren. Das Urteil – siehe auch Baubewilligungsverfahren für Ausbauprojekt an der Grimsel aufgehoben vom Freitag 4. April 2008 – werfe verschiedene Fragen auf und hinterlasse Unsicherheiten in bezug auf die richtige Verfahrenswahl für weitere Projekte: «Wie Verwaltungsratspräsident Peter Schmid feststellte, wurden mit diesem Urteil die Hürden für den Ausbau von bestehenden Wasserkraftanlagen im Kanton Bern deutlich erhöht. Weil das grösste Potential beim Ausbau der Wasserkraft gerade bei derartigen Aufwertungsprojekten besteht, dürften verschiedene energiepolitische Zielsetzungen nur schwerlich erreichbar sein.»
Direktor Gianni Biasiutti führte aus, dass die KWO derzeit verschiedene Optionen für das weitere Vorgehen in ihrem Investitionsprogramm «KWO plus» prüfe. Im Vordergrund stünden dabei gegenwärtig Projekte, die bezüglich Verfahrenswahl klar seien: «Dies können eher kleine Projekte sein oder dann auch
Grossprojekte wie ein neues Pumpspeicherwerk, das klar im Konzessionsverfahren abgewickelt werden muss.» Bei den meisten Varianten komme der Umsetzung des Gewässerschutzgesetzes eine wesentliche Bedeutung zu. Deshalb werde sich die KWO prioritär auch mit dieser Thematik auseinandersetzen: «Die genaue Marschrichtung und die ersten Meilensteine wird die KWO in den nächsten Wochen festlegen.»
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