| Gedenkfeier für die Opfer von Wimmis
Im Gedenken an die Opfer des Unglücks vom letzten Donnerstag bei Wimmis hat heute Dienstag 17. Juni 2008, um 10.00 Uhr, in der Stadtkirche Thun ein Gottesdienst stattgefunden. Bundesrat Samuel Schmid, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), und Korpskommandant Roland Nef, Chef der Armee, drückten ihr tiefstes Bedauern und Beileid aus.
pd/bns. Nach dem tragischen Unglück vom vergangenen Donnerstag auf der Kander bei Wimmis – vier Armeeangehörige verloren dabei ihr Leben, ein Offizier wird noch immer vermisst – hielt laut einer Medienmitteilung die Armee heute Dienstag unter der Leitung von Pfarrer Stefan Junger von der reformierten Kirchgemeinde Thun-Stadt in der Stadtkirche Thun einen Gottesdienst ab. «Da sein, die Hand reichen, zuhören, die Tränen trocknen» – unter diesem Titel stand die Rede von VBS-Vorsteher Samuel Schmid. Er drückte seine Fassungslosigkeit und sein tiefstes Bedauern angesichts der Geschehnisse auf der Kander aus: «Es sind am letzten Donnerstag nicht nur Berge gewichen und Hügel hingefallen, für die Betroffenen ist die Welt zusammengebrochen», sagte Schmid in Anlehnung an den Propheten Jesaia. Das Unglück dürfe aber nicht triumphieren, denn auch in der Finsternis sei Licht auszumachen. Und so zitierte Samuel Schmid weitere Worte Jesaias: «Es mögen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen.» Das VBS müsse nun gründlich abklären, weshalb die Kameraden ums Leben gekommen sind, führte Schmid weiter aus. Man müsse Lehren ziehen und Vorkehrungen treffen, um solche Dramen künftig zu verhindern: «Dafür stehen wir im Wort, ich und die höchsten Verantwortlichen der Armee. Als Mitmenschen haben wir aber vor allem die Pflicht und die Aufgabe, für jene da zu sein, die ihre liebsten Menschen verloren haben. Das ist es, wozu wir aufgerufen sind: Den Schmerz aushalten – die Hand reichen – da sein – zuhören – die Tränen trocken.»
Korpskommandant Roland Nef, Chef der Armee, zitierte aus dem Brief des Paulus an die Römer und aus einem Gedicht des Theologen Dietrich Bonhoeffer. Er versprach, sich mit aller Kraft und nach bestem Wissen und Gewissen für die vorbehaltlose Aufarbeitung des Unglücks einzusetzen. An die Trauerfamilien gewandt, sagte er: «Die Armee wird die Verantwortung Ihnen gegenüber wahrnehmen. Unter anderem stellen wir sicher, dass Sie nicht nur heute, sondern auch in Zukunft eine einzige Ansprechperson haben werden, an die Sie sich mit allen Anliegen wenden können.» Den Angehörigen der vom Unfall betroffenen Lufttransport-Sicherungskompanie 3 sicherte Nef zu, der Betreuungsdienst der Armee sei auch nach der Entlassung aus dem Wiederholungskurs nach Wunsch für sie da.
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