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Montag 3. März 2008
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Thun: 60 Beschwerden gegen Verkehrsmassnahmen

Gegen eine weitere Einschränkung des stadteinwärts fahrenden Verkehrs auf der Seestrasse in Thun sind 60 Beschwerden eingereicht worden, darunter von 15 Firmen und zwei Organisationen. Unter anderem werden Umwegfahrten, Zeitverluste und zusätzliche Emissionen befürchtet.

Genau 60 Beschwerden sind laut einer Medienmitteilung gegen eine von der Stadt Thun versuchsweise geplante weitere Einschränkung des stadteinwärts zirkulierenden Verkehrs auf der Seestrasse innerhalb der 30tägigen Beschwerdefrist bis 29. Februar 2008 eingegangen. 15 dieser Beschwerden stammten von Firmen, die ihren Sitz grösstenteils an der Seestrasse haben, weitere zwei von Organisationen, nämlich vom Transportgewerbeverband Thun-Oberland und von der Reformierten Gesamtkirchgemeinde Thun. Anwohner des Scherzligenquartiers befürchteten eine weitere Abschottung. Zudem würden sie zu längeren Verkehrswegen über die überlastete Frutigenstrasse gezwungen. Auch werde geltend gemacht, dass Umwegfahrten zu zusätzlichen Emissionen im Scherzligenquartier und entlang der Frutigenstrasse führten. Firmen an der Seestrasse befürchten unwirtschaftliche Umwege und führen an, dass die Erschliessung der Betriebe über den Bahnhofplatz für Kunden und Lieferanten unhaltbar sei. Der Standort und die Existenz von Betrieben an der Seestrasse sei gefährdet: «Im weitern wird gesagt, der Bahnhofplatz werde durch den Umwegverkehr zusätzlich belastet, kulturelle Institutionen im Schadaugebiet würden beeinträchtigt, die ärztliche Notfallversorgung werde behindert und das Transportgewerbe müsse Zeitverluste in Kauf nehmen.» Der städtische Rechtsdienst führe nun das Beschwerdeverfahren durch und werde das Geschäft dem Gesamtgemeinderat zum Entscheid unterbreiten: «Mit einem Entscheid ist nicht vor Juni zu rechnen.»

Um die Seestrasse zwischen Frutigenstrasse und Bahnhofplatz in Thun als Durchgangsstrasse und «Schleichweg» in die Innenstadt unattraktiv zu machen, habe versuchsweise während eines Jahres stadteinwärts – mit dem Zusatz «Zubringerdienst gestattet» – bereits ein Verbot für Motorfahrzeuge gegolten, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Dieser Zusatz erschwerte es der Polizei, unerlaubte Fahrten festzustellen, da sich auch Unberechtigte bei Kontrollen als Zubringer ausgeben konnten und diese Aussage kaum überprüft werden konnte.» Deshalb plane Gemeinderätin Jolanda Moser, versuchsweise ab Karl-Koch-Strasse bis Bahnhofplatz in Fahrtrichtung Bahnhof ein Verbot für Motorwagen und Motorräder mit dem Zusatz «Durchfahrten Bus und Taxi gestattet» zu erlassen: «Es gilt für jene, die stadteinwärts von der Schadaukurve und von der Karl-Koch-Strasse her kommen. Jene aber, die nach der Signalisation aus Seitenstrassen oder Privateinfahrten einmünden, werden die Seestrasse weiterhin benützen dürfen. Der Versuch soll ein Jahr dauern. Stadtauswärts bleibt dagegen alles beim alten: Hier sind weiterhin keine Verkehrsbeschränkungen vorgesehen.»
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