| Thuner Stadtrechnung 2007 defizitär
Die Rechnung 2007 der Stadt Thun schliesst bei einem Umsatz von 254 Millionen Franken mit einem Defizit von 0,8 Millionen Franken ab. Der Voranschlag rechnete mit einem Aufwandüberschuss von 1,4 Millionen Franken.
sth/bns. Der Thuner Gemeinderat habe ein Defizit für das Jahr 2007 vorausgesagt, wird in einer Medienmitteilung erinnert: «Trotz grosser Anstrengungen und zahlreicher Massnahmen in den letzten Jahren wurden die eingesparten Beträge laufend durch steigende Zahlungen an die kantonalen Lastenausgleichsbereiche beansprucht. Die geringer als erwartet erzielten Steuererträge lassen das fragile Rechnungsgleichgewicht im Jahr 2007 kippen.» Die Jahresrechnung 2007 schliesse bei einem Umsatz von 254 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von 0,8 Millionen Franken ab: «Das vorhandene Eigenkapital von 6,2 Millionen Franken fängt das Defizit auf.»
Aufwand für Lastenausgleich
2,2 Millionen Franken mehr als im Vorjahr musste laut der Medienmitteilung die Stadt Thun für Soziales, Bildung, AHV/IV/EL und öffentlichen Verkehr in den kantonalen Lastenausgleich einzahlen: «Mit 44,7 Millionen Franken beanspruchen diese Bereiche nunmehr den bisherigen Höchstwert von 47 Prozent des Steuerertrages. Diese ständig steigenden, auf kommunaler Ebene nicht beeinflussbaren Kosten bereiten dem Gemeinderat grösste Sorgen.»
Steuerertrag verfehlt den Budgetwert
Der Steuerertrag wird mit netto 94,9 Millionen Franken angegeben und ist leicht höher als im Jahr 2006, jedoch um 1,2 Millionen Franken kleiner als budgetiert. Ins Gewicht fielen vor allem kleinere Erträge aus Steuerteilungen von juristischen Personen: «Die Einkommens- und Vermögenssteuern stagnieren trotz guter Konjunktur.»
Personalaufwand wie budgetiert
Der Aufwand für das Personal der Stadtverwaltung liege mit 49,9 Millionen Franken um 0,1 Millionen Franken über dem budgetierten Wert, was einer geringfügigen Abweichung von 0,2 Prozent entspreche, heisst es im weiteren: «Die Lohnzahlungen liegen um 0,5 Millionen Franken beziehungsweise 1,3 Prozent über dem Budgetwert, während die Rentenleistungen um 0,4 Millionen Franken kleiner als veranschlagt ausfielen.»
Investitionen unter dem geplanten Ausmass
Die Investitionen der Stadt Thun lagen laut der Medienmitteilung bei 14 Millionen Franken: «Die wichtigsten Positionen waren der Anteil am Hochwasserentlastungsstollen mit fünf Millionen Franken, die Dreifach-Turnhalle Gotthelf mit knapp drei Millionen Franken, die Fussballfelder für den Breitensport mit fast zwei Millionen und die Sanierung der Hofstettenstrasse mit einer Million Franken.» Geplant seien für das Jahr 2007 insgesamt Ausgaben von 20 Millionen Franken gewesen (16 Millionen Franken steuerfinanziert und 4 Millionen Franken gebührenfinanziert), realisiert worden seien 14 Millionen Franken: «Die Abweichung zur Planung beträgt sechs Millionen Franken oder 30 Prozent. Zwei Millionen Franken der Abweichung entfallen auf den Übertrag des Grundstückes Blümlimatte ins (veräusserbare) Finanzvermögen. Die Verschiebung des Baustarts beim Ausbau des Schadausaals um ein Jahr erklärt weitere zwei Millionen Franken. Höhere Kanalisationsanschlussgebühren, die Verschiebung des Ausbaus des Abfallsammelhofes und die ebenfalls verschobene Anschaffung eines Kleintanklöschfahrzeuges ergeben die restliche Abweichung von zwei Millionen Franken.» – Budgetiert waren laut der Medienmitteilung Buchgewinne von 4,7 Millionen Franken, realisiert wurden 7,5 Millionen Franken, vor allem aus dem Verkauf der Liegenschaften an der Siedlungsstrasse im Lerchenfeld. Diese Erträge würden zur späteren Verwendung in die Spezialfinanzierung Investitionen und Immobilienkäufe eingelegt.
Weiterhin Zurückhaltung bei neuen Aufgaben
Das Rechnungsergebnis 2007 zeige mit seinem Defizit von 0,8 Millionen Franken die angespannte finanzielle Lage der Stadt Thun schonungslos auf, verlautet abschliessend: «Es ist keinerlei Spielraum für neue Aufgaben vorhanden. Der Gemeinderat setzt grosse Hoffnungen in die Entscheidungen des Stadtrates im laufenden Projekt Aufgabenverzichtsplanung. Für das Budget 2009 hat der Gemeinderat wiederum sehr restriktive Vorgaben erlassen.» – Die Jahresrechnung und der Jahresbericht 2007 werden am 5. Juni dieses Jahres durch das Thuner Stadtparlament behandelt.
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