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Donnerstag 27. November 2008
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Schnellverbindung aufs Jungfraujoch gestorben

Eine ergänzende Schnellverbindung zur bestehenden Zahnradbahn auf das Jungfraujoch wird nicht realisiert: Das Kosten-Nutzen-Verhältnis ist nach Angaben der Jungfraubahnen ausschlaggebend dafür, dass die Idee nicht weiterverfolgt werde. Stattdessen ist vorgesehen, mit der bestehenden Bahninfrastruktur nachhaltig die Kapazitäten zu steigern und die Reisezeit zu verkürzen.

pd/bns. In diese Neuerungen der Bahn würde laut einer Medienmitteilung «mit deutlich unter 100 Millionen Franken klar weniger investiert, als dies beim Bau einer der neuen Erschliessungsvarianten der Fall gewesen wäre». Die Kosten der verschiedenen geprüften Varianten hätten sich zwischen rund 460 und 970 Millionen Franken bewegt.

«Eine im Auftrag der Jungfraubahn Holding AG verfasste Machbarkeitsstudie – siehe auch Jungfraujoch: Idee einer ergänzenden Schnellverbindung vom Dienstag 5. Februar 2008 – erlaubte eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Erschliessungsvarianten», verlautet im weiteren: «Die breit angelegten Untersuchungen sind für die langfristige Weiterentwicklung der Jungfraubahn von grossem Nutzen, da technisch Machbares aufgezeigt wurde und die gesundheitlichen Abklärungen für eine schnellere Reise auf das Jungfraujoch positiv ausfielen. Aus allen gewonnen Erkenntnissen resultierte das innovative Projekt ‹Jungfraubahn Premium›, bei dem sich mit der bestehenden Bahninfrastruktur nachhaltig die Kapazitäten steigern und die Reisezeit verkürzen lassen.» Mit «Jungfraubahn Premium» soll nun auf Bestehendem aufgebaut werden, «womit eine möglichst geringe Belastung der Umwelt und eine schonende Verwendung der Ressourcen garantiert sind». Bei «Jungfraubahn Premium» handle es sich um ein langfristiges Programm mit einer Vorlauf- und Bauzeit von mindestens fünf bis sechs Jahren. Dabei setzten die Verantwortlichen auf moderne Pendelzüge mit höheren Fahrgeschwindigkeiten und neuer Kreuzungsmöglichkeit im Berg, heisst es in der Medienmitteilung: «Damit werden schlanke Zugumläufe und Fahrpläne möglich. Die aktuellen Kapazitätsengpässe in der Hochsaison können so überwunden werden. Auf die Dauer wird die qualitativ sinnvolle maximale Besucherzahl auf dem Jungfraujoch von heute 4400 auf 6000 Personen pro Tag gesteigert. Als langfristiges Ziel sollen jährlich eine Million Gäste begrüsst werden können.»

Künftig drei statt vier Züge
Unter anderem erachten die Jungfraubahnen dazu eine Modernisierung ihrer Flotte als nötig. Im Rahmen des Projektes sei die Beschaffung von modernen Doppeltriebwagen notwendig, die den Reisekomfort markant steigerten und moderne Erlebniselemente wie Systeme zur unterhaltsamen Präsentation von Informationen böten. Zudem könne die Produktivität erhöht werden und die Jungfraubahn werde dank eines Umlaufs mit drei statt vier Zügen auch kosteneffizienter fahren. Mit modernen Triebwagen sei es möglich, die Strecke Kleine Scheidegg– Jungfraujoch–Kleine Scheidegg in 90 statt 120  Minuten zurückzulegen: «Die kürzeste Reisezeit Grindelwald Grund–Jungfraujoch–Grindelwald Grund beträgt so noch zwei Stunden und 34 Minuten. Damit ist das mit der ergänzenden Schnellverbindung anvisierte Ziel ‹Jungfraujoch als Halbtagesausflug› realisierbar. Die bisherigen Gästesegmente werden so noch besser angesprochen. Deshalb erwarten die Verantwortlichen positive Auswirkungen auf die künftigen Erträge.»

Landschaftsschutz: «Weiser Entscheid»
Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) zeigt sich in einer Medienmitteilung «hoch erfreut» über den als weise bezeichneten Entscheid der Jungfraubahnen: «Eine Schnellverbindung mit Lift auf das Jungfraujoch hätte eine neue Ära der Vereinnahmung der Hochalpen eingeläutet. Die SL ist froh, dass sich die Jungfraubahnen auf den Ausbau der bestehenden Verbindung besonnen hat und auf ein solches umwelt­belastendes Projekt verzichtet. Damit wird das Bekenntnis der Jungfraubahnen zu einem nachhaltigen landschaftsbewuss­ten Tourismus im Umfeld des Weltnaturerbes hoffentlich zum Signal für einen Naturtouris­mus Schweiz als Premium-Produkt, das mehr auf landschaftliche Authentizität als auf über­rissene Erschliessungen und Stararchitekten-Denkmäler (Stichwort Klein Matterhorn, Schatzalpturm) setzt.»

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