Schutzprojekt Lombach: Mobile Sperre getestet
Der Test einer mobilen Einbahnsperre an der Staatsstrasse Interlaken–Beatenberg hat ergeben, dass der Aufbau einer derartige Sperre zum Schutz vor Überflutungen und Geröll in weniger als 30 Minuten ab Eintreffen der Hebemittel ebenso wie der Rückbau zu bewerkstelligen ist.
Die aus 14 an der Staatsstrasse Beatenberg bei der Lombachbrücke auf Unterseener Seite gelagerten Betonblöcken bestehende mobile Einbahnsperre. (Bild zvg)
pvr/bns. Der Test der mobilen Sperre Lombachbrücke bei St. Niklausen dauerte nach Angaben der Regionalen Führungsorganisation (RFO) Bödeli heute Samstagvormittag von 10.05 bis 11.13 Uhr: «Die planerischen und baulichen Massnahmen haben sich bewährt. Die angestrebte Funktionalität ‹für Einbahnverkehr offenhalten› hat sich bestätigt – Postauto und Lastwagen können passieren. Dies ist von besonderer Bedeutung, weil die Sperre im Ernstfall vorsorglich eingebaut werden soll und unter Umständen für Tage bleiben muss.»» RFO-Stabschef Josef Erni zum technischen Ablauf: «Die 14 Betonblöcke sind permanent vor Ort gelagert und bis zu den Anschlussstellen vorbereitet. Vier Betonblöcke zu 2,3 Tonnen werden auf Lastwagen geladen, zur oberen Halbsperre transportiert und Stück für Stück abgesetzt. Bei der unteren Sperre kann der Lastwagenkran die Elemente direkt vom Lagerplatz auf die Strasse absetzen.» Es handle sich um eine «mobile» Sperre zum Schutz von Unterseen, falls vom Lombach grosse Wasser- und Geröllmassen drohen sollten, zum Beispiel bei Hangrutsch mit Dammbildung, Rückstau und Ausbruch: «Beschafft wurde diese im Rahmen der kürzlich fertiggestellten Lombachverbauung in diesem Bereich.»
Ausgangslage und Lösung
Wie entlang vieler anderer Gewässer gibt es laut RFO Bödeli auch am Lombachoberlauf und den Seitenbächen viele Hänge, die instabil werden könnten: «Ins Bachbett abgerutschte Murgänge können Dämme bilden und dahinter grosse Wasser- und Schlammmassen stauen. Bricht der Damm, so können viel grössere Volumen als bei Schneeschmelze oder nach intensiven Gewittern entstehen. Bei solchen Ereignissen ist denkbar, dass durch Rückstau an der Staatsstrassenbrücke Massen ausbrechen und in Richtung Unterseen auch Wohngebiete tangieren könnten. Durch Anheben der Staatsstrasse und Schaffung von Quergefälle einerseits, durch den Einbau einer massiven mobilen Sperre im Falle eines Ereignisses anderseits soll dies verhindert werden.»
Drohe massive Gefahr vom Lombach, heisst es in einer Mediendokumentation, so könne die mobile Sperre in kurzer Zeit eingebaut werden: «Durch die Auslegung in Form von zwei Halbsperren kann bis zum Eintreffen eines Ereignisses der Einbahnverkehr aufrechterhalten werden – Beatenberg wäre sonst von der Versorgung von dieser Seite her abgeschnitten.»
Diese Lösung erleichtere auch den Entscheid zum Einbau der Sperre: «Lieber einmal zu viel als Vorsichtsmassnahme einbauen als im Ernstfall zu spät kommen», müsse die Losung heissen: «Je nach Standort eines Rückstaus können Wasser- und Geröllmassen innert Minuten an der Brücke auftreffen – zu kurzfristig, um dann noch die Sperre einbauen zu wollen.» Einsatzdokumentation
Bereits jetzt bestehen laut der Mediendokumentation mehrere unterschiedliche Sperren im Einsatzraum der RFO Bödeli, und weitere sollen demnächst dazukommen: «Klare Regelungen über Einsatzkompetenzen, vorher zu treffende Absprachen, Begleitmassnahmen, erforderliche Mittel (Personal, Maschinen) und so weiter sind zu treffen. Der RFO-Stab Bödeli erstellt diese Einsatzdokumentation in Absprache mit den involvierten Stellen.» Der Einbautest dieser Sperre habe auch diesem Zweck gedient.
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