Kulturlandschaftspreis für drei neue Flächen
Der bereits zum vierten Mal von der Regionalkonferenz Oberland-Ost zusammen mit den regionalen Tourismusorganisationen Haslital, Interlaken und Jungfrauregion Marketing AG verliehene Kulturlandschaftspreis ist am Freitag 19. September 2008 in Habkern an drei neue Preisträger überreicht worden.
Die drei Preisträger. Von links nach rechts: Franz Winterberger, Bewirtschafter Alp Isetwald, Schattenhalb, Lorenz Bohren, Schwand, Grindelwald, und Hans-Ruedi Zurbuchen, Präsident der Bergschaft Habchegg, Habkern. (Bild zvg)
pd/bns. Die drei Sieger erhielten neben einem Zertifikat je einen Barpreis von 2000 Franken, eine Sense und eine Tafel, welche die Besucher auf die wertvolle Kulturlandschaft aufmerksam machen soll. Die Übergabe des Kulturlandschaftspreises an die drei Gewinner erfolgte dieses Jahr durch den Bergführer und Extremalpinisten Stefan Siegrist aus Ringgenberg. Mit dieser Preisvergabe wollen die Tourismusorganisationen und die Regionalkonferenz Oberland-Ost laut einer Mediendokumentation darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Arbeit der Bauern für ein schönes Erscheinungsbild der Landschaft sei. Der Wettbewerb «Kulturlandschaftspreis» sei mit Erfolg bereits zum vierten Mal durchgeführt worden: «Zu den bisherigen neun Gewinnern kommen dieses Jahr wieder drei neue hinzu. Somit haben bereits zwölf Flächen im Berner Oberland die Auszeichnung ‹Besonders wertvolle Kulturlandschaft› erhalten.»
Unterschiedliche Kulturlandschaften
Das aus Fachleuten und Praktikern aus Tourismus, Landwirtschaft, Ökologie und Planung zusammengesetzte Preisgericht entschied sich laut der Mediendokumentation, dieses Jahr drei sehr unterschiedliche Kulturlandschaften als Gewinnerflächen auszuzeichnen: «Gemeinsam ist allen Flächen, dass sie ‹unter Gipfeln› liegen: Schwand Grindelwald liegt am Fuss des Eigers, Isetwald unterhalb des Wandelhorns und Schwarzbach-Möser am Hohgant. Die Kulturlandschaft Schwarzbach-Möser besticht vor allem durch ihren naturnahen Charakter in einem Naturschutzgebiet mit entsprechend angepasster Nutzung und Pflege. Zudem kann die Bergschaft Habchegg als Bewirtschafter dieser Fläche auf eine interessante Infrastruktur wie Grillplatz für Erholungssuchende aber auch auf Besucherlenkung, Informationstafeln und Auskünfte des Naturparkrangers für interessierte Besucher zurückgreifen. Die Kulturlandschaft Isetwald zeichnet sich durch ihre einzigartige Lage auf einer Terrasse über dem Haslital aus. Die Spuren früherer Gletscher gemischt mit der parkähnlichen Anlage von Bergahornen auf dem ‹Chappen» hinterlassen einen faszinierenden Eindruck. Die Gemischte Gemeinde Schattenhalb als Eigentümer pflegt diese Alp und trägt viel dazu bei, diese Einzigartigkeit zu erhalten. Schwand in Grindelwald war bis vor gut 50 Jahren noch ganzjährig bewohnt und nur durch einen mehrstündigen Fussmarsch von Grindelwald aus erreichbar. Eine Lebenssituation, wie sie heute nicht mehr vorstellbar ist. Das wunderbar verzierte und mit viel Liebe erhaltene frühere Wohn- und heutige Weidhaus lässt der Fantasie viel Raum. Die Fläche wurde früher als Heuwiese gemäht, das Futter im Winter im Talboden genutzt. Seit die Besitzer nicht mehr dort wohnen, wird der Schwand im Sommer mit etwa 20 Schafen beweidet. Mit sorgfältig angepasster Schafbeweidung konnte die Artenvielfalt erhalten und gleichzeitig ein Einwachsen von Wald verhindert werden.»
Landschaft im Wandel
Das Aussehen der Umgebung sei ein wertvolles «Nebenprodukt» der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung, verlautet dazu im weiteren. Für die Futtergewinnung hätten früher auch steile und abgelegene Flächen regelmässig gemäht werden müssen. Dadurch sei verhindert worden, «dass diese Flächen einwachsen und die vielfältige Vegetation durch Gebüsch und später Wald verdrängt wurde». Doch die Bewirtschaftung befinde sich im Wandel, was sich auch auf das Landschaftsbild auswirke: «Steile Flächen können heute häufig nicht mehr maschinell gemäht werden und der Abtransport von Heu aus entlegenen Flächen lohnt sich nicht mehr. So nehmen leider jährlich diese extensiv genutzten und aus botanischer Sicht artenreichen Flächen stetig ab. Damit einher geht auch eine Veränderung in der Landschaft. Wo früher ein vielfältiges Mosaik aus unterschiedlich bewirtschafteten Flächen bestand, ist heute entweder intensivierte Landwirtschaft oder eingewachsener Wald.»
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