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Montag 29. September 2008
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Suldtalgespräche: Entwicklung der Ruag erörtert

Der bundeseigene Technolgiekonzern Ruag hat mit Bundesparlamentariern des Berner Oberlandes und den Thuner Stadtbehörden an den diesjährigen Suldtalgesprächen Lage und Zukunft des Konzerns und seiner Thuner Industrieunternehmungen erörtert.

pd/bns. Im Zentrum des Interesses standen laut einer Medienmitteilung die allgemeine Entwicklung des Ruag-Konzerns, die Auswirkungen der laufenden und hängigen Rüstungsprogramme sowie die Folgen einer allfälligen Annahme der eingereichten Exportverbotsinitiative. Insgesamt sei die Geschäftstätigkeit des internationalen Technologiekonzern stabil, wobei der Dollarwechselkurs sowie die hohen Rohstoff- und Energiepreise das Betriebsergebnis negativ beeinflussten: «Die Umsätze im zivilen Geschäft und in der Wehrtechnik – im Jahr 2007 laut Wikipedia 1,409 Milliarden Franken – machen jeweils 50 Prozent aus. Das Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) ist der grösste Einzelkunde. Die Geschäfte der Thuner Betriebsgesellschaften gestalten sich derzeit aufgrund von Aufträgen aus den beschlossenen Rüstungsprogrammen sowie einer noch weiter erhöhten internationalen Geschäftstätigkeit insbesondere in den Bereichen der Kleinkalibermunition und der gepanzerten Fahrzeuge erfreulich. Es sind denn auch in den Jahren 2007 und 2008 von Ruag in Thun bislang rund 140 neue Arbeitsplätze geschaffen worden.»

«Wehrtechnische und zivile Aktivitäten vielfach eng verflochten»
Die Ruag habe neben der nach wie vor hohen Bedeutung der Aufträge der Schweizer Armee vor allem auch die Wichtigkeit des immer noch wachsenden Exportgeschäftes unterstrichen, verlautet im weiteren: «Sorgen bereitet in diesem Zusammenhang das Szenario einer Annahme der Volksinitiative für ein Verbot von Kriegsmaterialexporten.» Die Exportverbotsinitiative gefährde die Sicherheit und vernichte qualifizierte Arbeitsplätze in der Schweiz: «Vom Exportverbot, wie es der Initiative zugrunde liege, sei nicht nur der Export von Kriegmaterial im engeren Sinne, sondern auch von Gütern für besondere militärische Verwendung betroffen: «Die Initiative hätte für den Gesamtkonzern, aber auch Thun einschneidende Massnahmen zur Folge, da gewisse Produktionslinien wie gerade die erfolgreiche Kleinkalibermunitionsfabrikation und das Kompetenzzentrum für gepanzerte Kettenfahrzeuge mittelfristig ohne Exportaufträge aus betriebswirtschaftlichen Gründen in der Schweiz nicht mehr aufrecht zu erhalten wäre.» Hinzu komme, dass bei der Ruag wehrtechnische und zivile Aktivitäten vielfach eng verflochten seien: «Ein Exportverbot könnte einen Vertrauensverlust bei internationalen Kunden zur Folge haben und somit auch wichtige zivile Aufträge gefährden.» Die Initiative werde vom Bundesrat zur Ablehnung empfohlen und soll demnächst in den zuständigen vorberatenden Kommissionen der eidgenössischen Räte behandelt werden.

Letztmals mit Ruag-Chef Toni J. Wicki

Geleitet wurden die Suldtalgespräche laut der Medienmitteilung durch den Thuner Stadtpräsidenten Hans-Ueli von Allmen. Als Bundesparlamentarier nahmen die Thuner National- und Gemeinderätin Ursula Haller und die Nationalräte Adrian Amstutz, Erich von Siebenthal und Hansruedi Wandfluh teil. Erstmals beteiligte sich der Kanton mit dem Chef der «Berner Wirtschaft» Adrian Studer am Suldtaltreffen. Zum 16. und letzten Mal führte Konzernchef Toni J. Wicki, die Ruag-Delegation an; er gibt die operative Leitung der Unternehmensgruppe im kommenden Frühjahr ab, um in den Ruhestand zu treten.
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