Neugestaltetes Feuchtgebiet am Fuss der Staumauer Oberaar. (Bild zvg)
pd/bns. In der Baubewilligung für die Vergrösserung des Grimselsees verpflichte der Kanton Bern die Kraftwerke Oberhasli AG (KWO) zu Ersatzmassnahmen, deren Umfang und Vielfalt aussergewöhnlich seien, heisst es in einer Medienmitteilung: «Im Interesse einer zügigen Realisierung des Vorhabens verzichtet die KWO auf einen Rekurs.»
Am 16. März 2007 habe der Kanton Bern – siehe auch Die Staumauern des Grimselsees können erhöht werden vom Freitag 16. März 2007 – der Kraftwerke Oberhasli AG die Baubewilligung für die Vergrösserung des Grimselsees erteilt, wird in der Medienmitteilung erinnert. Diese Bewilligung enthalte die Verpflichtung der KWO, umfangreiche Ersatzmassnahmen zugunsten von Umwelt und Landschaft vorzunehmen. Konkret handle es sich um die folgenden neun Massnahmen: 1. Schutz und Aufwertung der Moorlandschaft Steingletscher. 2. Erhalt und Pflege der Kulturlandschaft Gadmen. 3. Schaffen der Auenlandschaft Obermad. 4. Schutz und Aufwertung der alpinen Schwemmebene Bächlisboden. 5. Erhalt und Pflege des Trockenstandorts Wyler. 6. Ersatzaufforstung von Arven, 50fach. 7. Fischereiliche Massnahmen: Ökomorphologische Aufwertungen der Aare. 8. Landschaftspflege und ökologische Aufwertung in der Oberaar. 9. Schaffen einer Kleinseen- und Moorlandschaft Oberaar-Triebten.
«Diese Ersatzmassnahmen erstrecken sich über sehr grosse Flächen im Aaretal und im Gadmental und sie sind aufwendiger, als die KWO erwartet hatte», heisst es im weiteren: «Es ist aussergewöhnlich, dass bei Investitionsvorhaben in der Schweiz ein derart weitgehendes Paket von ökologischen Massnahmen verfügt wird. Deren Umsetzung ist nur deshalb möglich, weil viele der benötigten Landflächen bereits im Grundeigentum der KWO stehen.» Die KWO akzeptiere dieses umfangreiche Paket an Ersatzmassnahmen und verzichte auf einen Rekurs: «Sie will eine Verzögerung der Realisierung des Projekts zur Grimselseevergrösserung vermeiden, denn sie ist überzeugt, dass dieses Projekt einen bedeutenden Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung leistet.»
Die KWO ist laut der Medienmitteilung gewillt, die verfügten Ersatzmassnahmen mit grösster Sorgfalt umzusetzen. Einen entsprechenden Leistungsausweis habe sie bereits bei den Landschaftspflegearbeiten der letzten Jahre erbracht: «Wie die kantonalen Stellen festhalten, ist mit der ‹richtigen› Umsetzung der Ersatzmassnahmen zu erwarten, dass sich die ökologische Situation regional sogar verbessert.» Um diesem Anspruch nachzukommen, baue die KWO eine eigene Projektorganisation für die ökologischen Massnahmen auf und verstärke die bereits bestehende Fachstelle Ökologie.
|