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Neue Hängeseilbrücke in Grindelwald

Um den Zugang zum stark zurückgewichenen oberen Grindelwaldgletscher zu ermöglichen, ist in einer ersten Etappe mit Kosten von 43 000 Franken eine Hängeseilbrücke gebaut worden. In einem zweiten Schritt ist der Bau eines zusätzlichen Treppenaufstiegs für 15 000 Franken vorgesehen.

In einer Höhe von 56 Meter überspannt die neue Brücke den Gletscherbach. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)

ds. Auf dem «Hehlischopf» in Grindelwald ist heute Freitag die neue 60 Meter lange und 70 Zentimeter breite Hängeseilbrücke für die Querung des Gletscherbachs in einer Höhe von 56 Meter offiziell eröffnet worden. Die Brücke wurde so konzipiert, dass sie im Winter weggenommen werden kann. Regierungsstatthalter Walter Dietrich äusserte bei der Brückeneröffnung die Hoffnung, dass der Gletscher künftig wieder einmal vorstossen werde. Der bestehende Aufstieg zum oberen Grindelwaldgletscher war im Jahr 1995 gebaut worden, führt über 893 Treppenstufen und wird jährlich durchschnittlich von rund 8000 Besuchern überwunden – vor dem grossen Gletscherrückgang war es die doppelte Anzahl.

Nachdem sich der Betreiber des Treppenaufstiegs oberer Gletscher, Hansruedi Moser, an die Bergschaft Scheidegg gewandt hatte, dass man beim «Hehlischopf» keine Sicht mehr auf den Gletscher habe, wurde eine Lösung gesucht. Aufgrund eines Zeitungsberichts über eine neue Hängebrücke in Frutigen wurde man auf den Seilbahnenbauer Theo Lauber in Frutigen aufmerksam und kontaktiert diesen. Nach Voranfragen beim Regierungsstatthalteramt, verschiedener Vorabklärungen und einer Begehung vor einem Jahr wurde entschieden das Projekt in zwei Etappen aufzuteilen. In einer ersten Etappe wurde beschlossen, die Hängeseilbrücke zu bauen. Zusätzlich soll ein am letzten Mittwoch bewilligter weiterer Treppenaufstieg erstellt werden. Die zweite Etappe, den Rundwanderweg komplett bis Milchbach zu schliessen, sei im Moment noch nicht spruchreif, müssten da doch noch verschiedene Abklärungen gemacht werden.

Auf der neuen Hängeseilbrücke. Von links nach rechts Scheidegg-Bergschaftspräsident Ueli Baumann, Kevin Lauber, Treppenaufstiegbetreiber Hansruedi Moser, Regierungsstatthalter Walter Dietrich (hinten) und der Erbauer der Brücke, Theo Lauber.

Nach positiven Rückmeldungen konnte am 25. April das Baubewilligungsgesuch für die Brücke eingereicht; am 22. Juni wurde die definitive Bewilligung erteilt. Ab diesem Datum wurde die Hängeseilbrücke von Theo Lauber – jede Brücke ist ein Unikat – gezeichnet, berechnet, entwickelt und fabriziert. In nur gerade vier Tagen wurde die Hängeseilbrücke mit einer Tragkraft von maximal 50 Personen von fünf Mann montiert. Die Seilspannung beträgt 25 Tonnen bei einem Seildurchmesser von 32 Millimeter. Als zusätzliche Sicherung gibt es unter den Bodenbrettern eine Gittersicherung. – Bauherr ist die Bergschaft Scheidegg zusammen mit dem Treppenaufstiegbetreiber Hansruedi Moser. An der Finanzierung beteiligt sich neben der Bergschaft Hansruedi Moser, der zusammen mit seinen Söhnen den Treppenaufstieg betreibt. Zusätzlich werden noch weitere Institutionen und auch die Gemeinde Grindelwald zur Mitfinanzierung angefragt.
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