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Nationalstrasse A8 Lattigen–Brünig: Strategie des Kantons verabschiedet

Eine heute Donnerstag verabschiedete Strategie des Kantons Bern für die Nationalstrasse A8 sieht vor, zwischen Spiez und Interlaken Strasse und Bahn auszubauen, parallel zu den Tunneln entlang des Brienzersees Sicherheitsstollen zu erstellen und den Bau eines Scheiteltunnels am Brünig zurückzustellen.

Am linken Thunerseeufer bei Leissigen zwischen Spiez und Interlaken drängen sich auf engstem Raum Veloweg, Eisenbahnlinie, Strasse und Industriegeleise. (Archivbild Peter Schmid)

Die A8 im Berner Oberland weist laut Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern verschiedene Schwachpunkte auf: «So wirft der langfristige Unterhalt auf den offenen Strecken und den zahlreichen Tunnelabschnitten Fragen auf. Von Bedeutung ist auch das Zusammenspiel mit dem kantonalen und lokalen Strassennetz. Zudem kommt es an Wochenenden auf dem Abschnitt Spiez–Interlaken immer wieder zu Staus. Anlass zu Diskussionen gibt auch der Bau eines Brünig-Scheiteltunnels.» Zur Lösung dieser Probleme habe die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion des Kantons Bern – zusammen mit einer breit abgestützten Begleitgruppe – eine umfassende Strategie erarbeitet, heisst es in einer Medienmitteilung: «Untersucht wurde auch die Möglichkeit eines Ausbaus der Infrastruktur für Strasse und Bahn zwischen Spiez und Interlaken. Unter Berücksichtigung der Kosten wurde die verkehrlich und umweltmässig beste Lösung bestimmt. Für die Bereiche Entwicklung, Werterhaltung und Betrieb der A8 entstand eine umfassende Strategie, welche die Entwicklung des Berner Oberlandes sowie der finanzpolitischen Rahmenbedingungen berücksichtigt. In einem partizipativen Planungsprozess waren die Akteure und Betroffenen in diese Strategieentwicklung eingebunden. Im partizipativen Planungsprozess waren neben den Akteuren und Betroffenen aus dem Berner Oberland auch das Bundesamt für Strassen (Astra) in die Strategieentwicklung eingebunden. Dadurch wird erreicht, dass die geplanten Massnahmen ausgewogen und tragfähig sind und auf eine breite Akzeptanz stossen.»

Als zentrale Massnahmen und Empfehlungen der Strategie A8 werden in der Medienmitteilung aufgeführt:
–  Sicherstellung der Funktionalität der Strasse zwischen Spiez und Interlaken durch Ausbau zu einer Nationalstrasse zweiter Klasse mit durchgehender Lokalstrasse in zwei Schritten sowie Ausbauvorschlag für die Bahn im gleichen Abschnitt.
–  Erstellen von Sicherheitsstollen bei den Tunneln entlang des Brienzersees.
–  Einsetzen einer kantonsweiten Begleitorganisation zur Vertretung der Interessen des Kantons Bern auch bei der Umsetzung der Strategie A8 ab Anfang 2008 (Übernahme der Verantwortung durch den Bund).
–  Die Empfehlung, den Bau eines Scheiteltunnels am Brünig aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens zurückzustellen.

Während der Erarbeitung der Strategie seien verschiedene Sofortmassnahmen ausgelöst und teilweise bereits abgeschlossen worden, verlautet im weiteren – «darunter die Ummarkierungsarbeiten zwischen Krattiggraben und der Gipsfabrik in Leissigen, die Einsatzplanung A8 und die gegenwärtig laufenden dringlichen Ausbaumassnahmen am Notausgang des Giessbachtunnels». Neu soll ab Anfangs 2008 das Astra allein für den Bau, Betrieb und Unterhalt der Nationalstrassen zuständig sein. Im Hinblick auf diesen Wechsel der Zuständigkeiten habe die Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion die Strategie A8 zuhanden des Astra verabschiedet.
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