Die alte Holzbrücke bei der Kirche Gsteig ist durch die Fluten arg in Mitleidenschaft gezogen worden: Die Seitenwände wurden durch den Wasserdruck weggerissen. (Bild Bruno Petroni)
pkb/pd/bns. Zahlreiche Amtsbezirke und Gemeinden boten laut einer Medienmitteilung vom Donnerstagmorgen ihre Führungsorgane auf: «Bei den regionalen Einsatzzentralen der Kantonspolizei in Bern, Biel und Thun gingen mehrere hundert Meldungen über Wassereinbrüche in Liegenschaften, Garagen, überflutete Strassen oder Erdrutsche ein.» Personen seien bisher keine verletzt worden. – Nach starken Niederschlägen – siehe auch Dutzende von Feuerwehren im Einsatz vom Mittwoch 8. August 2007 – waren bei der regionalen Einsatzzentrale der Kantonspolizei in Thun am Mittwochnachmittag ab 16.30 Uhr weit über 100 Meldungen eingegangen: «Bis um 20.30 Uhr wurden bereits Dutzende von Feuerwehren im gesamten Berner Oberland aufgeboten. In Interlaken und in der Region Bödeli wurden die regionalen Führungsorgane, in Thun das Gemeindeführungsorgan aufgeboten. Das Unwetter betraf vor allem die ganze Region rund um den Thunersee, das Simmental, Kandertal und das Frutigland. Gemeldet wurden vorwiegend Wassereinbrüche in Keller, Einstellhallen und Wohnungen. In Steffisburg, Därligen, Lauterbrunnen und an zahlreichen anderen Orten traten die Bäche über die Ufer, Strassen wurden überflutet und Holz verstopfte Brücken. In Brienz und Unterseen mussten Campingplätze evakuiert werden. Nach bisherigem Kenntnisstand kamen keine Personen zu Schaden. Beim Hochwasser führenden Lombach in der Nähe des Campingplatzes Unterseen mussten Gaffer von der Polizei weggewiesen werden.»
Der stark beschädigte Wagen Nummer eins der 1,4 Kilometer langen Standseilbahn von Interlaken auf den Harder. (Bild zvg)
Der Betrieb der Harderbahn zwischen Interlaken und Harder Kulm muss laut einer Medienmitteilung der Jungfraubahnen für längere Zeit eingestellt werden: «Der Wagen Nummer eins ist bei der Talstation in der Nacht auf Donerstag durch Steinschlag und Geröllmassensehr stark beschädigt worden.» Im Moment seien die Abklärungen am Harder im Gang, verlautete im weiteren: «Unter anderem wird die gesamte Strecke der Harderbahn, die Geleise, Rollen und das Seil überprüft. Die Talstation sowie die Wanderwege am Harder bleiben aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres gesperrt. Das Schadensausmass ist noch nicht absehbar. Zuerst müssen die Geleise und der Wagen vom Schutt geräumt werden. Erst nach diesen Arbeiten kann auch eine erste Schätzung zu den Kosten abgegeben werden.»
Das Thuner Gemeindeführungsorgan (GFO) rechnete damit, dass der Thunersee-Pegel im Verlauf des Donnerstags die offizielle Schadensgrenze von 558,30 Meter über Normalnull auch bei nachlassenden Niederschlägen und voll geöffneten Schleusen in der Innenstadt überschreiten werde. Seeanstössern wurde empfohlen, ihre privaten Schutzmassnahmen gemäss «Hochwasser-Checklisten» vorzubereiten.
Das GFO riet insbesondere Seeanstössern zur Vorsicht und empfahl, private Schutzmassnahmen vorzubereiten und Radio zu hören.
Wegen eines Erdrutsches am Mittwochabend ist nach SBB-Angaben die Strecke Thun–Spiez nur beschränkt befahrbar: «Es ist mit Verspätungen von 10 bis 15 Minuten zu rechnen; Dauer der Störung unbestimmt.» Wegen des Hochwassers und
grosser Schwemmholzmengen ist die Schiffahrt auf dem Thunersee
und auf dem Brienzersee am Donnerstag 9. August 2007 für den
ganzen Tag eingestellt worden. Sofern es die Lage gestatte, wird der Betrieb nach Angaben der BLS AG morgen Freitag wieder aufgenommen.
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