pd/bns. Letztes Jahr konnte der finanzielle Kollaps des Thuner Handballklubs nur mit einem Kraftakt verhindert werden. Der Transfer eines teuren Profis (Chi-Hyo Cho wechselte in die 1. deutsche Bundesliga), Rückkehr zum Halbamateur-Status und Finanzspritzen aus dem Kreis von Wacker-Förderern ermöglichten den Fortbestand der aktuellen Nummer 3 im Schweizer Handball.
Trotz der vorläufigen Beruhigung gab das praktisch ausgeglichene Budget an der Hauptversammlung zu heftigen Diskussionen Anlass. Eine Minderheit wollte den Voranschlag zurückweisen und erst wieder traktandieren, wenn ein direkt damit verkoppeltes Sanierungskonzept vorliegt. Denn die nächste Krise sei ohne genügend Gewinn vorprogrammiert. «Eine dritte Rettungsaktion gibt es nicht mehr», warnte Herbert Sonderegger, der sich bereits vor zehn Jahren einen Namen als «Retter in grösster Not» gemacht hatte.
Eine Mehrheit zeigte sich weniger pessimistisch und genehmigte das Budget klar. Damit sah sich auch die «Task-Force» honoriert, welche innert zwei Monaten rund 250 000 Franken aufgebracht hatte. Die aktuellen Retter gaben sich überzeugt, dass eine längerfristige Sanierung des Vereins bereits initiiert worden sei. Der Voranschlag rechnet nun mit rund 1,1 Millionen Einnahmen und einem Überschuss von 3000 Franken. Die Mitgliederbeiträge wurden übrigens leicht erhöht.
Drei Mitglieder der sechsköpfigen «Task-Force» liessen sich neu in den Vorstand wählen und werden ihre Arbeit fortsetzen. Es sind dies Heinz Widmer (Präsident), Martin Gruber (Marketing/Kommunikation) und Thomas Fahrni (Teammanager). Neu gewählt wurde auch Jürg Sieber (Finanzen). Mit Widmer, Gruber und Sieber übernehmen Personen Verantwortung, die bereits früher als erfolgreiche Aktive oder Funktionäre in der Pflicht des Vereines waren. Zurückgetreten sind Martin Hebler als Präsident, Marketingchef Ueli Sahli und Finanzchef Hans Amport. Amport hatte sich schon im vergangenen Jahr verabschiedet, weil er den desolaten finanziellen Zustand nicht mehr hatte mittragen können. Im Vorstand verbleiben Thomas Sedioli (Nachwuchs) und Martin Trachsel (Infrastruktur/Anlässe).
Mit Martin Hebler trat eine Thuner Handballegende in das hintere Glied. Er gilt als Kenner der nationalen und internationalen Szene. Hebler war 1961 Gründungsmitglied von SC Wacker 43 Thun und seither in verschiedenen Funktionen für den Verein tätig (Coach, mehrmals Präsident , Chef 1. Mannschaft 1998 bis 2001, Ehrenpräsident) . Eine Tafel in der Lachenhalle wird künftig an den grossen Sportförderer erinnern.
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