Der umgebaute BOB-Triebwagen im Bahnhof Interlaken-Ost. (Bilder Dora Schmid-Zürcher)
pd/ds/bns. Die Umbaukosten teilen sich nach Angaben des Bahnunternehmens hälftig auf in Fremdleistungen, vor allem Material, und in Eigenleistungen (Arbeit). Ein neues Fahrzeug hätte rund fünf Millionen Franken gekostet. Die Strecke der BOB führt rund 1208 Meter über Mattner Gemeindegebiet. Der Triebwagen 310 hat bisher rund 105 000 Kilometer auf Mattner Boden zurückgelegt: «Die Verantwortlichen der BOB gehen davon aus, dass der umgebaute Triebwagen 310 ‹Matten› mindestens noch einmal so viele Kilometer über Mattner Gebiet fahren wird.» Dieser Triebwagen sei der fünfte umgebaute Triebwagen der Serie 304 bis 310, die in den Jahren 1965 und 1978 bestellt wurde, verlautete an der Fahrzeugtaufe. Ab dem Jahr 1996 seien die Triebwagen in der Werkstätte Zweilütschinen umgebaut worden: «Mit Matten sind nun alle von der BOB durchfahrenen Gemeinden mit ihrem Wappen auf einem Triebfahrzeug vertreten.» Der Triebwagen 310 wäre eigentlich erst etwas später an der Reihe gewesen. Da er aber beim Hochwasser vom August 2005 bis an den Wagenboden im Wasser gestanden sei, wurde er vorgezogen: «Durch das Hochwasser war die ganze Traktionsausrüstung – alles, was sich unter dem Wagen befindet – in Mitleidenschaft gezogen worden.»
Gruppenbild im BOB-Depot Zweilütschinen. Von links nach rechts: Depotchef Urs Abplanalp, der Mattner Gemeindepräsident Andres Grossniklaus sowie die Gemeinderäte aus Matten, Rolf Tschampion, Jakob Leuenberger und Fredy Lanker.
Der Gemeindepräsident von Matten, Andres Grossniklaus, zeigte sich als Taufpate stolz und gerührt, dass Matten endlich auch sein Wappen auf einem BOB-Triebwagen habe. Er erklärte die Heraldik des Mattner Wappens, drei Sternen auf grünem Grund und eine Zinne: Die oberen beiden Sterne stünden für das Oberdorf und das Unterdorf und der dritte Stern bilde die Verbindung zu Aarmühle/Interlaken. Der grüne Grund stehe für die Unspunnenmatte, daher auch der Dorfname Matten, und die Zinne sei die Verbindung zum früheren Kloster. Spasseshalber nannte er auch die Möglichkeit dass bei einer Fusion die Sterne für Interlaken, Matten und Unterseen stehen könnten.
Auch Günther Galli, Präsident des Verwaltungsrates der Berner Oberland Bahnen AG sprach von einer Vision. Er gab in einer als legitimiert bezeichneten Erklärung bekannt, dass bei einer allfälligen Fusion der drei Bödeligemeinden das Wappen von Matten auf dem Triebwagen 310 bleibe. Da er mit einer weiteren Lebensdauer von 30 Jahren des Wagens 310 rechne, würde Matten dank Wappen in Erinnerung bleiben. Vor der Vision gab er auch reale Begebenheiten über das Verhältnis von Matten zur BOB wieder: Vor dem Bau der BOB-Strecke seien die Gemeinden, darunter auch Matten, beim Bundesrat vorstellig geworden, damit die Bahn nicht gegründet werden könne; denn es sei befürchtet worden, die Bahn bedrohe die Existenz der Kutscher, sei nicht umweltgerecht und stelle eine Verschandelung dar. Anfänglich belastet sei jedoch das Verhältnis der Bahn mit Matten bald auf eine gute Basis gelangt, da die Bahn für die Touristen aber auch für die einheimische Bevölkerung wichtig geworden sei.
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