pd/bns. Die Oberstufenschule – ein Schulhausbau aus dem Jahre 1962 – ist sanierungsbedürftig. Zwar befindet sich die Bausubstanz noch in einem erstaunlich guten Zustand. Energetisch aber entspricht er keineswegs mehr den heutigen Ansprüchen. Die Stimmberechtigten hiessen für die Phase 1 (Schulhaus und Turnhalle) einen Rahmenkredit von 1,5 Millionen Franken, unterteilt in fünf jährliche Tranchen, oppositionslos bei zwei Enthaltungen gut.
Aus der Herbstgemeindeversammlung in Frutigen
Priorität haben nach Auskunft von Gemeinderat Ruedi Egger (Ressortchef Hochbau und Raumplanung) das Dämmen und Dichten der Fassaden sowie die Erneuerung des Daches. Damit sollen Schäden an der Bausubstanz verhindert werden. Aufgrund erheblicher Energieeinsparungen erhofft man sich zudem eine deutliche Reduktion der Betriebskosten.
Maximaler Beitrag an Erschliessungsprojekt
Das Erschliessungsprojekt «Zwüschebäch-Gempele» wird nach Berechnungen der Ingenieure Kosten von rund 7,4 Millionen Franken auslösen. Bauherr ist eine Weggenossenschaft. Eine Begehung vor Ort mit Vertretern des Bundes und des Kantons ergab, dass grundsätzlich alle beteiligten Ämter das Sanierungsprojekt unterstützen, vorausgesetzt, dass sich die Gemeinde Frutigen ebenfalls mit einem nahmhaften Beitrag daran beteiligt. Der Gemeinderat beantragte der Versammlung einen Beitrag von 15 Prozent, maximal 1,1 Millionen Franken, weil dieser Satz der gegenwärtigen Praxis entspricht. Aus der Versammlung wurde ein Antrag gestellt, es seien 23 Prozent der Gesamtkosten zu bewilligen, jedoch begrenzt mit einem Kostendach von 1,5 Millionen Franken sowie einschliesslich die bisher bewilligten Planungskredite von 98 000 Franken. Es handelt sich dabei um den maximalen Betrag, den die Gemeindeversammlung bewilligen kann. Darüber hinaus wäre eine Urnenvorlage erforderlich. Verschiedene Votanten unterstützten diesen Antrag. Trotz den in Aussicht gestellten Beiträgen von Bund und Kanton (zwischen 60 und 70 Prozent) würde den Anwohnern immer noch eine grosse Summe verbleiben. Gemeinderat Christian Fuhrer vertrat den gemeinderätlichen Antrag, zeigte aber Verständnis für den weitergehenden Antrag aus der Versammlung. Diese entschied sich schliesslich mit einer grossen Mehrheit zu vereinzelten Gegenstimmen und zwei Enthaltungen für einen Beitrag von 23 Prozent beziehungsweise maximal 1,5 Millionen Franken.
Allen weiteren Vorlagen zugestimmt
Gemeinderat und Finanzchef Bernhard Schüpbach präsentierte den Versammlungsbesuchern den Voranschlag 2008 mit einem Aufwandüberschuss von 81 049 Franken. Das Eigenkapital wird aufgrund der prognostizierten Aufwandüberschüsse in den Jahren 2007 und 2008 von 2,1 auf 1,8 Millionen Franken abnehmen. – Die Gemeindeversammlungsbesucher hiessen den Voranschlag einstimmig mit einer unveränderten Gemeindesteueranlage von 1,99, einem Liegenschaftssteuersatz von 1,3 Promille der amtlichen Werte sowie eine Hundetaxe von 60 Franken je Tier gut.
Die Sanierung und der Ausbau der über 30jährigen Abwasserreinigungsanlage soll vorangetrieben werden. Der Antrag des Gemeinderates, es sei der Erstellung eines Sanierungs- und Ausbauprojektes zuzustimmen und hiefür ein Bruttokredit von 490 000 Franken zu bewilligen, wurde von der grossen Mehrheit der anwesenden Stimmberechtigten – bei nur zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen – gutgeheissen.
Auch die Mini-Revision der Gemeindeordnung mit vorwiegend redaktionellen Anpassungen sowie verwaltungsinternen Aufgabenverschiebungen wurde vom Souverän oppositionslos gutgeheissen. Gemeinderatspräsident Karl Klossner kündigte bereits eine nächste Revision im Jahr 2008 an. Schliesslich wurden die Versammlungsbesucher auch über die vom Gemeinderat beschlossenen Sofortmassnahmen und gebundenen Kredite aufgrund des Hochwassers vom Sommer 2007 informiert. Insgesamt wurden Arbeiten für 228 069 Franken ausgeführt. Ein Bürger störte sich daran, dass das Schwemmholz vergraben und nicht aus der Engstligen entfernt wurde.
Im Traktandum «Verschiedenes» informierte Gemeinderatspräsident Karl Klossner über aktuelle Themen in der Gemeinde so konkret über Personelles innerhalb der Gemeindeverwaltung. – Die Gesamtsteueranlage im Amt Frutigen 2004 bis 2006 (Frutigen liegt hier auf Platz drei von sieben Gemeinden). – Die Ergebnisse des Gemeinderatings des Handels- und Industrievereins (Frutigen erreichte Rang neun von 31 Oberländer Gemeinden). – Zur Sprache kamen ferner die laufenden Schulstrukturen, mögliche Verkehrsprobleme im Zusammenhang mit dem geplanten Alpenbad in Adelboden, die Zielerreichung 2007 (von 82 Zielen wurden bisher 78 erreicht oder sind noch in Bearbeitung beziehungsweise fünf bisher noch nicht erreicht) sowie auf die zu erwartenden Schwergewichtsthemen im Jahr 2008.
410 Stimmberechtigte hatten sich zur Herbstgemeindeversammlung im Kirchgemeindehaus eingefunden. Die Schülerinnen Catia Lauber und Nadin Schmid, beide Achtklässlerinnen der Schule Winklen, stellten den Anwesenden zu Beginn der Versammlung ihre Schule Winklen vor und ernteten dafür grossen Applaus. Am Schluss der Versammlung ehrte Gemeindepräsident Andreas Wäfler das Sigristenpaar Alfred und Marie Fuhrer-Fuhrer für seine 30jährige Tätigkeit als Sigrist der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Frutigen. Mit dem besten Dank für ihre bisher geleisteten Dienste sowie den Glückwünschen des Vorsitzenden und einem Applaus der Versammlungsbesuchenden erhielten Fuhrers einen Gutschein.
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