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Freitag 7. Dezember 2007
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Die neue Sechsersesselbahn Honegg überwindet in knapp sechseinhalb Minuten eine Höhendifferenz von 465 Meter. (Bild zvg)
Sessellift, Speichersee und Beschneiungsanlage in Betrieb genommen

Auf der Kleinen Scheidegg haben die Jungfraubahnen am Freitag ihre neue Sechsersesselbahn Honegg sowie einen ersten Teil der Beschneiungsanlage – Investitionsvolumen je rund zehn Millionen Franken – offiziell in Betrieb genommen.

Die Jungfraubahnen-Spitze. Von rechts nach links: Verwaltungsratspräsident Thomas Bieger, Direktor Walter Steuri und dessen designierter Nachfolger Urs Kessler, der bisherige Leiter Marketing und Betrieb. (Bild Dora Schmid-Zürcher)

pd/bns. Bei der neuen kuppelbaren Sechsersesselbahn mit Witterungsschutzhauben handelt es sich nach Angaben der Jungfraubahnen um den ersten Sechsersessellift der Jungfrauregion. In sechseinhalb Minuten könnten pro Stunde bis zu 2000 Personen befördert werden. Der neue Speichersee Fallboden mit einem Fassungsvermögen von 76 000 Kubikmeter Wasser liefere das Wasser für die Beschneiungsanlage Kleine Scheidegg. Mit der Beschneiungsanlage wollen die Jungfraubahnen in ihrem Gebiet eine möglichst grosse Schneesicherheit erreichen. Denn diese zähle für die Wintersportler zu den wichtigsten Kriterien für die Wahl der Wintersportdestination.

Beschneibare Pistenfläche auf über 50 Prozent erhöhen
Im Endausbau der Beschneiungsanlage sollen je eine Piste bei Arven, Honegg, Wixi, Fallboden und Salzegg sowie die Verbindung von und nach Männlichen maschinell beschneit werden. Dadurch soll nach Angaben der Jungfraubahnen die beschneibare Pistenfläche von jetzt 25 Prozent bis 2009 auf über 50 Prozent erhöht werden. Mit der nun fertiggestellten ersten Etappe würden die Pisten Fallboden–Arvengarten und Honegg–Arvengarten beschneit.

«Skiupdate» für Tourismusorte gefordert
Vor rund 80 Gästen strich am Freitag bei der Eröffnung der Anlagen Thomas Bieger, Verwaltungsratspräsident der Jungfraubahn Holding AG, die Gründe für das Engagement des Bergbahnunternehmens im Wintersport hervor.Zwar sei die Rentabilität im Geschäftsbereich Wintersport bedeutend tiefer als im Sommergeschäft und das Geschäftsfeld Wintersport mache auch nur einen Viertel der Umsätze der Jungfraubahnen aus. Aber das Wintersportgeschäft liefere immer noch einen bedeutenden Deckungsbeitrag an den Ganzjahresbetrieb der Anlagen, erklärte Bieger. Zudem entstünde damit eine willkommene Diversifikation der Einnahmen und nicht zuletzt erlaube das Wintersportgeschäft der Region eine starke zweite Saison. Das sei notwendig für das Überleben der touristischen Strukturen in der Region, so für eine hochstehende Hotellerie oder den Detailhandel und touristische Erlebnisanbieter. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern in der Schweiz hätten die Bergbahnen der Jungfrauregion die Investitionen in Bahnen und Pisten bisher ohne öffentliche Hilfe der Gemeinden tätigen können. Die Verbesserung des Angebots im Tal ist aber laut Bieger «eine klare Verantwortung der Gemeinden, der sie sich im Interesse der Wettbewerbsfähigkeit unserer Region stellen müssen». Auch die Tourismusorte der Jungfrauregion bräuchten ein «Skiupdate» wie in anderen Regionen des Alpenraums, wo Parkplatzprobleme, moderne Innerortsverkehrsmittel, Rückführpisten und so weiter durch Investitionen der Gemeinden verbessert wurden. Die Jungfraubahnen freuten sich, «zusammen mit den Gemeinden, den Partnern aus dem ganzen Tourismus, die Herausforderungen des neu erwachten dynamischen Skimarktes anzugehen». Dazu gehöre die Aufwertung von Anlagen und Pisten im Skigebiet Kleine Scheidegg.

Sesselbahn Honegg. Kuppelbare Sechsersesselbahn mit Wetterschutzhauben. Höhe Bergstation 2302 Meter über Normalnull. Höhe Talstation 1838 Meter über Normalnull. Höhendifferenz 465 Meter. Länge schräg 1732 Meter. Förderleistung 2000 Personen in der Stunde. Fahrgeschwindigkeit 5.0 Meter in der Sekunde. Fahrzeit 6 Minuten und 18 Sekunden. Anzahl Sessel 68. Anzahl Stützen 14. Seildurchmesser 47 Millimeter. Motorleistung Dauerbetrieb 434 Kilowatt. Anfahren 560 Kilowatt.

Beschneiungsanlage Kleine Scheidegg. Vollautomatische Beschneiungsanlage mit Speichersee Fallboden und Schneelanzen. Speichersee Fallboden: Speichervolumen 76 000 Kubikmeter. Seeoberfläche 10 200 Quadratmeter. Fläche Abdichtungsfolie 12 200 Quadratmeter. Tiefe maximal 15.50 Meter. Länge maximal 160 Meter. Breite maximal 100 Meter. Erdbau Abtrag 95 300 Kubikmeter. Dammschüttung 45 000 Kubikmeter. Deponie 69 300 Kubikmeter. – Beschneiungsanlage (Endausbau 2009): Pumpstation Leistung Pumpen 4 mal 355 Kilowatt. Wassermenge 4 mal 60 Liter in der Sekunde. Leistung Kompressoren 3 mal 250 Kilowatt. Luftmenge 3 mal 42 Kubikmeter in der Minute. Leitungsanlage Länge 11 950 Meter. Zapfstellen 152 Schächte. Schneeerzeugerlanzen zirka 110 Stück. Propeller zirka 20 Stück.
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