Der Grosse Gemeinderat hat im August 2007 das Personalreglement so angepasst, dass der Teuerungsentscheid des bernischen Regierungsrats auch für das Gemeindepersonal und das Personal der Industriellen Betriebe Interlaken verbindlich ist.
Gemeindeschreiber Philipp Goetschi, Interlaken
Der Regierungsrat hat den Teuerungsausgleich auf 1. Januar 2008 mit einem Prozent festgesetzt. Da der Gemeinderat bei den Personalkosten eine Erhöhung um zwei Prozent budgetiert hatte, konnte neben der Teuerung ein weiteres Prozent der Lohnsumme für individuelle Lohnerhöhungen eingesetzt werden. Der Gemeinderat hat die Löhne des Gemeindepersonals für das Jahr 2008 in der letzten Gemeinderatssitzung dieses Jahres festgelegt.
Baugrunduntersuchung Bahnhofstrasse
Im August 2007 hat der Grossen Gemeinderat 1,8 Millionen Franken für die Sanierung der Bahnhofstrasse zwischen der Bernerhofkreuzung und dem Postplatz und die Erneuerung der Kanalisation in diesem Abschnitt bewilligt. Wie der Grosse Gemeinderat bereits im Oktober 2007 informiert werden konnte, ist neu eine separate Reinwasserleitung vorgesehen, die auch als Entlastungsleitung für die Kanalisation bei grossem Wasseranfall dienen wird. Für diese neue Reinwasser- und Entlastungsleitung sind zusätzliche Bodenuntersuchungen nötig. Der Gemeinderat hat deshalb einen Nachkredit von 50 000 Franken bewilligt.
Zonenplanänderung Straubhaarareal
Nach dem Umzug der HG Commerciale an die Untere Bönigstrasse soll das bisherige Areal an der Fabrikstrasse für eine Wohnnutzung zur Verfügung stehen. Dafür sind aber eine Zonenplanänderung und eine Änderung des Baureglements erforderlich. Nachdem das Amt für Gemeinden und Raumordnung die Änderungen vorgeprüft hat, findet nun die öffentliche Auflage statt. Die Unterlagen können bis zum 21. Januar 2008 während den Büroöffnungszeiten auf der Bauverwaltung Interlaken eingesehen werden.
16 Jahre für die Gemeinde im Schlachthausverband
Nachdem er sich schon stark für die Gründung des Gemeindeverbands kombinierte Schlachtanlage Bödeli und Umgebung engagiert hatte, hat Andreas Beutler die Gemeinde Interlaken seit der Verbandsgründung im Verbandsvorstand vertreten. Während den ganzen 16 Jahren seit Bestehen des Verband hat er diesen auch als Verbandspräsident geleitet. Auf das Ende dieses Jahr tritt Andreas Beutler von seinen Ämtern im Schlachthausverband zurück. Die Abgeordnetenversammlung hat vor wenigen Tagen seinen Neffen Daniel Beutler als Vertreter der Gemeinde Interlaken in den Verbandsvorstand gewählt. Der Gemeinderat Interlaken dankt Andreas Beutler bestens für die Arbeit, die er nicht nur im Interesse der Gemeinde Interlaken, sondern aller Verbandsgemeinden in den letzten 16 Jahren im Gemeindeverband geleistet hat.
Statistisches
Der Gemeinderat Interlaken traf sich im Jahr 2007 zu 24 Sitzungen und behandelte 506 Traktanden. Das sind genau eine Sitzung und ein Traktandum weniger als im Jahr 2006. Allerdings tagte der Gemeinderat 70 Minuten länger als im Vorjahr, nämlich knapp 74 Stunden. Die durchschnittliche Sitzungsdauer überstieg damit zum einzigen Mal in dieser Legislatur die Marke von drei Stunden. Mit 21,1 Traktanden pro Sitzung waren die Traktandenlisten allerdings auch so reich befrachtet wie in keinem andern Jahr der Amtsdauer 2004 bis 2007. Dass die Ergebnisse der Beratungen auf 264 Protokollseiten Platz fanden gegenüber 330 Seiten im Jahr 2006, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass für die Protokolle eine kleinere Schrift verwendet worden ist als bisher.
Verschiedenes
Mit der letzten Sitzung dieses Jahres sind zwölf Jahre Mitgliedschaft von Daniel Rüegsegger und sechs Jahre Mitgliedschaft von Werner Prantl im Gemeinderat zu Ende gegangen. Der Gemeinderat dankt den beiden für die geleistete Arbeit und ihr Engagement zugunsten der Gemeinde. – Der Gemeinderat und der Informationsverantwortliche wünschen der Bevölkerung frohe Festtage und ein gutes neues Jahr.
Statistisches aus dem Grossen Gemeinderat Interlaken
Alice Rüegsegger (SVP) wird als jüngstes Mitglied des Grossen Gemeinderates (GGR) aller Zeiten am 1. Januar 2008 ihr Amt antreten. Sie wird dann 18 Jahre und 147 Tage alt sein. Sie löst damit Jessica Maurer-Schranz (EDU) ab, die bei ihrem Amtsantritt am 1. Januar 2005 19 Jahre und 240 Tage alt war. Mit Kaspar Boss (SP, knapp 20 Jahre), Karin Trachsel (SP, knapp 21 Jahre) und Michèle Stähli (SP, 24 Jahre und 4 Monate) gehören zu Beginn der Amtsdauer 2008 bis 2011 fünf der sechs jüngsten Mitglieder aller Zeiten dem GGR an. Es fehlt einzig Helen Streun (Freie Bürger Interlaken), die bei ihrem Amtsantritt im Jahr 1980 22 Jahre und 94 Tage alt war und die Ehre des bei Amtsantritt jüngsten Ratsmitglieds über 20 Jahre bis zum Eintritt von Kaspar Boss behalten konnte.
Noch nie war der Grosse Gemeinderat zu Beginn einer Amtsdauer «neuer» zusammengesetzt als vier Jahre zuvor. Nur neun Ratsmitglieder, welche die Amtsdauer 2004 bis 2007 begonnen haben, gehören auch zu Beginn der Amtszeit 2008 bis 2011 dem GGR an. Damit gehörten 21 Ratsmitglieder 2008 dem GGR am 1. Januar 2004 noch nicht an. 1948 waren es einmal 20 Veränderungen gegenüber vier Jahre zuvor, 1944 und 2000 waren es je 19 Veränderungen. Wird die bisherige Amtsdauer aller Mitglieder des Grossen Gemeinderats zusammengezählt und durch die 30 Parlamentsmitglieder geteilt, ergibt sich eine durchschnittliche Parlamentserfahrung am 1. Januar 2008 von zwei Jahren und neun Monaten. Viermal war die Erfahrung zu Beginn einer Amtsdauer kleiner, natürlich im Jahr 1920, als der Grosse Gemeinderat Interlaken erstmals zusammentrat und alle Mitglieder ohne Parlamentserfahrung waren, aber auch in den Jahren 1924 und 1948 (je zwei Jahre und drei Monate) und 1952 (zwei Jahre und acht Monate). Am grössten war die Parlamentserfahrung übrigens im Jahr 1992 mit fünf Jahren und sechs Monaten.
Grösste Zahl neuer Gesichter in der Amtszeit 2004 bis 2007: 11 Neulinge nahmen die Amtsdauer 2004 bis 2007 in Angriff. 17 Wechsel gab es während der Legislatur. Damit gab es in der Legislatur 2004 bis 2007 total 28 neue Gesichter im Grossen Gemeinderat. Auch das ist Rekord, wenn die erste Legislatur 1920 bis 1923 weggelassen wird, in der alle 30 Ratsmitglieder und die drei Wechsel während der Amtsdauer neu waren. Die Amtsdauer 1944 bis 1947 brachte 25 neue Gesichter. Auch die 17 Wechsel während der Legislatur 2004 bis 2007 bedeuten Rekord. Sie lösen die Legislatur 1996 bis 1999 ab, die 16 Wechsel während der Amtszeit brachte. In der Amtszeit 1928 bis 1931 gab es überhaupt keinen Wechsel.
Frauenanteil: Acht Frauen nehmen die Amtsdauer 2008 bis 2011 in Angriff. Das sind 20 Prozent aller Frauen, die dem Grossen Gemeinderat Interlaken je angehört haben. Der Frauenanteil beträgt damit 26,7 Prozent. Vor vier Jahren gehörten dem GGR nur 7 Frauen an, vor 8 Jahren waren es hingegen 9 Frauen. Erste Frau im Interlakner Parlament war Christiane Gerber (SP), die als einzige Frau in den Gemeindewahlen von 1995 in den Grossen Gemeinderat gewählt worden war. Das waren die ersten Gemeindewahlen nach Einführung des Frauenstimmrechts in Gemeindeangelegenheiten. 4 Frauen haben den Grossen Gemeinderat seither präsidiert: Helene Rufibach (SVP) 1986, Maja Hohl (SVP) 1992, Eva Staehelin (FDP) 2001 und Marianne Kurzen (FDP) 2004. In den 88 Jahren seit Bestehen des Grossen Gemeinderats Interlaken gehörten dem GGR 40 Frauen und 327 Männer an.
Amtsältestes Ratsmitglied ist Kurt Trachsel (SP). Er trat am 1. Januar 1999 in den Grossen Gemeinderat ein. Als Amtsältester wird er die erste Sitzung der neuen Legislatur vom 29. Januar 2008 eröffnen und bis zur Wahl des neuen Ratspräsidiums 2008 leiten. In dieser Sitzung wird sich der Grosse Gemeinderat fast nur mit Wahlgeschäften befassen. Auf der Traktandenliste stehen die Wahlen des Büro des Grossen Gemeinderats für 2008, die Wahl der Geschäftsprüfungskommission, die Wahlen der übrigen ständigen Kommissionen und eine Ersatzwahl in die Anerkennungskommission. Daneben ist einzig noch die Begründung der Motion Ritschard (FDP), Verlängerung der Amtsdauer 2008 bis 2011 traktandiert.
Aktivität der Parteien bei parlamentarischen Vorstössen:14 Motionen, 6 Postulate, 8 Interpellationen und 36 Anfragen wurden von den Mitgliedern des Grossen Gemeinderats während der Amtsdauer 2004 bis 2007 eingereicht. 29 dieser 64 Vorstösse stammten von der Schweizerischen Volkspartei, was 45,3 Prozent aller Vorstösse entspricht. 11 Vorstösse (17,2 Prozent) steuerte die Freisinnig-Demokratische Partei bei, und 10 Vorstösse (15,6 Prozent) stammten von der Sozialdemokratische Partei. Die andern drei Parteien steuerten 14 Vorstösse bei, die Grüne Freie Liste 7, die Evangelische Volkspartei 5 und die Eidgenössisch-Demokratische Union 2. 9 Motionen wurden als hängig in die letzte Legislatur übernommen. 17 Motionen konnten im Verlauf der Legislatur erledigt werden, so dass 6 Motionen zu Beginn der neuen Legislatur noch hängig sind. Postulate konnten nur vier erledigt werden. Hingegen konnten während der Amtsdauer 2004 bis 2007 gleich viele Interpellationen und Anfragen abschliessend beantwortet werden wie eingereicht worden sind.
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