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Spital STS AG wehrt sich für Neubau in Saanenmöser

Trotz eines als massiv bezeichneten Sperrfeuers aus der Gemeinde Zweisimmen will der Verwaltungsrat der Spitalgruppe Simmental – Thun – Saanenland (Spital STS AG) den Neubau eines Akutspitals in Saanenmöser besonders unter anderem mit Blick auf die Erhaltung eines stationären Angebots in der Region konsequent weiterverfolgen.

pd/bns. Der Verwaltungsrat der Spital STS AG hat laut einer Medienmitteilung zur Kenntnis genommen, dass seine Absichten in Zweisimmen mit grossen Emotionen aufgenommen worden seien: «Er hat offensichtlich den Kenntnisstand der Behördenvertreter zur neuen Spitalpolitik nicht richtig eingeschätzt.» Diese «Wissenslücke» soll geschlossen werden. Der STS-Verwaltungsrat betrachte die «inszenierte Petition» als kontraproduktiv, da gegenüber der Bevölkerung mit falschen Behauptungen argumentiert werde: «Der Verwaltuntgsrat wird sich auch in der Zukunft nicht in die Polemik einlassen, sondern weiterhin eine Strategie verfolgen, die die Zukunft des stationären Gesundheitswesen in der Region langfristig garantieren und die betriebs- wie auch volkswirtschaftlich vertretbar ist.»

Der STS-Verwaltungsrat habe am 22. November 2007 seine strategische Stossrichtung über die Gestaltung der Spitalversorgung im Obersimmental/Saanenland kommuniziert, wird in der Medienmitteilung erinnert: «Er hielt dabei fest, dass er weiterhin eine stationäre Grundversorgung anbieten will, das im Gegensatz zu planerischen Absichten der Gesundheits- und Fürsorgedirektion.» Als Standort des neuen Spitals sehe er Saanenmöser vor. Dieser Standortentscheid habe zur Folge, dass nun die Projektierung an die Hand genommen werden könne. Es sei auch für den Verwaltungsrat klar, dass noch verschiedene Fragen zu klären sseien: «Dazu wird mit den lokalen Ärzten das Bedürfnis an Spitalleistungen erarbeitet, das dann als Grundlage für ein Raumprogramm dient. Im weitern sind die Landverhandlungen zu führen, inklusive der Erschliessung.»

Hintergrund der Strategie «Neues Akutspital Saanenmöser» bilden laut STS-Verwaltungsrat das Spitalversorgungsgesetz, das immerhin im Obersimmental mit fast 70 Prozent angenommen worden sei, und der Bericht zur Versorgungsplanung des Kantons vom 27. Juni 2007. Detailliert beschreibe dieser die Entwicklung der somatischen Akutversorgung im Kanton Bern. In fünf Massnahmen würden die Ziele umschrieben:1. Umfassende Grundversorgung in allen Regionen des Kantons. 2. Konzentration der hochspezialisierten Medizin. 3. Umsetzung der Verlagerung vom stationären in den teilstationären Versorgungsbereich. 4. Optimierung von Ressourcen und Strukturen durch Kooperation und Konzentration und interkantonale Zusammenarbeit. 5. Zukunftsgerichtete Investitionen für die öffentlich subventionierten Spitäler.

«Diese fünf Massnahmen, welche auf die vier Dimensionen (Patienten, Mitarbeiter, Öffentlichkeit/Volkswirtschaft und ‹Aktionär› Kanton) des strategischen Programms aufbauen, haben zu einer Anzahl möglichen Handlungsszenarien geführt», verlautet im weiteren. Die Bewertung dieser Szenarien habe zu der nun weiter zu verfolgenden Variante «Neubau Saanenmöser» geführt. Diese bedeute ein den fünf Massnahmen des Kantons entsprechendes Akutspital am Standort Saanenmöser, das der Bevölkerung der Region Obersimmental/Saanenland dient. An den heute bestehenden Standorten werde keine Akutversorgung mehr betrieben.

Die wichtigsten Argumente für Saanenmöser
Für den STS-Verwaltungsrat sei die Langfristigkeit seines Entscheides zentral, heisst es in der Medienmitteilung: «Das gibt Sicherheit sowohl für die Bevölkerung dieser Region als auch für die Patienten und Mitarbeiter.» Nach wie vor sei er willens, ein stationäres Angebot in der Region zu erhalten. Betriebs- wie volkswirtschaftliche Argumente sprächen für den Neubau: «Ein Neubau, der die künftigen Prozesse optimal abbildet (teilstationäre Behandlungsformen) weist günstigere Betriebskosten auf. Die Investitionen sind dabei weniger bedeutungsvoll, wenn bedacht wird, dass mit einer jährlichen Einsparung von einer Million Franken Betriebskosten ein Investitionsvolumen von 20 Millionen Franken finanziert werden kann. Volkswirtschaftlich wird mit dem Erhalt der stationären Akutversorgung das Volkseinkommen gesichert, dies insbesondere im Obersimmental, da – wie richtigerweise auch von der Gemeinde Zweisimmen erkannt – das Wohnangebot im Saanenland beschränkt ist.»

Mögliche Alternativen
Für den STS-Verwaltungsrat gibt es zwei als realistisch bezeichnete Handlungsalternativen: «Die eine ist der Umbau der beiden bestehenden Akutspitäler in Gesundheitszentren, die andere der Neubau Saanenmöser weil nur mit einer Konzentration die wirtschaftliche Grösse für eine stationäre Behandlung erreicht werden kann. Ein Neubau an den Standorten Zweisimmen oder Saanen kann deshalb keine Alternative sein. Diese sind von der Baustruktur her nicht geeignet, auch in der Zukunft im Hinblick auf geänderte Behandlungsmethoden als Akutspital betrieben zu werden. Wenn schon Neubau, dann an einem neuen Standort, der eine grössere Region versorgen kann – allenfalls unter Einbezug des Pays d‘Enhaut.»

Die Aktivitäten aus der Gemeinde Zweisimmen
«Mit Genugtuung kann er auch feststellen, dass direkt Betroffene das Vorgehen begrüssen und unterstützen und sich sogar von den Aktivitäten aus der Gemeinde Zweisimmen distanzieren», führt der STS-Verwaltungsrat abschliessend aus: «Er ist mit der Forderung, dass alle Auswirkungen seines Entscheides geklärt und kommuniziert werden auch durchaus gleicher Meinung. Erstaunt ist er aber, dass mit Aktivitäten aus der Gemeinde Zweisimmen die Konkretisierung des Szenarios ‹Neubau Saanenmöser› mit allen Mitteln verhindert werden soll, ohne vorgängig zu prüfen, welche Konsequenzen dieses Verhalten für die ganze Region haben könnte. Der Verwaltungsrat wird trotz des massiven Sperrfeuers aus der Gemeinde Zweisimmen das Szenario ‹Neubau Saanenmöser› insbesondere mit Blick auf die Patientenversorgung und Erhalt von Arbeitsplätzen konsequent weiterverfolgen. Mit der Behördenvertretung Amt Niedersimmental wird der Hintergrund dieser Entscheidung demnächst im Detail besprochen.»
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