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Thun: «Fussgängerfreundliche Innenstadt» abgelehnt

Die Initiative «Fussgängerfreundliche Innenstadt»in Thun ist mit 8479 Nein (57,68 Prozent) gegen 6221 Ja (42,32 Prozent) abgelehnt worden. Die Stimmbeteiligung betrug laut einer Medienmitteilung 49,26 Prozent.

pd/bns. Die Volksinitiative für eine «fussgängerfreundliche Innenstadt» hatte die Schaffung einer zusammenhängenden verkehrsberuhigten Zone in der Innenstadt und die Aufhebung aller 72 Parkplätze in diesem Gebiet gefordert. Mit der Ablehnung der Initiative wird die heutige Fussgängerzone im Unteren Bälliz nicht ausgeweitet. In der übrigen Innenstadt besteht seit Dezember 2006 eine Begegnungszone mit Fussgänger-Vortritt und Tempo 20 für den rollenden Verkehr. – Die Homepage der Stadt Thun www.thun.ch brach infolge des starken Ansturms auf die angekündigten Resultate zusammen. Die Resultate konnte deshalb bis auf weiteres auch nicht eingegeben werden.

Stellungnahme der Innenstadtgenossenschaft Thun:
«Mit der Ablehnung der SP-Initiative haben die Stimmbürger der Stadt Thun der Absicht, eine wirtschafts- und standortfeindlichen Fussgängerzone zu schaffen, eine klare Absage erteilt. Dadurch bleiben die Thuner Innenstadt und die Altstadt im besonderen auch in Zukunft als Standort für den Detailhandel konkurrenzfähig. Die Innenstadtgenossenschaft Thun (IGT) freut sich über die für sie positiv verlaufene Abstimmung über die totale Fussgängerzone. Das Abstimmungsresultat zeigt, dass die von der Thuner City-Organisation im Vorfeld eingebrachten Befürchtungen und Warnungen von den Thuner Stimmbürger verstanden worden sind und nachvollzogen werden konnten. Mit diesem Entscheid haben die Thuner ihre Solidarität dem einmaligen Einkaufszentrum Thuner Innenstadt mit seinen zahlreichen Kleinbetrieben sowie den vielen Arbeitnehmern gezeigt. Die IGT will das Thuner Stadtzentrum weiter aufwerten. Bereits heute hat Thun eine überregionale Ausstrahlung als attraktive Einkaufsstadt mit einem einmaligen Ambiente und viel Charme. Um diese Position weiter auszubauen, sollen in Zukunft gemeinsam mit der Stadt Thun weitere Attraktivitätssteigerungen und eine verbesserte Infrastruktur realisiert werden. Im Besonderen gilt es, die einmalige Hauptgasse mit Ihrem umfassenden Angebot und den schweizweit einzigartigen Hochtrottoirs noch besser zu erschliessen und die Frequenzen zu verbessern. Mit der bereits eingeführten und bewährten Begegnungszone wird heute allen Verkehrsteilnehmern – vom Fussgänger bis zum Autofahrer – eine optimale Erreichbarkeit der Geschäfte und Liegenschaften in der Thuner Innenstadt ermöglicht. Dies natürlich mit der gebotenen Rücksichtnahme auf die anderen Verkehrsteilnehmer. Mit kundenfreundlichen Massnahmen und Verbesserungen wird seitens der IGT laufend versucht, den Bedürfnissen aller Kunden der Innenstadt gerecht zu werden. Mit Aussagen wie ‹Die Innenstadt muss exklusiver und freundlicher werden› und ‹Die Steigerung der Attraktivität der Innenstadt als Antwort auf die Konkurrenz der Shoppingzentren und andern Städte, die um gute Steuerzahler und Touristen werben› sagt das Initiativkomitee ganz klar, was es will. Nun müssen auf Worte auch Taten folgen. Seit Jahrzehnten möchte die IGT im Osten der Stadt ein weiteres Parkhaus realisieren, um die Innenstadt vom Durchgangs- und Suchverkehr zu entlasten. Jetzt erwartet der IGT-Vorstand von den politischen Vertretern aus dem Rot-Grünen Lager konkrete und konstruktive Vorschläge und Lösungen um die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Altsstadt nachhaltig zu verbessern! Und zwar so schnell wie möglich!»

Das Initiativkomitee «Fussgängerfreundliche Innenstadt» zum Abstimmungsergebnis: «Tatsache ist, dass 42 Prozent der abstimmenden Thuner Bevölkerung eine Innenstadt mit mehr Fussgängerzone und die Aufhebung der Kurzzeitparkplätze, die nur einen unnötigen Such- und Autoverkehr in der Begegnungszone provozieren, wollen. Das Komitee «Fussgängerfreundliche Innenstadt» erwartet jetzt, dass der Gemeinderat dem Anliegen eines grossen Teils der Thuner Bevölkerung, aber auch vieler Auswärtiger Rechnung trägt und sicherstellt, dass die kleine Fussgängerzone im Unteren Bälliz endlich so umgesetzt wird, dass sie den Namen Fussgängerzone verdient. Insbesondere wird der Gemeinderat aufgefordert, nur gerechtfertige Ausnahmebewilligungen zu erteilen und die Anlieferungszeiten zu überprüfen. Auch die Vorgaben der Begegnungszone sind konsequenter umzusetzen. Insbesondere ist sicherzustellen, dass in der Begegnungszone im Oberbälliz die zulässige Maximalgeschwindigkeit von 20 Kilometer in der Stunde eingehalten wird. Schade, Thun hat einmal mehr eine Chance verpasst! – Mit Halbwahrheiten, falschen Behauptungen und einer beispiellosen Angstmacherei haben die finanzkräftigen Initiativgegner, insbesondere die IGT, den Abstimmungskampf gewonnen. Die Initiative verlangte keine totale Fussgängerzone wie das die IGT behauptete, sondern nur, dass ‹der private Motorfahrzeugverkehr hauptsächlich durch Fussgängerzonen und im übrigen durch Begegnungszonen zu beschränken ist›.»
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