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BLS rüstet sich für die Inbetriebnahme der Lötschberg-Basisstrecke

Die Vorbereitungen der BLS AG im Hinblick auf die Inbetriebnahme der Lötschberg-Basisstrecke am 15. Juni 2007 umfassen neben Investitionen in Infrastruktur und Material auch eine Vielzahl an organisatorischen und personellen Massnahmen. So wird laut einer Medienmitteilung die Betriebsführung für die gesamte Lötschberg-Simplon-Achse in Spiez zentralisiert.

In Frutigen baue die BLS eine neue Organisation für das Management der tunnel- und bahntechnischen Anlagen auf, verlautet im weiteren: «Insgesamt entstehen bei der BLS durch die Inbetriebnahme der neuen Strecke rund 45 neue Arbeitsplätze.» Aufgrund der Basisvereinbarung mit den SBB soll die Betriebsführung der gesamten Lötschberg-Simplon-Achse zwischen Gümligen und Domodossola bis im Mai 2007 schrittweise in der Betriebszentrale der BLS zentralisiert werden. Zu diesem Zweck habe die BLS ihre Infrastruktur in Spiez sukzessive ausgebaut: «Nach mehrmonatigem Umbau sind dort seit Dezember 2006 22 komfortable und nach dem neuesten Stand der Technik ausgerüstete Arbeitsplätze für Fahrdienstoperatoren und Dispatcher betriebsbereit.»

18 Fahrdienstoperatoren der BLS würden speziell für die Bedienung der Lötschberg-Basisstrecke geschult und geprüft, heisst es in der Medienmitteilung. Für diese Schulung sei seit Anfang Jahr eine neue Ausbildungs- und Trainingsanlage im Einsatz: «Mit diesem Computerprogramm wird es in der Schweiz erstmals möglich sein, die fahrdienstliche Tätigkeit auf einer real existierenden Bahnstrecke und unter den Bedingungen des Normalfahrplans zu üben.»

Umfangreiche Schulungsprogramme
Neben den eigenen Mitarbeitern muss laut der Medienmitteilung die Betriebsführung der BLS auch eine Vielzahl von externen Partnern ausbilden, um die neue Basisstrecke betreiben zu können: «Rund 700 Lokomotivführer und 1600 Zugbegleiter, welche den Lötschberg-Basistunnel künftig befahren, müssen in die neue Umgebung eingeführt werden.» Hinzu kämen 180 Interventionskräfte (Feuerwehr, Sanität, Polizei) sowie 90 Buschauffeure für die Evakuation im Ereignisfall. Insgesamt sollen an 4100 Tagen gut 2500 Personen speziell für ihren Einsatz auf der Basisstrecke ausgebildet werden.

Neue Organisation für den Betrieb und Erhalt der Tunnelinfrastruktur
Im Hinblick auf die Inbetriebnahme des neuen Basistunnels schafft die BLS AG nach Angaben ihrer Medienstelle in Frutigen eine neue Organisationseinheit. Diese kümmere sich um die Überwachung und Steuerung der technischen Anlagen im Tunnel und um die Koordination aller Erhaltungstätigkeiten auf der Lötschberg-Basisstrecke. Dazu gehörten sowohl Arbeiten an der Tunneltechnik (zum Beispiel Klima, Lüftung, Wasser, Energie) als auch solche an der Bahntechnik (Fahrbahn, Bahnstrom, Sicherungs- und Telekommunikationsanlagen): «Die zur Erfüllung dieser Aufgaben benötigten Strukturen sind so schlank wie möglich gehalten.» Dies entspräche der Strategie der BLS, jene Arbeiten auf der Basisstrecke, welche nicht dem Erhalt des bahnspezifischen Know-hows dienten, an externe Firmen zu vergeben. Diese Arbeiten entsprächen einem jährlichen Auftragsvolumen in der Grössenordnung von 2,5 bis 3 Millionen Franken.

Inbetriebnahmephasen
Vom 15. März bis zum 14. Juni 2007 führe die BLS auf der Lötschberg-Basisstrecke einen operativen Probebetrieb durch, um die vorgesehenen Betriebs-, Erhaltungs- und Interventionsprozesse mit den Originalsystemen praktisch zu üben, heisst es im weiteren. Die Inbetriebnahme erfolge sodann zweistufig: Mit der offiziellen Eröffnung am 15. Juni 2007 beginne eine sechsmonatige Ertüchtigungsphase. Während dieser Zeit sollen bereits ausgewählte kommerzielle Züge (vornehmlich im Güterverkehr) die Basisstrecke befahren. Die Aufnahme des fahrplanmässigen Vollbetriebes erfolge am 9. Dezember 2007: «Insgesamt werden bis dahin über 10 000 Test- und Ertüchtigungsfahrten durchgeführt, um die Zuverlässigkeit des ‹Gesamtsystems Lötschberg-Basisstrecke› zu optimieren.»
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