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Entlastungsstollen in Thun: «Schutz vor Hochwasser das oberste Ziel»

Der Entwurf des Betriebsreglements für den Entlastungsstollen in Thun stösst bei den Interessengruppen grundsätzlich auf Zustimmung. Einigkeit besteht darüber, dass ein besserer Hochwasserschutz das oberste Ziel des Reglements sein müsse.

aid/bns. Positiv aufgenommen wurde das Betriebsreglement laut einer Medienmitteilung insbesondere von den Seeanliegern: «Umwelt- und Naturschutzkreise, die Berufsschiffahrt und die Gemeinden unterhalb von Thun äusserten hingegen gewisse Bedenken.» Die Umwelt- und Naturschutzkreise befürchteten vor allem, dass sich ein tieferer Seespiegel negativ auf die Flachmoore in Gwatt und Neuhaus bei Interlaken auswirken könnte: «Die Berufsschiffahrt möchte Einschränkungen durch den Betrieb des Stollens vermeiden.» Die Gemeinden an der Aare unterhalb von Thun erwarteten, dass ihre Situation durch den Betrieb des Entlastungsstollens nicht verschlechtert werde.

Die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion und die Behördendelegation nähmen diese Bedenken sehr ernst und würden sie in bilateralen Gesprächen zu klären versuchen, verlautet im weiteren. Die Auswirkungen einer Seeabsenkung auf die typische Flora und Fauna der Flachmoore soll im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung eingehend untersucht werden. Die Resultate dieser Prüfung würden im Sommer 2007 vorliegen. Der Regierungsrat werde voraussichtlich in der ersten Hälfte 2008 das bereinigte Betriebsreglement genehmigen.

Der Entlastungsstollen, der Thun künftig besser vor Hochwasser schützen soll, sei seit Mitte Dezember 2006 im Bau – siehe auch Thun: Baubeginn für Hochwasser-Entlastungsstollen vom Freitag 15. Dezember 2006 – wird in der Medienmitteilung erinnert: «Für die Steuerung des Stollens, der im Jahr 2009 in Betrieb genommen werden soll, braucht es ein Betriebsreglement.» Bei der Erarbeitung dieses Reglements werde der Kanton von einer Begleitgruppe unterstützt, in der alle Interessen vertreten seien. Damit der Stollen seine volle Wirkung entfalten könne, müsse er frühzeitig bei noch tiefem Seestand eingesetzt werden. Zur Diskussion stünden zwei mögliche Varianten: «Entweder wird der See vor einem drohenden Seewasser kurzfristig abgesenkt oder er wird im Sommer dauerhaft um zehn Zentimeter tiefer gehalten als bis 2005 üblich war.»
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