Feiern das hundertjährige Bestehen des Skiklubs Beatenberg: Rennleiter Urs Zimmermann (links) und Präsident Thomas Tschopp blicken zurück auf Zeiten vor 70 Jahren, wo die kantenlosen «Schwarten» auf neu entwickeltem Schneezement unfahrbar wurden. (Bild Bruno Petroni)
Einen Jahresbeitrag von zwei Franken beschlossen sie, die 13 Gründungsmitglieder des Skiklubs Beatenberg. So war es vor genau hundert Jahren im Restaurant «zum Kreuz». Der erste Vereinspräsident, Hotelier Ernst Egli fils liess denn bereits bei der Gründungsversammlung auch gleich zwölf Paar «Tödi»-Skis bestellen, und er hielt schriftlich fest: «... 1. Qualität bei der Firma Staub in Zürich. Der Kurgast soll künftig in seinem Hotel Skis mieten können. Spenglermeister Friedrich Stähli fertigt die Bindungen an.»
Bruno Petroni, freier Journalist, Matten bei Interlaken / petroni@gmx.ch
Schreinermeister Müller (heute Schreinerei Jordi Beatenberg) arbeitete damals als sogenannter Skidoktor, der sich darauf spezialisierte, Spitzen anzufertigen. Im März 1909 fand der erste Familienabend statt. Für Mitglieder war die Teilnahme obligatorisch. Unentschuldigtes Fernbleiben wurde mit fünf Franken gebüsst, das Erscheinen ohne Begleitung mit zwei Franken.
Zwei Kriege überlebt
Eine erste Blütezeit erlebte der Skiklub Beatenberg in den dreissiger Jahren mit 95 Mitgliedern. In dieser Zeit trat Beatenberg auch dem schweizerischen Skiverband bei. Und in den Annalen steht: «1937 stand ein technisches Problem im Mittelpunkt: Der Verein entschloss sich, erstmals Schneezement zu verwenden. Die Tücken dieses Hilfsmittels wirkten sich am Klubrennen brutal aus: Wer keine Metallkanten hatte, schied aus. Und das waren weitaus die meisten.»
Durch den Zweiten Weltkrieg wurde der Mitgliederbestand auf 52 dezimiert. Doch schon bald nahm die Begeisterung am Skisport wieder markant zu, so dass Ende der fünfziger Jahre bis zu zweihundert Leute am Klubrennen teilnahmen.
Bea Gafners Zeiten
Einige Erfolge feierte der SC Beatenberg als regelrechte Grossmacht Ende der achtziger Jahre: «Damals gewannen wir während einiger Jahre die Einzel- und Teamwertungen beim Inferno-Abfahrtsrennen am Schilthorn», schwelgt der Rennleiter der Bödelistafette, Urs Zimmermann in den Erinnerungen. Aber auch die Zeit von Bea Gafner, der Beatenbergerin im Alpinen Weltcup sei unvergesslich: «Bea gewann damals zwei Weltcuprennen!»
Hoffen auf Nachwuchstalente
Heute zählt der Skiklub Beatenberg 60 Mitglieder mit 17 Aktiven: «Zurzeit haben wir keine lizenzierten Fahrer. Die meisten von uns sind Nordische Skisportler und eher privat organisiert», erklärt Thomas Tschopp in seinem neunten Jahr als Vereinspräsident. Immerhin redeten die Beatenberger auch in den letzten Jahren noch um den Sieg in der Teamwertung an der Bödelistafette mit. Und dann wäre da noch die 14jährige Patricia Zurbuchen, die erst vor zwei Wochen in Les Diablerets den Migros-Cup gewonnen hat. Auf ihr ruhten die Hoffnungen der Beatenberger, dass der Skiklub bald einer weiteren Blütezeit entgegengehe. Oder vielleicht bringt das Sünnelirennen in Hohwald am 4. März ein paar Nachwuchstalente ans Tageslicht. Dieses Kinderrennen musste vor zwei Wochen auf Anfangs März verschoben werden.
Kann Stafette stattfinden?
Im Unterholz-Waldegg liegt der letzte «Fleck» Schnee, der noch zu Hoffnungen Anlass gibt, die Bödelistafette morgen Samstag durchführen zu können. Die Entscheidung wird kurzfristig gefällt. Auskunft über die Durchführung des Rennens erteilt ab Samstagvormittag neun Uhr die Telefonnummer 1600/2.
Hundert Jahre Skiklub Beatenberg. Samstag 10. Februar 2007, 15.30 Uhr: Start zur Bödelistafette (JO). 16 Uhr: Start restliches Feld. Ab 18 Uhr: Festwirtschaft Kongresssaal. 18.30 Uhr: Rangverkündigung Bödelistafette. 19 Uhr: Apéro Skiklub Beatenberg (Turnhalle). 20 Uhr: Stabübergabe. Sektionsleitung an Heinz Feuz. Ausserdem Glücksspiel und Skiklub-Bar.
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