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Zusammenarbeit von Bergbahnen und voralpinen Skianlagen

Die beiden Bergbahnunternehmen Gondelbahn Grindelwald–Männlichen und die Jungfraubahnen helfen 16 kleinen Voralpenskiliften. Mit dem «Götti-System» unterstützen sie die kleinen Anlagebetreiber mit Know-how, Infrastruktur und Schulung. Die Zukunft grosser Skigebiete hängt auch von den kleinen Betreibern ab.

Daniel Vanhove, Anlageleiter Tschuggenlift, instruiert die interessierten Skiliftbetreiber. (Bild zvg)

pd/bns. Sowohl die grossen Bergbahnen als auch die kleinen Voralpenlifte seien alle am Wintersportbetrieb interessiert, geht aus einer Medienmitteilung hervor. Für die Anlagen unter 1000 Meter über Meer werde es immer schwieriger, ihre Kleinbetriebe lebensfähig zu halten. Für die grossen Bahnen und Skigebiete bedeute das, dass immer weniger Leute skifahren: «Die Abhängigkeit ist grösser als es der Anschein macht.» Vielfach dienetn Kleinlifte den Kindern dazu, erste Gehversuche auf Skis zu machen. «Solche Lifte in der Nähe der Wohngebiete sind für uns enorm wichtig», meint Daniel Zihlmann von der Männlichenbahn Grindelwald und Vorstandsmitglied der Berner Bergbahnen: «Viele Kinder lernen an diesen Anlagen skifahren und bekommen so Freude daran. Verschwinden solche Anlagen ganz, wird es für uns noch schwieriger, die sinkenden Tendenzen des Skifahrens als Freizeitvergnügen zu stoppen. Mit dem ‹Götti-System› wollen die Grossen den Kleinen helfen.»

Förderung der Kleinlifte
Voralpenskilifte böten durchaus ihre Vorzüge, verlautet dazu im weiteren. So sei der Anfahrtsweg weit kürzer, die Preise lägen wesentlich tiefer und auch die Wartezeiten seien spürbar weniger lang. Kleine Skilifte könnten den Betrieb während der Saison ungefähr 10 bis 20 Tage lang offenhalten – eine enorm kurze Zeit: «So erklärt es sich von selber, dass solche Lifte – die vielfach ehrenamtlich betrieben werden – Mühe bekunden, den strengen Auflagen und Anforderungen zu genügen.» Durch die Zuteilung eines «Göttis» in Form von Unterstützung durch eine grosse Bergbahn könnten die kleinen Skilifte in vielfacher Hinsicht unterstützt werden. Die grossen Bergbahnen engagierten sich aber nicht finanziell. Die Männlichenbahn beispielsweise betreue die kleinen Skilifte Rüschegg–Eywald. Sie stellten den kleinen Liftbetreibern Material und ihr Know-how zur Verfügung, berieten sie in technischer und betrieblicher Organisation oder unterstützten sie in Investitionsfragen: «Vor Jahren hat die Männlichenbahn ein gebrauchtes aber funktionstüchtiges Pistenfahrzeug zu einem günstigen Preis an ihre ‹Götti›-Unternehmung verkauft.»

Instruktionstag auf Männlichen
Die vor einigen Jahren durch Zufall entstandene und in der Medienmitteilung als sehr erfolgreich bezeichnete Aktion helfe mit, den Fortbestand der Kleinlifte zu sichern. Jedes Jahr finde ein Instruktionstag statt. Dieses Jahr hätten die Männlichenbahn und die Jungfraubahnen diesen Anlass für die Kleinstbetriebe organisiert: «Beim Treffen der Grossen und Kleinen war klar: Bei diesen Partnerschaften gibt es nur Gewinner.» Dies habe sich auch bei der Problematik der Vorschriften und Auflage gezeigt, welche auch bei den kleinen Skiliften dazugehörten. Auch da soll nun das Know-how der Grossen genutzt werden. Die Auflagen des Kantons Bern, der den kleinen nicht eidgenössisch konzessionierten Seilbahnen und Skilifte die Bewilligung erteile, seien sehr hoch. Dazu Reto Canale, Geschäftsführer des Interkantonalen Konkordats für Seilbahnen und Skilifte (IKSS): «Natürlich sind wir bestrebt, für die kleinen Skilifte und Bergbahnen die Kosten für die Erteilung einer Konzession möglichst gering zu halten; ein Fortbestand dieser Anlagen ist uns sehr wichtig.»
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