pd/bns. Mit der Wahl von Coline Serreaus gesellschaftskritischer Komödie «Hase Hase» wollen die jungen Theaterspieler die Augen vor der Realität nicht verschliessen und dafür sorgen, dass dem Publikum das Lachen nicht vergeht.
Zum Stück selber : Die Durchschnittsfamilie Hase läuft auf dem letzten Zacken. Wäre nicht die Mutter, wäre die ganze Bande längst im Dreck versunken. Die Lohnerhöhung des Vaters bleibt seit Jahren aus. Das Medizinstudium des Sohnes zieht sich in die Länge. Das Nesthäkchen Hase ist schon zwei Mal vom Gymnasium geflogen, weil es sich nicht anpasst und behauptet, von Ausserirdischen abzustammen. Und auch bei den drei Töchtern, die man gerne versorgt wissen möchte, läuft es nicht wie erwartet. Als gar die Polizei auftaucht und die älteste Tochter wegen terroristischer Umtriebe sucht, überstürzen sich die Ereignisse und drohen das wackelnde Familienunternehmen in den Bankrott zu treiben.
Coline Serreau hat die Komödie «Hase Hase» im Jahr 1986 geschrieben. Das Stück zeigt eine Mittelstandfamilie, die in der sogenannten Wohlstandsgesellschaft immer tiefer rutscht, weil sich die Schere zwischen arm und reich je länger je mehr öffnet. Statt über steigende Preise, Arbeitslosigkeit und Leistungsdruck zu jammern, entwickelt die Komödie in der Überzeichnung der Verhältnisse und mit Humor eine wunderbare Gegenkraft. Die Hasenfamilie findet zur Solidarität und beginnt sich gegen die unzumutbaren Verhältnisse, die ihre Existenz bedrohen, zu wehren. Treibende Kraft dieser positiven Veränderung ist die Mutter. In ihr hat Coline Serreau das starke Bild einer sich emanzipierenden Frau gezeichnet.
Rund 20 Schüler des Gymnasiums und der Handelsmittelschule Thun-Schadau sind seit einem halben Jahr mit viel Enthusiasmus dabei, das Projekt «Hase Hase» lebendig werden zu lassen. Unter der Leitung der Deutschlehrerin Erika Schnidrig und des Theaterpädagogen Matthias Rüttimann haben sie sich Rollen und Text angeeignet. Drei Schüler haben in Eigenregie die musikalische Begleitung des Stücks übernommen. Eine andere Gruppe hat ein fulminantes Bühnenbild entworfen und selber gebaut. Auch aus Schülerhand stammen die Werbeunterlagen, deren Design in einem Wettbewerb ermittelt wurde. Selbst für das leibliche Wohl der Zuschauer ist gesorgt: Die Wirtschaftsklasse 3d am Gymnasium Thun-Schadau hat im Rahmen des Wirtschaftsunterrichts unter der Bezeichnung «Bunny Catering» eine Firma gegründet, welche dem Publikum einen Theaterbesuch mit Abendessen anbietet.
Informationen. www.hasehase.ch / Aufführungsdaten und -zeiten: Schadausaal Thun. Samstag 3. Februar 20 Uhr (Premiere). Sonntag 4. Februar 17.00 Uhr (Achtung frühere Anfangszeit). Dienstag 6. Februar 20.00 Uhr. Mittwoch 7. Februar 20.00 Uhr. – Eintrittspreise: 16 / 10 Franken (Schüler). Reservation: Telefon 033 334 04 58 oder theater@gymhmsschadau.ch / Abendkasse eine Stunde vor Beginn der Vorstellung.
Theaterbesuch mit Abendessen. «Bunny Catering» bietet exklusiv zu den Aufführungen von «Hase Hase» den Theaterbesuch mit einem Diner an. Ein komplettes Menue mit einem Glas Wein, Dessert, Kaffee und dem Theaterticket für nur 38 Franken (Studenten 30 Franken). Das Diner wird am 3. und 6. Februar ab 17.00 Uhr und am Sonntag 4. Februar nach der Vorstellung angeboten. Reservation erforderlich bis am 1. Februar: bunnycatering@gmx.ch / Telefon 079 790 63 67 / Information bunnycatering.iphpbb.com
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