Das Kurhaus auf der Sonnenterrasse in Ringgenberg mit Aussicht auf Berge und Brienzersee

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Berner Oberland News – 12. Jahrgang
Mittwoch 4. Juli 2007
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Thuner Kulturförderpreise 2007 an Julian Sartorius und Reto Steiner

Die Träger der Thuner Kulturförderpreise 2007 sind bestimmt: Unterstützung für ihre vielversprechende künstlerische Entwicklung erhalten der 26jährige Schlagzeuger Julian Sartorius und der 29jährige bildende Künstler Reto Steiner. Sie werden mit einem Preisgeld von je 10 000 Franken ausgezeichnet.

pd/bns. Das Preisgeld der Thuner Kulturförderpreise 2007, gestiftet durch den Gemeindeverband des Thuner Amtsanzeigers, können die beiden jungen Kunstschaffenden laut einer Medienmitteilung in ihre weitere Entwicklung und ihre Ausbildung investieren. Die Preise hat eine Jury vergeben, die sich aus Fachleuten verschiedener Kunstsparten zusammensetzt. An der öffentlichen Feier am 16. November im Schadausaal werden die beiden Künstler die Preise entgegennehmen können. Julian Sartorius ist in Steffisburg aufgewachsen, er lebt und arbeitet heute in Bern. Reto Steiner ist in Frutigen aufgewachsen. Seit einigen Jahren lebt und arbeitet er in Thun.

Der Schlagzeuger Julian Sartorius. (Bild zvg)

Weiterbildung in New York

Julian Sartorius absolvierte nach einer Lehre als Verkäufer im Musikhaus Krompholz in Bern den Vorkurs an der Swiss Jazz School und nahm Schlagzeugunterricht bei Billy Brooks. Von 2001 bis 2006 besuchte er die Musikhochschule Luzern, Abteilung Jazz. Seit knapp einem Jahr ist er als erfolgreicher freischaffender Musiker tätig. Sartorius wurde bereits mit mehreren Preisen und Stipendien ausgezeichnet. Schlagzeugunterricht bekam Sartorius schon im Alter von sechs Jahren. Während der Sekundarschulzeit spielte er in zahlreichen Rock- und Funkbands in der Region Thun. Den Kulturförderpreis erhält Sartorius zum einen für seine breite künstlerische Tätigkeit und seine grosse Konzert- und Projekterfahrung im In- und Ausland. Unter anderem trat er zusammen mit den Jazzgrössen Pierre Favre, Christy Doran, Nils Petter Molvaer und Philipp Schaufelberger auf. Zum anderen überzeugten die Jury auch seine Eigenständigkeit, sein innovativer Ansatz, sein präzises Spiel, sein Gespür für den Rhythmus und seine Experimentierfreudigkeit. Mit dem Preisgeld möchte sich der junge Musiker in New York bei den innovativsten Schlagzeugern der experimentellen Downtown-Jazzszene weiterbilden lassen. Ausserdem plant er, sich dort auch der Komposition, seinem zweiten Schwerpunkt, zu widmen.

Der Steinbildhauer Reto Steiner.

Investition in aufwendige Arbeiten

Reto Steiner ist gelernter Steinbildhauer. Nach seiner Ausbildung arbeitete er für zwei Jahre in der bekannten Kunstgiesserei Felix Lehner in St. Gallen. Seit dem Jahr 2002 ist er in einem eigenen Atelier in Thun an der Scheibenstrasse tätig. Neben seinem künstlerischen Schaffen arbeitet er sporadisch als Assistent bei Markus Raetz in Bern. Präsentieren konnte Steiner seine Werke bereits mehrmals anlässlich der Ausstellung «Hofstettenstrasse» im Kunstmuseum Thun, im Kunsthaus Langenthal und in der Galerie Adrian Bleisch in Arbon. Steiner war ausserdem am Austauschprojekt «Laufwerk» zwischen Thun, Wien und Gabrovo beteiligt. Im Frühjahr machte er mit seinem «Findling», einer aus über 300 Einzelabgüssen zusammengefügten raumfüllenden Gipsplastik, im «Projektraum für zeitgenössische Kunst Wilfried von Gunten» in Thun auf sich aufmerksam. Soeben ist seine Ausstellung in Bern in der Galerie «Raum» zu Ende gegangen. Reto Steiners skulpturale Arbeiten entstehen oft in einem mehrmonatigen Arbeitsprozess und erfordern grosses Können und technisches Know-how. Ausschlaggebend für die Förderung waren sowohl die formale Eigenständigkeit als auch die Themen seiner Arbeiten. Steiner beschäftigt sich in seinen Werken eingehend mit dem Spiel zwischen Vervielfätigen, Reproduzieren und dem Schaffen von etwas Einzigartigem sowie dem Gegensatz von Künstlichem und Natürlichem. Die Preissumme möchte er für seine finanziell oft sehr aufwendigen Arbeiten einsetzen.

Künstleratelier Berlin: Sabine Portenier und Dominik Stauch
Von März bis August 2008 kann das Thuner Künstlerpaar Sabine Portenier und Dominik Stauch das Atelier in Berlin benutzen. Dies entschied die Kulturkommission der Stadt Thun. Die 35jährige Designerin Sabine Portenier und der 45jährige bildende Künstler Dominik Stauch haben bereits zahlreiche Preise und Stipendien gewonnen. Seit rund zehn Jahren sind beide regelmässig an Ausstellungen im In- und Ausland vertreten. Sabine Portenier war von 2001 bis 2006 als Designerin bei Hugo Boss tätig. Seit 2006 ist sie projektbegleitende externe Dozentin an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Basel im Fachbereich textiles Gestalten. Im Jahr 2007 startete sie mit grossem Erfolg ihr eigenes Label «Sabine Portenier & Evelyne Roth». Dominik Stauch ist freischaffender Künstler. In seinen Videoarbeiten, Sprach- und Tonobjekten, Plastiken und Glasbildern nimmt er oft Bezug auf die Popmusik und die Beat-Literatur. Dominik Stauch arbeitet auch im öffentlichen Raum. So hat er das interaktive Kunstprojekt www.mysouvenir.ch zusammen mit Paul Le Grand, Thun, entwickelt. Im Rahmen der Präsentation des Kunstmuseums Thun an der «Liste 07» in Basel war er mit mehreren Arbeiten vertreten. Das Künstlerpaar ist in Thun sehr aktiv und möchte nun seine Projekte nach Berlin ausweiten. Auch wollen sie sich dort mit kulturhistorischen Themen auseinandersetzen und diese in ihre Arbeiten einfliessen lassen.
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