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Thun: Tunnelbohrmaschine fährt in den Untergrund

Mit einem feierlichen «Anfahren» und der Segnung der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Tunnelbauer, hat am Donnerstag 12. Juli 2007 um 16 Uhr der Bau des Entlastungsstollens in Thun begonnen.

aid/bns. «Anfahren» bezeichnet laut einer Medienmitteilung in der Sprache der Tunnelbauer den Moment, in dem das Schneidrad der Tunnelbohrmaschine beginnt, den Untergrund abzutragen: «In Thun durchbricht die Maschine dabei die eigens dafür erstellte Bohrpfahlwand und dringt in den Untergrund aus Lockergestein ein, der vollständig im Grundwasser liegt.» Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer drückte den Startknopf und die Tunnelbohrmaschine begann ihre Fahrt in den Untergrund des Selveareals. Der Durchstich ist im Frühling 2008 auf dem Bahnhofplatz in Thun vorgesehen.

Die Tunnelbohrmaschine sei in Deutschland gefertigt und während mehrerer Wochen in Einzelteilen – zum Teil mit Spezialtransportern – nach Thun geliefert und montiert worden, verlautet im weiteren. Weil der Stollen in Thun vollständig im Grundwasser liege, werde das Hydroschildverfahren angewendet: «Der Hydroschild ist ein Rohr, das den Abbauraum mit dem Schneidrad umgibt. Dieser wird mit Bentonit, der Stützflüssigkeit aus einer Wasser-Ton-Suspension, gefüllt und verhindert das Einbrechen der Ortsbrust und damit grössere Setzungen an der Oberfläche. Die Flüssigkeit zirkuliert in einem Kreislauf und fördert auf dem Rückfluss das Ausbruchmaterial zu einer Separieranlage, wo es vom Bentonit getrennt wird. Der Stollen wird aus vorfabrizierten Beton-Tübbingringen gebaut. Die Fahrt der Tunnelbohrmaschine wird zirka acht Monate dauern.»

Die Bauarbeiten am Einlaufbauwerk beim Schifffahrtskanal beginnen laut der Medienmitteilung im August 2007 mit der Einrichtung des Installationsplatzes vor dem Aarefeldzentrum: «Die Arbeitszeiten für lärmintensive Arbeiten auf der Baustelle sind von 7.30 bis 12.00 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr beschränkt. Von Mitte September bis Mitte November 2007 werden im Schiffahrtskanal Spund- und Bohrpfahlwände gerammt und gebohrt, was für die Anwohnerschaft und die Betriebe einiges an Lärmbelastung bringen wird. Die Unternehmergruppe verwendet dafür die modernste Technik, nämlich Hochfrequenzvibratoren anstelle des noch lauteren Rammhammers, und arbeitet mit jeweils zwei Maschinen, um die Dauer der Lärmemissionen möglichst kurz zu halten. Anwohner, denen der Lärm und/oder die Vibrationen unerträglich erscheinen, können sich an das ‹Sorgentelefon Entlastungsstollen› wenden: 079 241 89 57.»

Die Baustelle verlange geänderte Verkehrsführungen, heisst es abschliessend: «Der Othmar-Schoeck-Weg wird Ende August gesperrt und der Verkehr über die Aarefeld-, Panoramastrasse und den STI-Wendeplatz umgeleitet. Die Fussgängerverbindung führt seeseitig am Aarefeldzentrum vorbei. Die Haltestellen der STI-Linien 21, Eilkurs 21/25, 41, 42, 43, 50 und 51 werden von Mitte September 2007 bis Herbst 2008 auf den Parkplatz neben dem Bahnhof verschoben. Für die dabei belegten Parkplätze wurden Richtung Rosenaupost neue geschaffen. Alle Verkehrsteilnehmer werden gebeten, wegen den geänderten Verkehrsführungen und möglichen Behinderungen mehr Zeit einzurechnen.»

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